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Es rumpelt, kracht und scheppert in Berlin

MAZ-Konzerttipp für Dienstag Es rumpelt, kracht und scheppert in Berlin

Versprochen ist nicht weniger als ein Doppelpack, bei dem es richtig knallt: Die Sechziger und Siebziger bedienen Dr. Dog mit einem leicht angeschrägten Mix aus Pop, Folk und Rock. Dagegen erfindet das wilde Duo The Harpoonist & The Axe Murderer aus Kanada den Blues neu. Das Konzert steigt am Dienstagabend im Berliner Privatclub.

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Gucken, als könnten sie kein Wässerchen trüben: The Harpoonist & The Axe Murderer.

Quelle: Promo

Potsdam. Da haben Dr. Dog tief in die Kiste gegriffen, aber nicht in die mit den Motten. Oder doch! Denn die Truppe aus dem US-Bundesstaat Pennsylvania beförderte nach sage und schreibe 15 Jahren ihr Album „The Psychedelic Swamp“ ans Licht der Öffentlichkeit. Allerdings nicht ohne dem Material den einen oder anderen Neu-Schliff zu verpassen. Die Indie-Folk-Rocker lassen höchst seltsam raunende Keyboards tönen, pflegen einem Hang zum Pop mit Schräglage, Beats und Beach Boys lassen grüßen und irre gewordene Geräusche von alten Computerspiel-Konsolen auch. Kein Zweifel, die ohnehin kaum überhörbare Verbindung zu den Sechzigern und Siebzigern lassen Dr. Dog mit munteren Melodien nicht einen Moment abreißen. Ein überaus interessante Spielwiese.

Neben der Begutachtung der Arbeit der Hunde-Doktoren geht es allerdings noch darum, einer Kapelle aus dem Westen Kanadas das Ohr zu leihen. Die hört auf den Namen The Harpoonist & The Axe Murderer. Gut möglich, dass das Pendel der Sympathie ganz weit zu Gunsten dieses Duos aus Vancouver ausschwingt. Als Anwärter für einen der abgefahrensten Bandnamen auf dem gesamten Erdenrund hat es Dr. Dog schon mal mächtig abgehängt. Wie die Jungs sich dem Blues widmen, bar jeglicher konservatorischen Wertschätzung, das verdient höchste Anerkennung. Wild, rotzfrech und großmäulig geschieht ihre groovige Annäherung an eine der Quelle des Rock ‚n’ Roll. Es rumpelt, es kracht, es scheppert. Die komplette Gefühls-Achterbahnfahrt - von himmelhoch jauchzend und zu Tode betrübt. Und doch mit großer Tanz-Lust. Gospel steckt genauso drin wie Funk. Ihre Platte heißt „A Real Fine Mess“. Schöner Schlamassel. Dass Shawn Hall und Matthew Rogers ganz tief in einem ebensolchen steckt, ist nicht zu glauben. Im Gegenteil, der Harpunier und der Axtmörder sind - um im Bild zu bleiben - ein ganz großer Fang. Ahoi!

Konzert: Am Dienstag, 19. April, um 19 Uhr im Privatclub in Berlin-Kreuzberg.

Von Ralf Thürsam

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