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Kultur Eva Padberg – das Model und die Musik
Nachrichten Kultur Eva Padberg – das Model und die Musik
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14:23 04.03.2017
Niklas Worgt und Eva Padberg. Quelle: foto: agentur
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Prenzlau

Nachts sehe man hinten, ganz hinten ein Windrad mit einem kleinen Licht, als Warnung, damit die Flugzeuge nicht in die Flügel stürzen – und diese Lampe kurz vom Horizont gebe ihr Orientierung, sagt Eva Padberg. Weil sonst alles dunkel sei, und auch die Hunde meist schon schlafen, Bärbel, zehn Jahre, und Hilde, 14 Jahre.

Das Model Eva Padberg (37) zählt mit Heidi Klum und Claudia Schiffer zu den ganz großen der Zunft in Deutschland. Sie spricht von der Uckermark wie von dem Sehnsuchtsort, den man wohl braucht, wenn man sonst nur von Rom nach Rio und New York fliegt, wo der Laufsteg immer einen klaren Weg vorgibt. In der Uckermark, nördlich von Prenzlauer, wo sie sich vor vier Jahren einen Hof gekauft hat und jetzt im renovierten Schafstall lebt, gibt es wirklich Weite. Und hinten, für alle Fälle, das kleine Licht am Windrad.

Das erste Album erschien 2005

Das Elektro-Duo Eva Padberg und Niklas Worgt nennt sich Dapayk & Padberg, ihr Debüt haben sie 2005 aufgenommen. Nach dem eher düster-beklemmenden Album „Smoke“ (2013) schlagen die beiden auf der neuen Platte „Harbour“ wesentlich positivere Pfade ein.

Eva Padberg hat als Model Karriere gemacht, sie lief weltweit auf Modenschauen für Ralph Lauren und Calvin Klein. Die Leser der Zeitschrift FHM wählten Padberg 2005 zur „Sexiest Woman Of The World“.

Harbour“, das aktuelle Album von Dapayk & Padberg, ist bei Fenou/Alive erschienen.

Ob sie im Dorf erkannt wird? „Es gibt kein Dorf“, sagt sie, „wir wohnen vor freiem Feld, keine Nachbarn, nichts.“ Sie lächelt, nicht dieses Model-Lächeln, das für die Kamera poliert wird. Es ist ein Uckermark-Lächeln. Wenn sie an den Hof denkt, wirkt sie entspannt. Auch wenn sie gerade eine Autostunde von dem Hof entfernt sitzt, in Berlin, wo sie mit ihrem Mann Niklas Worgt, den sie schon aus Schülerzeiten aus ihrem Dorf in Thüringen kennt, ihre neue Platte bewirbt. Eva Padberg singt. Sie haucht. Ihr Mann spielt minimalen Techno, eine runtergestripte Spielart jener Bässe, die man sich sonst in richtungslosen Nächten um die Ohren haut. Wenn Eva Padberg auf die feinen, dunklen Bässe ihre Stimme legt, fühlt sich das an, als würde sie die Lieder streicheln.

Eine kleine Portion Sex liegt in der Stimme. Was auch daran liegen kann, dass das Paar Padberg/Worgt die Songs in der französischen Provence schreibt. Dort gehört ein Hauch von Ungehörigkeit zum guten Ton.„Wir fahren jedes Jahr dorthin, wie ein Rentnerpaar“, sagt sie. Ihr Lachen ist leise.

„Harbour“ – Kurzkritik zum neuen Album

Für den Laufsteg taugen die neuen Ambient-Tracks nicht, die Topmodel Eva Padberg für das neue Album mit ihrem Mann, dem umtriebigen House-Produzenten Niklas Worgt alias Dapayk, eingesungen hat. Feine Melodiebögen sprießen aus dem organischen Instrumentenboden: Perfekt, um den Frühling herbeizuträumen. mr

Die Lieder nehmen letztlich Form an in der Uckermark. „Die aktuelle Platte ist viel positiver als die letzte“, sagt Worgt, ein Mann mit Vollbart und bunten Turnschuhen, „das letzte Album haben wir in Schottland aufgenommen“. Tatsächlich klingt es, als wenn nur doch der Whisky Hoffnung gebe. Auf den Pressebildern schaut Worgt grimmig, im echten Leben aber ist er eine gute Seele, der viel lacht und schließlich fragt: „Willst du was trinken?“ Eva Padberg kocht einen Kräutertee. Lila Pullover, Schuhe mit moderatem Absatz. Fast wirkt sie bodenständig. So könnte sie auch Rasen mähen in der Uckermark.

Niklas Worgt hat die Maschinerie fürs Abmischen der Songs im Kofferraum. 45 Kilo schwer. „Es ist ein Modularsystem“ sagt er. „Klingt nach Raumfahrt – sieht auch so aus“, grinst Eva Padberg. Ihr Lachen wird nun lauter.

Paar geht lieber essen, als in Clubs

Sie haben eine Wohnung in Berlin, „aber ich wollte wieder raus aufs Land, wenigstens von Zeit zu Zeit“, erzählt Padberg. Sie dachte an einen Schrebergarten in der Stadt. „Nein, keine halben Sachen“, hat sie entschieden. Und mit ihrem Mann den Hof gefunden. Dort, wo das Land noch eine Dimension von Einsamkeit und Selbstversorgung hat. Gerade preist sie den fruchtbaren Boden der Uckermark, doch räumt ein: „Meine Tomaten wachsen auf dem Balkon in Berlin besser als auf dem Hof.“ Großes Rätselraten. „Das muss am Karma liegen.“ So jedenfalls beschließt es das Musikerpaar, weil das verblasste Schulwissen der Biologie zu keinem anderen Schluss mehr führt. Aber im Hof bei Prenzlau gedeihen Salat, Bohnen, Johannisbeeren, Schnittlauch.

Das Cover der aktuellen Platte von „Dapayk & Padberg“ Quelle: Label

„Wir gehen kaum noch in Clubs“, räumt Niklas Worgt ein. „Lieber entspannt essengehen.“ Nun lacht auch er, denn er hat sich einen Namen als DJ gemacht, schon früh, als er noch zu Hause wohnte: „Die Eltern haben Techno gehasst, gerade darum fand ich es so großartig.“ Und nun ist er ein DJ, der nur beruflich abends in die Clubs geht, privat aber die Ruhe schätzt.

Aufnahmen auf dem Acker

Ganz ruhig ist es selbst in der Uckermark nicht. „Wir machen Fieldrecordings“, erzählt Eva Padberg, sie nimmt das englische Wort. Englisch, die Amtssprache, wenn man die Welt endlos bereist hat. Fieldrecordings, das will sagen: Aufnahmen auf dem Acker. „Ich bin aufgewacht und habe sehr früh am Morgen die Vögel gehört. Und einen Sommerregen“, erinnert sich Niklas Worgt. Das hat er festgehalten. Und auf die Platte gepackt.

Sie haben jetzt einen Turm mit Antenne in der Nähe, sind so gesehen nicht mehr isoliert, sondern können Netflix gucken. Machen sie aber nicht so oft. Der Blick nach draußen hat mehr zu bieten. Dann sitzen sie traut beisammen, bis Eva Padberg alleine ins Nebenzimmer verschwindet. Zugegeben, kommt selten vor. Mal wieder den Mix aus den 90ern hören. Deee-Lites „Groove Is In The Heart“. Die einzige Musik, die dieses Paar trennt. Wenn Eva die komponierten Lieder ihres Mannes wieder mit der Stimme streichelt, herrscht Harmonie. Bis zum Horizont. Bis da hinten, wo das Licht am Windrad brennt.

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Von Lars Grote

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