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Kultur „Fake News“ und „atmender Deckel“ sind im Rennen
Nachrichten Kultur „Fake News“ und „atmender Deckel“ sind im Rennen
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13:30 25.12.2017
Quelle: dpa
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Darmstadt

Begriffe wie „Fake News“ und „atmender Deckel“ haben Chancen, „Unwort des Jahres 2017“ zu werden. Das teilte eine Sprecherin der sprachkritischen Jury in Darmstadt auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur mit.

Der Begriff „Fake News“ bezieht sich auf vorgetäuschte oder falsche Nachrichten und wurde unter anderem von US-Präsident Donald Trump häufiger verwendet. „Atmender Deckel“ stammt aus der Diskussion über die Begrenzung der Flüchtlingszahlen. Das „Unwort des Jahres“ soll am 16. Januar 2018 in Darmstadt bekanntgegeben werden. Für 2016 war der Begriff „Volksverräter“ gewählt worden.

Das „Wort des Jahres 2017“ steht schon fest. Die Gesellschaft für deutsche Sprache (GfdS) in Wiesbaden entschied sich am 8. Dezember für „Jamaika-Aus“ - der Begriff steht für das Ende der Gespräche über eine Regierungsbildung zwischen CDU, CSU, Grünen und FDP.

Bis zum 31. Dezember können weitere Vorschläge eingereicht werden

Für das „Unwort des Jahres“ sind bis kurz vor Weihnachten rund 780 Vorschläge eingegangen, davon fast 500 unterschiedliche Ausdrücke. Zu den häufig genannten Begriffen zählen nicht nur „Fake News“ (12 Mal) und „atmender Deckel“ (11 Mal), sondern auch „alternative Fakten“ (56 Mal) sowie „Bio-Deutsche“ (10 Mal) und „Softwareupdate“ (9 Mal). Für die Jury ist aber nicht entscheidend, wie häufig ein Begriff vorgeschlagen wurde.

Die Gießener Ärztin Kristina Hänel, die vor kurzem wegen unerlaubter Werbung für Schwangerschaftsabbrüche zu einer Geldstrafe verurteilt wurde, schlug den Begriff „Babycaust“ als „Unwort des Jahres“ vor. Sie werde auf einer Internetseite desselben Namens „diffamiert, verleumdet und angeprangert“, teilte sie über ihr Unterstützungskomitee mit. Der Begriff „Babycaust“ sei wegen seiner Ähnlichkeit zum Begriff „Holocaust“, der für den Massenmord der Nazis an den Juden steht, „verschleiernd und irreführend“.

Vorschläge für das „Unwort“ können noch bis zum 31. Dezember 2017 an die Mail-Adresse vorschlaege@unwortdesjahres.net geschickt werden. Gesucht werden Begriffe, die gegen das Prinzip der Menschenwürde“ und „Prinzipien der Demokratie“ verstoßen, weil sie „einzelne gesellschaftliche Gruppen diskriminieren“ oder „euphemistisch, verschleiernd oder gar irreführend“ sind. Die Aktion „Unwort des Jahres“ wurde 1991 ins Leben gerufen.

Von RND/dpa

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