Menü
Märkische Allgemeine | Ihre Zeitung aus Brandenburg
Anmelden
Kultur „#Female Pleasure“: Aufschrei der Frauen
Nachrichten Kultur „#Female Pleasure“: Aufschrei der Frauen
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
16:00 06.11.2018
Heraus aus der Opferrolle: Leyla Hussein aus Somalia wurde als Kind in ihrem muslimischen Dorf genital verstümmelt. Hier spricht sie. Quelle: Foto: X-Verleih
Hannover

In Japan gilt eine Frau als „gut im Bett“, wenn sie sich wenig bewegt. Orgiastisches Stöhnen gilt als unanständig. Das lässt schon ahnen: Hier geht es weniger um weiblich ausgelebte Lust als um die Unterdrückung selbiger.

Fünf Frauen erzählen von einem Leben aus Zwängen und Missbrauch

In dem aufrüttelnden Dokumentarfilm „#Female Pleasure“ erzählen fünf Frauen aus fünf Kulturen ihre Geschichte. Sie tragen schwarzen Hijab, sind in Nonnentracht oder auch bunt gekleidet. Ihre Geschichten sind sehr verschieden: Deborah Feldmann ließ mit ihrem Sohn die Zwänge des orthodoxen Judentums in New York hinter sich. Die somalische Aktivistin Leyla Hussein wurde als Siebenjährige in ihrem muslimischen Dorf genital verstümmelt. Und die provokative Künstlerin Rokudenashiko muss im buddhistischen Japan mit einer Strafe rechnen, weil sie ihre Vagina im 3D-Drucker öffentlich präsentierte.

Dann wäre da noch die Inderin Vithika Yadav aus einer hinduistischen Familie, die schon als Kind sexuelle Belästigung als männlichen Sport erlebte und später eine Sexualaufklärungsplattform gründete. Die katholische Doris Wagner aus Bayern schließlich litt als Nonne im Kloster unter sexuellem Missbrauch und kämpft gegen die katholische Doppelmoral.

Weibliche Selbstbestimmung wird durch Religion dämonisiert

Die Parallelen zwischen Weltreligionen und Weltkulturen sind erschreckend. Religion ist nicht per se an der Unterdrückung schuld, dient aber zum Erhalt männlicher Macht und als Mittel, weibliche Selbstbestimmung zu dämonisieren. Die erschütternden Gespräche machen klar, wie schwer es ist, sich gegen männliche Übermacht zu wehren.

In Indien findet, statistisch gesehen, alle 20 Minuten eine Vergewaltigung statt. In Afrika werden mit Rasierklingen Klitoris und Schamlippen entfernt, damit Frauen nie sexuelle Erfüllung finden. In diesen Ländern über Sex zu sprechen, ist ein Tabu, Aufklärung nicht möglich.

Als Gegensatz dazu steht die offensive Anpreisung des weiblichen Körpers im Westen. Dieser Film ist ein Aufschrei – und zugleich ein Weckruf. Den fünf Frauen gebührt Respekt für ihren Mut.

Von Margret Köhler / RND

Kultur 28. Filmfestival Cottbus - Das sind unsere Filmtipps für Cottbus

In Cottbus beginnt am 6. November das Festival des osteuropäischen Films. Mit 220 Filmen ist die Auswahl größer denn je. Die MAZ hat einige Empfehlungen zusammengestellt.

07.11.2018

Sie drehen und wenden den Blues, dass es eine wahre Freude ist: die Mojo Makers aus Kopenhagen. Jenes grundlegende Genre, dem der Rock ’n’ Roll so ziemlich alles verdankt. Dirtmusic haben sich dagegen von ihren Erkundungen mit Tamikrest aus Mali verabschiedet. Ihre jüngste Reise führte sie in die Türkei.

06.11.2018

Er ist bekannt für seine schrägen, originellen und bildstarken Filme wie „Grand Budapest Hotel“. Jetzt hat Filmemacher Wes Anderson eine Ausstellung in Wien kuratiert. Und die ist erwartungsgemäß äußerst speziell.

06.11.2018