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Kultur „Halaleluja“ – Muslimisch schlachten in Irland
Nachrichten Kultur „Halaleluja“ – Muslimisch schlachten in Irland
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06:02 20.06.2018
Erstmal eine Runde surfen: Raghdan (Nikesh Patel, l.) und seine neuen Freunde. Quelle: Foto: Koch Media
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Hannover

„Wir machen halal“, erzählte eine Pub-Bekanntschaft dem Regisseur Conor McDermottroe in dessen Heimatstadt im irischen Sligo. McDermottroe sah seinem Gegenüber an, dass dieser keine Ahnung hatte, von was er überhaupt sprach. Der Mann war einfach froh, wieder einen Job im neu eröffneten Schlachthof gefunden zu haben. Alles andere war ihm egal.

Ein Junger Moslem auf der Flucht vor einer Zwangsheirat

In dieser Begegnung sah der Regisseur echtes Kinopotenzial: Er entwickelte eine deftige Komödie, die in eben jenem Städtchen an der westirischen Küste spielt. Sie handelt von der skurrilen Verbindung von Heimatgefühl und Multikulti sowie gelebter Integration – und knüpft daran genauso Komplikationen wie Hoffnungen.

Der junge Moslem Ragdan (Nikesh Patel) mit indischen Wurzeln ist in die englische Provinz geflohen, um einer arrangierten Heirat zu entkommen. Er wohnt beim verklemmt-indischen Onkel, findet schnell Freunde, geht mit seinen Kumpel surfen und lässt es nach ein paar Bier ordentlich krachen. In der hübschen Irin Maeve (Sarah Bolger) findet er noch dazu die große Liebe.

Doch auf der Feier zu seinem 21. Geburtstag gibt’s erst Stress mit der Freundin, und dann steht auch noch Vater Amir (Art Malik) vor der Tür mit einem ganz speziellen Geburtstagsgeschenk. Er hat den alten Schlachthof gekauft, in dem der Sohnemann von nun an mit dem Papa die Produktion von Halal-Fleisch starten soll, bei dem die Tiere nach religiösen Regeln mit einem speziellen Messer und mit einem einzigen Schnitt getötet werden. Als Geschäftsführer hat er sich ausgerechnet Martin Logan (Colm Meaney) ausgeguckt, und das ist natürlich Maeves Daddy.

Der angereiste muslimische Schlachter ist ein rothaariger Ire

Erst einmal holpert es heftig. Die schnell eingestellten einheimischen Kräfte können wenig mit muslimischen Ritualen anfangen – auch wenn der angereiste muslimische Schlachter sich als rothaariger Ire entpuppt. Trotz aller Unterschiede geht es hier nicht um richtig oder falsch, gut oder schlecht. Geschäftsleute suchen vielmehr in harten Diskussionen und Streitereien nach einer Lösung.

Vater-Sohn-Konflikt, Beziehungs- und Identitätsprobleme, Arbeitslosigkeit, kulturelle Missverständnisse: Das alles wird leicht und augenzwinkernd in dieser Culture-Clash-Komödie präsentiert – und mit einem wirklich überraschenden Happy End. Vielleicht produziert der Regisseur etwas zu viel Harmonie bei seinem Blick durch die rosarote Brille. Aber wer kann schon irischem Humor und liebenswerter Dickköpfigkeit widerstehen?

Von Margret Köhler / RND

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