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Filme aus Brandenburg sind Publikumslieblinge

Filmland Brandenburg Filme aus Brandenburg sind Publikumslieblinge

Die Filmbranche der Region Berlin-Brandenburg boomt: Das Medienboard vergibt 2017 rund 26 Millionen Euro an 249 Kino- und Serien-Projekte. Film ist ein wichtiger Wirtschaftsfaktor für die Region. Und auch bei den Oscars hat das Medienboard ein Wörtchen mitzureden.

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Auch Florian Lukas hat in der Region gedreht. Hier zu sehen in einer Szene aus „Das schweigende Klassenzimmer“.

Quelle: Julia Terjung

Potsdam. „Berlin und Brandenburg haben nie drehfrei,“ freut sich Medienboard-Geschäftsführerin Kirsten Niehuus. An rund 5000 Drehtagen entstanden im vergangenen Jahr in der Region Filme wie Andreas Dresens „Gundermann“, Til Schweigers „Klassentreffen“ und Bully Herbigs DDR-Fluchtthriller „Ballon“. Die in Potsdam ansässige Förderinstitution vergab knapp 26  Millionen Euro an 249 Projekte. Im Schnitt löste jeder Euro Filmförderung etwa das 4,4-Fache an Investitionen in der Region aus und führte zu Ausgaben in Höhe von 115,1 Millionen Euro. „Film ist ein aus Berlin und Brandenburg nicht mehr wegzudenkender Wirtschaftsfaktor, an dem mindestens 50.000 Arbeitsplätze hängen“, erklärt Niehuus.

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Die Filmbranche der Region Berlin-Brandenburg boomt: Das Medienboard vergibt 2017 rund 26 Millionen Euro an 249 Kino- und Serien-Projekte. Film ist ein wichtiger Wirtschaftsfaktor für die Region. In der Bilderstrecke zeigen wir, welche Filme und Serien in Brandenburg gedreht wurden.

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Filme „Made in Berlin-Brandenburg“ stehen auch beim Publikum hoch im Kurs und sorgten 2017 für Millionenumsätze an den Kinokassen. 16 Millionen Zuschauer haben Tickets für Medienboard-geförderte Filme gekauft, das sind zwei Drittel aller Besucher deutscher Filme insgesamt. Außerdem kommen mit „Fack ju Göhte 3“, „Bibi und Tina 4“ sowie „4 gegen die Bank“ die erfolgreichsten Filme der Saison aus der Region. In diesem Jahr freuen sich Gruselfans auf den in Grabowsee bei Oranienburg gedrehten Horrorfilm „Heilstätten“, der am 22. Februar ins Kino kommt, und auf das Weltkriegsdrama „Der Hauptmann“, der ab 15. März auf der großen Leinwand zu sehen ist. Und auch für Serienfans gibt es Nachschub: In „Acht Tage“ (auf Sky) wird ums Überleben der Menschheit gekämpft. In „Deutschland 86“ (Amazon) ist Jonas May als DDR-Spion zu beobachten.

„In Brandenburg hat sich viel getan, es wird immer mehr gedreht“, sagt Kirsten Niehuus. Diese Drehorte könne man wunderbar touristisch vermarkten. „Auf den Spuren von ‚Bibi und Tina‘ am Elbestrand in Wittenberge würde doch Leute in die Region locken.“ In dieser Hinsicht wünscht sich Niehuus mehr Engagement. Und das gilt außerdem auch für die neue Bundesregierung. „Damit weiter so erfolgreiche Filme und Serien aus Berlin und Brandenburg um die Welt gehen können, benötigen wir dringend ein verlässliches konkurrenzfähiges Fördermodell auf Bundesebene.“ Deutschland dürfe nicht abgehängt werden, so die Medienboard-Chefin. „Schließlich soll unsere Region nicht in Budapest nachgestellt werden.“

Zwei Medienboard-geförderte, internationale Koproduktionen sind im Rennen um den Auslands-Oscar: Cannes-Palmen-Gewinner „The Square“ und Berlinale-Silber-Bär-Sieger „Una Mujer Fantástica“. Die Oscars werden am 4. März vergeben.

Aktuell fördert das Medienboard folgende Projekte: „Honey in the Head“ – Til Schweigers Remake seines Honig-im-Kopf-Hits für Hollywood, mit Nick Nolte in der Hauptrolle.

Die Agentenserie „Counterpart“ mit Oscar-Preisträger J.K. Simmons bekommt eine zweite Staffel. Und zum Bauhaus-Jubiläum 2019 inszeniert Lars Kraume die sechsteilige Serie „Eine Frau am Bauhaus“ mit Anna Maria Mühe.

Oscar-Preisträgerin Caroline Link verfilmt den Jugendbuchbestseller „Als Hitler das rosa Kaninchen stahl“.

Robert Thalheim (43) legt den Kinder-Krimi-Klassiker „TKKG“ neu auf.

Auch auf die seit Monaten andauernde Sexismus-Debatte unter dem Stichwort #MeToo reagiert das Medienboard und will sich gegen Diskriminierung und sexuelle Gewalt in der Filmbranche einsetzen. „Wir stehen hinter dem #Nobodysdoll-Aufruf von Schauspielerin und Drehbuchautorin Anna Brüggemann, der sich dagegen wehrt, dass SchauspielerInnen zu Pin-ups auf dem roten Teppich degradiert werden.“ Künftig sind außerdem die Kosten für die sogenannte Harassment-Beauftragte, einer Vertrauensperson, der Übergriffe, Diskriminierungen und Belästigungen gemeldet werden können, förderfähig. Produktionsfirmen können sie als Herstellungskosten in Förderanträgen angeben. Außerdem werden filmschaffende Eltern unterstützt: Für Kinderbetreuungskosten am Set stehen in Zukunft Mittel bereit.

Bei der bevorstehenden Berlinale ist das Medienboard mit 15 geförderten Filmen im Hauptprogramm vertreten, drei davon gehen ins Bären-Rennen: Christian Petzolds Romanverfilmung „Transit“, Thomas Stubers Love-Story „In den Gängen“ und „Isle of Dogs – Ataris Reise“ von Oscar-Preisträger Wes Anderson. An den Modellbauten für diesen Animationsfilm war der Berliner Simon Weisse beteiligt, der regelmäßig für Studio-Babelsberg-Produktionen arbeitet.

Im Berlinale Special zeigt Lars Kraume das DDR-Widerstandsdrama „Das schweigende Klassenzimmer“, das im Studio Babelsberg gedreht wurde.

Von Claudia Palma

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