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Kultur Filmschaffende aus der Region auf Lola-Kurs
Nachrichten Kultur Filmschaffende aus der Region auf Lola-Kurs
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00:18 18.04.2016
Lola-Kandidat: der Regisseur David Wnendt. Quelle: Foto: AFP
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Berlin

Die Kulturstaatsministerin Monika Grütters (CDU) zeigte sich gestern bei der Bekanntgabe der Nominierungen für den 66. Deutschen Filmpreis noch ganz euphorisch von dem Ruf aus Cannes: Mit Maren Ades „Toni Erdmann“ hat es schließlich endlich wieder ein deutscher Film in den Wettbewerb an der Croisette geschafft.

Eine schöne Nachricht, die aber wenig über den Zustand des deutschen Films aussagt. Rund 200 Filme entstehen jährlich hierzulande, die meisten verschwinden aber rasch wieder aus den Kinos. Was sich hält ist, vor allem Mittelmaß, wie auf der Nominierungsliste des mit drei Millionen Euro höchst dotierten Kulturpreises hierzulande zu sehen ist. So geht der politisch zwar relevante, aber von Lars Kraume konventionell erzählte Politthriller „Der Staat gegen Fritz Bauer“ mit insgesamt neun Nominierungen als Favorit ins Rennen um die Lola. Auch die Darsteller des Films, Burghart Klaußner und Ronald Zehrfeld, sind nominiert. Kraume erzählt die Geschichte des früheren hessischen Generalstaatsanwalts, der gegen Widerstände in der Justiz maßgeblich die Frankfurter Auschwitzprozesse durchsetzte.

Freuen kann sich der Absolvent der Babelsberger Filmhochschule David Wnendt, dessen bösartige Satire „Er ist wieder da“, in der Adolf Hitler 70 Jahre nach seinem Tod Deutschland zurückerobern will, fünf Mal nominiert wurde, darunter in der Königskategorie „Bester Film“ und „Beste Regie“. Tom Tykwers Bestsellerverfilmung „Ein Hologramm für den König“ mit Hollywoodstar Tom Hanks, die der Babelsberger Stefan Arndt produziert hat, erhielt drei Nominierungen und ist ebenfalls im Rennen um die Goldene Lola für den besten Film. Außerdem können sich in dieser Kategorie noch Doris Dörries „Grüße aus Fukushima“, Thomas Stubers „Herbert“ mit Peter Kurth als an ALS erkranktem Ex-Boxer sowie das Drama „4 Könige“ von Theresa von Eltz Hoffnungen machen.

Bereits die Nominierungen haben sich für die Filmschaffenden gelohnt – für die sechs nominierten Spielfilme gibt es je 250 000 Euro. Wichtiges Startkapital für Produzenten, die nicht unbedingt auf Kassentauglichkeit setzen müssen. Denn dafür sind die Lolas gedacht, um Mutiges, künstlerisch Herausragendes zu fördern. Aber seit die rund 1700 Mitglieder der Deutschen Filmakademie, also die Branche selbst, über die Preise in 16 Kategorien entscheidet, kommt man oft über den kleinsten gemeinsamen Nenner nicht heraus.

Wie auch immer. Das Medienboard Berlin-Brandenburg jubelte gestern über 27 Nominierungen ihrer geförderten Filme. Und dass Dominik Grafs von Studio Babelsberg koproduzierte Doku „Was heißt hier Ende“ über den verstorbenen Filmkritiker Michael Althen Chancen auf eine Lola hat, ist eine schöne Geste. Der Deutsche Filmpreis wird am 27. Mai in Berlin im Palais am Funkturm verliehen.

Von Claudia Palma

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