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Kultur Wildwest und Stuntshows: Mit Gojko Mitic in die neue Saison im Filmpark Babelsberg
Nachrichten Kultur Wildwest und Stuntshows: Mit Gojko Mitic in die neue Saison im Filmpark Babelsberg
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19:37 14.04.2019
Gojko Mitic beid er Premiere der Westernshow „Tierisch verdreht" im Filmpark Babelsberg. Quelle: dpa
Potsdam

Nach ihm wurde ein Asteroid benannt und er hat nicht nur zwölf Indianerfilme gedreht, sondern auch noch in zahlreichen anderen Streifen mitgespielt – doch zur Saisoneröffnung des Filmparks Babelsberg kam Gojko Mitic genau dorthin zurück, wo alles begonnen hatte.

„Hier an dieser Stelle sollte ich vor 53 Jahren beim Dreh zu ‚Söhne der großen Bärin‘ das kleine Bärchen hochnehmen“, erzählte der beliebte Schauspieler dem Publikum, das am Samstag zur Premiere der neuen Westernshow in den Babelsberger Freizeitpark gekommen war, „ich konnte gerade noch den Kopf zur Seite drehen, als es zuschlug.“ Der Bär erwischte nur die Perücke. „Sonst hätte ich jetzt die Narben hier über das Gesicht.“

Saisoneröffnung mit dem „Defa-Indianer“ Gojko Mitic, einer klamaukigen Cowboy-Show und einer wilden Loren-Fahrt durch eine Goldmine in Potsdam-Babelsberg

Es sollte Mitic erfolgreichster Film werden, der vierterfolgreichste Film in DDR-Kinos überhaupt. „Zehn Millionen Zuschauer hat er erreicht“, erinnert sich der 78-Jährige. Selbst Staatschef Walter Ulbricht habe ihn angeschaut, so Mitic, um herauszufinden, warum so viele Menschen dafür in die Kinos strömten. In vielen Filmen und Serien hat er danach mitgespielt – aktuell in einem Film in Russland. Doch eines bedauert er: „Ich wollte so gern noch einen Indianerfilm spielen, mit etwas mehr Tiefgang. Die Indianer haben uns viel zu sagen. Wir sind im Begriff, unseren Lebensraum zu zerstören, und wir können noch viel von ihnen lernen.“

Westernshow ersetzt das Musketier-Spektakel

Nun stand er wieder in einer Westernkulisse – doch völlig ohne Indianer. Die 30-minütige klamaukige Show „Tierisch verdreht“ löst das Mantel-und-Degen-Spektakel „3 Musketiere“ ab und setzt auf Klischees aus Cowboy-Streifen: ein unsympathischer Sheriff, ein entflohener Häftling, ein einbeiniger und nicht ganz nüchterner Südstaaten-Offizier und Romantik – dazu Pyrotechnik, Stunts und sogar Big Foot.

Lustiges Treiben in der Westernshow „Tierisch verdreht“ im Filmpark Babelsberg. Quelle: Settnik/dpa

Nicht fehlen dürfen die dressierten Tiere der Filmtierschule Harsch. Als Tiere treten zwei Ponys, vier Tauben, eine weiße Ratte, zwei Hühner, eine Ziege und die Hunde Jimmy und Lucy auf – vor allem letztere wurde nach der Erstaufführung als geheimer Star der Show gehandelt.

„Es ist ein bunter Mix“, sagt Regisseur René Schobeß, „aber je mehr Zutaten es gibt, umso mehr kann man auch versauen. Man muss eben schauen, dass es noch Sinn ergibt – und das tut es auch mehr oder weniger.“ Das Publikum wird zweimal einbezogen, erlebt eine chaotische Schlägerei, die an Slapstick-Filme erinnert, und erfährt, wie Big Foot an Nachwuchs kommt.

Romantik und Stunts in der Westernshow. Quelle: Varvara Smirnova

Schobeß erklärt, wie Tiere und Stunts zu einer Show zusammengeführt werden, was neue Möglichkeiten und auch eine neue Art der Unterhaltung eröffnet, die so im Filmpark noch nicht zu sehen gewesen sei. Die Premiere sei ohne Pannen verlaufen. „Und wenn da welche waren, hätte ich es nicht verraten“, sagt Schobeß.

Im 4D-Kino durch die Goldmine rasen

Der neue Westerngrill „Hudson Bay“ komplettiert nun das Ambiente der Westernstraße und auch im 4D-Actionkino wartet mit „Canyon Coaster“ ein Wild-West-Abenteuer auf die Besucher: In beweglichen Kinositzen haben die Zuschauer das Gefühl, in einer Lore auf einer achterbahnartigen Tour durch zerklüftete Bergwelten und unterirdische Goldminen zu rasen.

Nach der Saisoneröffnung stehen schon die nächsten Aktionstage im Filmpark an: An den Osterfeiertagen, 21. und 22. April, steht das Begleit-Programm ganz unter dem Motto „Bunnywood“. Filmparkmaskottchen Flimmy und seine Freunde eröffnen das Osterfest mit einer Parade, quirlige Osterhasen laden in die Hasenschule ein und zeigen, wie man Ostereier zum Strahlen bringt oder mit dem Igel um die Wette läuft. Sogar die Stuntshow wird an diesen Tagen vom Osterhasen moderiert.

Walpurgisnacht im Filmpark

Nur etwas mehr als eine Woche danach wird zur Walpurgisnacht eingeladen (30. April, 15 bis 21.30 Uhr). Elfen, Faune und Fabelwesen, Hexen, Magier, Dämonen und die Bewohner von Mittelerde verzaubern die Besucher und entführen sie ins Reich der Fantasie, verspricht der Filmpark.

Wer Hexenbesen basteln möchte, kann es dort ausprobieren, auch Harrys magische Zauberschule öffnet ihre Pforten, an einer Ritterschlag-Zeremonie kann man teilnehmen oder eine Hochzeit für eine Nacht ausprobieren. Wem das nicht genügt, der kann sich an den Flammenspielen des zehn Meter großen feuerspeienden Drachen Braxchiläus Rammdorn erfreuen. Die Filmpark-Gastronomie bietet Hexeneintopf, Stockbrot, Maibowle und Met.

Im Kalender für dieser Jahr sind außerdem monatliche Autogrammstunden mit Schauspielern aus der Soap „Gute Zeiten, schlechte Zeiten“ vorgesehen, aber auch das zweitägige Märchenhafte Kinderfest, der 60. Geburtstag des Sandmanns sowie eine Wintereisbahn in der Caligari-Halle.

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Täglich geöffnet

Der Filmpark Babelsberg grenzt direkt ans Filmstudio-Gelände an und befindet sich an der Großbeerenstraße. Kostenpflichtige Besucher-Parkplätze sind vorhanden.

Geöffnet ist der Filmpark in der Regel ab 10 Uhr, in manchen Wochen früher. Er schließt um 18 Uhr. Die Zeiten weichen bei Sonderprogrammen ab.

Eine Attraktion sind in jedem Jahr die Horrornächte. Acht dieser Gruselaktionen sind geplant: am 5., 12., 18., 19., 25. und 26. Oktober sowie 1. und 2. November.

Wer selbst als Monster auftreten will, kann sich casten lassen. Die Termine dafür sind 19. Mai, 6. August und 2. September.

Am 31. Oktober finden Kinderhalloween sowie die Horrornacht Kids statt.

An jedem letzten Sonntag im Monat gibt es eine GZSZ-Autogrammstunde.

Ab diesem Jahr kostet die Familienkarte an Sonntagen für zwei Erwachsene und bis zu drei Kinder bis zu 16 Jahren 49 Euro (Super-Familien-Sonntag).

Nähere Informationen: www.filmpark-babelsberg.de oder info@filmpark.de

Von Konstanze Kobel-Höller

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