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14:54 10.02.2016
Mikke Rasch träumt in einer Szene des Films „Wir sind die Flut“. Quelle: Simon Vu
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Potsdam

Vor 15 Jahren ist vor der Küste von Windholm das Meer verschwunden und mit ihm alle Kinder des Ortes. Zwei junge Physiker machen sich auf, das geheimnisvolle Phänomen zu untersuchen. „Wir sind die Flut“, eine Koproduktion der Filmhochschule Babelsberg und Ludwigsburg, läuft in der Perspektive Deutsches Kino.

Herr Hilger, was war die Initialzündung für „Wir sind die Flut“?

Sebastian Hilger: Den Film habe ich gemeinsam mit der Autorin Nadine Gottmann entwickelt. Am Anfang war da nur ein Bild: das verschwundene Meer. Dieses Bild hat uns nicht losgelassen. Die Frage war, wie wir dieses Bild in eine erzählbare Form gießen. Uns hat interessiert, was passiert, wenn das Meer plötzlich stehen bleibt, jenseits der natürlichen Gesetzmäßigkeiten.

Der Ort Windholm wird im Film als trostlos und erstarrt gezeigt. Weil dort die Kinder fehlen?

Hilger: Der Gedanke dabei war: Hier ist die Zeit stehen geblieben. Das Leben tritt seit 15 Jahren auf der Stelle. Dabei ist es keine realistische Darstellung einer Gesellschaft ohne Kinder, sondern der Versuch, diese Erstarrung auf emotionaler Ebene greifbar zu machen.

Diese Starre wird am Schluss aufgelöst. Was finden die Protagonisten am Ende – ein sorgenfreies Leben außerhalb der Zeit?

Hilger: Der Film lässt das offen. Auf dem Meer, in diesem zeitlosen Raum, findet eine Art Utopie statt. Man kann hier Kind bleiben und sich ganz seinem Eskapismus hingeben. Dort draußen wird man aber auch von all den Dingen verschont, die das Leben eigentlich ausmachen. Micha, die Hauptfigur, tritt nach einem kurzen Ausflug in diese utopische Kapsel wieder in sein normales Leben ein.

Der Film legt sehr viel Wert auf die visuelle Ebene – der graue Himmel am Strand, die überwucherten Gebäude im Dorf: Das sind starke Eindrücke.

Hilger: Das Visuelle muss dabei helfen, die Zuschauer in eine andere Welt mitzunehmen. Hier wird ein fantastischer Raum aufgebaut, und auf den muss man sich einlassen können. Dabei beginnt der Film relativ normal und wird dann immer surrealer, was sich auch in der Tonspur und der Musik widerspiegelt. Wir haben da viel Mühe reingesteckt und den Drehort sorgfältig ausgesucht. An der nördlichsten Spitze der nordfriesischen Insel Pellworm war es im Dezember mit Windstärke sieben schon sehr ungemütlich. Aber wir haben den großen produktionstechnischen Aufwand auf uns genommen, weil die Welt dort eben wirklich ganz anders aussieht.

An „Wir sind die Flut“ waren eine Menge Köche beteiligt. Wie hat diese Koproduktion funktioniert?

Hilger: Wir haben etwas ganz Neues auf die Beine gestellt: eine Koproduktion zwischen den Filmhochschulen Ludwigsburg und Potsdam. Normalerweise bleibt man unter sich, und wir wollten die Schulen zusammenbringen. Die eine Hälfte der Diplomanden war aus Potsdam, die andere aus Ludwigsburg. Dort pflegt man ja sehr unterschiedliche Stile. Potsdam legt eher Wert auf politische Filme und eine gewisse Erzähltiefe, während Ludwigsburg visuell anspruchsvolle Unterhaltungsqualität produziert – und wir wollten eine Synthese aus beidem. Das hat dem Film unserer Meinung nach gut getan. Der RBB hatte beratende Funktion bei der Drehbuchentwicklung und hat den Film mitfinanziert. Sie werden den Film auch im Fernsehen ausstrahlen.

Sind solche Kooperationen die Zukunft?

Hilger: Das Interesse nach Hochschul-übergreifenden Kooperationen besteht auf jeden Fall! Das könnte Schule machen. Wenn man sich den deutschen Filmmarkt anschaut, sollte man zusammenhalten, um konkurrenzfähig zu bleiben, ganz egal ob man aus München, Hamburg oder Potsdam kommt. Die Projekte werden in der Zukunft sowieso internationaler.

Von Tiziana Zugaro

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