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Finster und überwältigend

MAZ-Konzerttipp Finster und überwältigend

Obwohl Tad Doyle vor knapp 30 Jahren mit seiner Band Tad der große Durchbruch versagt blieb, gehört er zu den Stammvätern des Grunge-Rock. Den kommerziellen Erfolg sahnten andere ab. Ihre Namen sind bekannt. Unverdrossen macht Tad weiter. Brothers of the Sonic Cloth heißt seine neueste Band. Sein Debüt stellt das Trio am Mittwoch in Berlin vor.

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Bruderschaft mit Zerstörungskraft.

Quelle: Theresa Berg

Potsdam. Schallschutz jeglicher Art, den kann man abschreiben. Sofort. Denn die Brothers of The Sonic Cloth kennen ohrenkundig nur eine Regel: Die Regler ihrer Verstärker bis zum Anschlag aufdrehen. Das Trio aus Seattle geht auf seinem, lediglich den Bandnamen tragenden Debüt gnadenlos zu Werke. Einem Mann verdankt sich der Brutalo-Sound ganz besonders – Tad Doyle nämlich.

Kompromisslos, hart und raubeinig

Da war doch noch was? Genau: Steigen wir ein in die Zeitmaschine und reisen mal knapp 30 Jahre zurück. Damals gärte und brodelte es in den Untergrund-Clubs von Seattle. Rockmusik sollte nicht so bleiben, wie sie war. Also trat Tad auf den Plan, Doyle’s Band. Kompromisslos, hart und raubeinig. Tad wurden damit Geburtshelfer einer Bewegung. Bald weltweit bekannt und geliebt als Grunge-Rock. Dessen Spitzenkräfte, darunter Nirvana, Pearl Jam. Mudhoney oder Soundgarden, erfreuten sich riesiger Publikumsgunst und pflegten mehr oder minder die Nähe zu Metal, Punk oder Noise.

Physisch überwältigend

Während sich einige Formationen kommerziell gesehen auf Höhenflüge begaben, blieb Tad der große Durchbruch verwehrt. Doyle, der Patriarch, ließ sich indes auch mit seiner nächste Truppe Hog Molly nicht vom Weg abbringen - die später gegründete Bruderschaft ebenso wenig. Falls sie anfänglich (finster) raunt und Tad die Gitarren-Sounds fein aufschichtet, dann nur, um uns wenig später mit einem monströsen Bulldozer platt zu walzen. Dazu lässt Gattin Peggy Doyle den Donnerdaumen auf die Bass-Saiten hernieder fahren, während sich Drummer Dave French knochentrocken wie brachial um die Felle kümmert. Wie ein schweres Erdbeben. Zäh wie Lava eines explodierenden Vulkans. Abgründiger Doom-Metal, der nur Trümmer hinterlässt. Lautstärke, Druck und Dynamik dürfen sich zu einer erstklassigen physischen Überwältigung fügen.

Konzert: Mittwoch, 13. April, 20 Uhr, Musik & Frieden in Berlin-Kreuzberg.

Von Ralf Thürsam

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