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„First Steps“ zeichnet junge Film-Talente aus

Nachwuchspreis „First Steps“ zeichnet junge Film-Talente aus

Mit großem Tempo und schnellen Schnitten und Kampfszenen brachte Regisseur Jakob Lass das deutsche Kino in Gang, als er seinen Film „Tiger Girl“ vorstellte. Dafür wird der Absolvent der Babelsberger Filmuni nun mit einer Nominierung für den Nachwuchspreis „First Steps“ belohnt – ebenso wie seine Hauptdarstellerin Ella Rumpf.

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Maria Dragus, Jakob Lass, Ella Rumpf (v.l.) bei der Premiere zu Tiger Girl im Zoo Palast in Berlin am 20.03.2017.

Quelle: PA/obs/Constantin Film

Potsdam. Zwei junge Frauen ziehen prügelnd durch Berlin, nehmen sich, was sie wollen und nutzen dabei die Macht der Uniformen einer Security-Firma. Mit viel Tempo, schnellen Schnitten und Kampfszenen hat Jakob Lass mit seinem Film „Tiger Girl“ das deutsche Kino auf Trab gebracht. Selten hat ein Regisseur den Akt einer weiblichen Selbstermächtigung so schwungvoll und so selbstverständlich in Szene gesetzt. Dafür wird der Absolvent der Filmuniversität Babelsberg mit einer „First Steps“-Nominierung belohnt. Und auch eine seiner Protagonistinnen, die wunderbare Ella Rumpf, geht ins Rennen um den Götz-George-Nachwuchspreis, der in diesem Jahr erstmals vergeben wird.

„Tiger Girl“, an dem auch der RBB, das Medienboard und andere Institutionen beteiligt waren, ist bereits der zweite Film des 1981 in München Geborenen. Auch mit „Love Steaks“ (2013) machte er Furore, liegt ihm doch ein eigenes Regelwerk, Fogma, zugrunde, das sich einem gemeinschaftlichen, improvisierten Prozess am Set verschreibt.

Jakob Lass hätte eigentlich eine Auszeichnung mit dem „First Steps“ Award nicht unbedingt mehr nötig. Er hat sogar seinen dritten Film schon abgedreht, die Verfilmung von Tino Hanekamps Roman „So was von nah“. Der Nachwuchspreis, der 1999 als private Initiative der Filmwirtschaft von den Produzenten Bernd Eichinger und Nico Hofmann ins Leben gerufen wurde, soll Filmhochschulabsolventen fördern, ihnen ein Podium geben, um die Aufmerksamkeit auf die jungen Talente zu lenken. Denn Filme, die außerhalb des Biotops der Filmschule entstehen soll, brauchen Anschub, nicht nur in finanzieller Hinsicht.

Diese Unterstützung erhofft sich auch Lena Lemerhofer. Die 34-jährige gebürtige Wienerin hat das Drehbuch für ihren nächsten Film schon in der Schublade. Doch jetzt ist sie erstmal mit ihrem 25-Minüter „Sekundenschlaf“, mit dem sie das Regiestudium an der Filmuni Babelsberg abgeschlossen hat, nominiert. Lena Lemerhofer erzählt in dem Film von dem kleinen Mädchen Ida, das unbeschwerte Tage mit ihren Eltern am Strand verbringt. Später, auf der Heimfahrt, geschieht ein Unfall, Ida passiert nichts, doch die Eltern sind schwer verletzt und müssen ins Krankenhaus. Ida kommt zu Bekannten und versteht nicht, warum. Niemand erklärt es ihr. Sie fühlt sich von ihren Eltern im Stich gelassen.

„Es ist zum Teil meine eigene Geschichte“, erzählt Lena Lemerhofer. Es sei viel von dem, was sie als Kind damals nach dem Unfall wahrgenommen habe, hängen geblieben. „Erwachsene wollen Kinder immer schonen, dabei spüren sie genau, dass etwas los ist“. Auch die fünfjährige Ayla Siegmund, die die Ida spielt, habe ohne viele Worte gewusst, was sie vor der Kamera machen soll. „Intuitiv hat sie gespürt, was ich von ihr wollte“, so die Regisseurin. Ein Glücksfall. „Ich habe lange nach einem Mädchen gesucht, auch mit Hilfe von Agenturen.“ Aber dann habe sie Ayla Siegmund im Berliner Park am Gleisdreieck entdeckt, sich ein Herz gefasst und die Eltern angesprochen. „Sekundenschlaf“ ist durch sie ein beeindruckender Film geworden, ganz nah dran an den Gefühlen des kleinen Mädchens und damit in jedem Fall preiswürdig.

Insgesamt sind 25 Filme im Rennen, die Jurys, in denen etwa die Schauspielerin Claudia Michelsen, die Regisseurin Sonja Heiss, die Autorin Heide Schwochow sitzen, vergeben in verschiedenen Kategorien insgesamt ein Preisgeld von 112 000 Euro. Die Preise werden am Montagabend im Rahmen einer Gala im Theater des Westens in Berlin vergeben. Durch den Abend führen die Schauspieler Aylin Tezel und Jerry Hoffmann.

Von Claudia Palma

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