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Fontane-Archiv verabschiedet Hanna Delf von Wolzogen

Personalie Fontane-Archiv verabschiedet Hanna Delf von Wolzogen

„Formen ins Offene“ heißt eine dreitägige Tagung, zu der 60 Wissenschaftler nach Potsdam gekommen ist. Sie widmet sich den fragmentarischen Hinterlassenschaften von Theodor Fontane. Doch eigentlich geht es auch darum, dass sich die Leiterin des Fontane-Archivs nach 20 Jahren langsam zurückzieht.

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Hanna Delf von Wolzogen geht in den Ruhestand.

Quelle: foto: dpa

Potsdam. Im Potsdamer Pfingstberghaus geht am heutigen Samstag eine dreitägige Tagung über fragmentarische Hinterlassenschaften von Theodor Fontane (1819-1898) zu ende. Etwa 60 Forscher aus Deutschland, Österreich, den Niederlanden und den USA sind dafür eigens angereist. Schon allein das Plakat- und Flyer-Motiv ist der Rede wert, eine sinnliche wie intelligente Montage aus alten Handschriften, moderner Typografie und einem abstrakten räumlichen Gebilde. Damit könnte das veranstaltende Theodor-Fontane-Archiv jeden internationalen Design-Wettbewerb gewinnen.

Seine Leiterin, Hanna Delf von Wolzogen, feierte gestern ihren 65. Geburtstag. In den letzten 20 Jahren trug sie dafür Sorge, dass Brandenburgs großer Heimatdichter wohlbehalten im 21. Jahrhundert ankommen konnte. Das Fontane-Archiv bezog 2007 die eigens hergerichtete Villa Quandt am Neuen Garten. Die wissenschaftliche Einrichtung mit Bibliothek ist gleichzeitig auch ein optimaler Verwahrort für originale Handschriften von unschätzbarem Wert. Fontanes umfassendes literarisches und journalistisches Werk, aber auch die 67 Notizbücher, die bisher als nicht edierbar galten, wurden von der Universität Göttingen digital aufbereitet. Unter der Leitung von Hanna Delf von Wolzogen ließ sich auch der Dokumenten-Bestand durch zahlreiche spektakuläre Erwerbungen, vor allem Briefe, erweitern.

Das Fontane-Archiv mit seinen fünf festen Stellen wurde 2014 der Philosophischen Fakultät in der Universität Potsdam eingegliedert. Die Leitung wird im Frühjahr Peer Trilcke übernehmen. Mit der Tagung beginnt der Abschied von Hanna Delf von Wolzogen aus ihrem aktiven Berufsleben. Am Freitagmittag stand noch ihr Vortag „Eine gefährliche Lektüre. Fontanes Schopenhauer-Exzerpte“ auf dem Programm.

Fontane hatte Anfang der 1870er Jahre noch keine Roman begonnen, da studierte er als Sommerfrischler im thüringischen Tabarz oder als Gast im westhavelländischen Plaue die Werke des Modephilosophen, die er als „Elektrisiermaschine“ bezeichnete. Das Wort findet sich in seinen launig kommentierten Exzerpten, die Delf von Wolzogen einer Analyse unterzog. Viele Motive, Themen und Argumente werden später Fontanes Romanfiguren prägen. Doch davon handelte ihr Vortrag nicht. „Ich wollte wissen, wie Lesen und Schreiben ineinander übergehen.“

Von Karim Saab

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