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Kultur Beinbruch hält die „Foo Fighters“ nicht auf
Nachrichten Kultur Beinbruch hält die „Foo Fighters“ nicht auf
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07:12 09.11.2015
Am Sonntag haben die Foo Fighters in Berlin gespielt. Quelle: EPA
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Berlin

Ein Abend zwischen Geschrei und Kunst, zwischen Mainstream und unabhängigem, den Kommerz verachtenden Rock’n’Roll! 17.000 Fans kamen am Sonntag in die ausverkaufte Berliner „Mercedes-Benz Arena“, um die „Foo Fighters“ zu sehen, angeführt von Dave Grohl. Einst war er Schlagzeuger bei „Nirvana“, nach dem Tod von Kurt Cobain stieg er um auf die Gitarre und hat in nunmehr 20 Jahren eine Band geformt, die Stadien füllen kann.

Dave Grohl kommt im Thron auf die Bühne gerollt

Am Sonntag rollt er per Thron auf die Bühne, der aussieht wie ein Traktor, mit dem man Rasen mäht. Grohl hat sich im Juni bei einem Konzert in Göteborg das Bein gebrochen und nach kurzer Behandlung weitergespielt. Seither muss er die Auftritte im Sitzen absolvieren, er fährt in seiner Gondel hin und her, doch manchmal hält es ihn nicht auf dem Sitz, dann steht er auf und sucht die Pose des wilden, seine Mähne schüttelnden Mannes – etwa bei „Best Of You“, einem dieser Lieder, die in einer Reihe stehen mit unvergänglichen Melodien wie „Monkey Wrench“ und „Everlong“. Für eine Band, die zur Gattung des Metal neigt, haben sich die „Foo Fighters“ stets eine erstaunliche Kreativität bewahrt, nichts ertrinkt bei ihnen im Geschrammel, immer bleibt die Songidee erkennbar.

Einpeitscher mit gebrochenem Bein

Die Fans stehen von Anfang bis zum Ende auf den Rängen, niemand will sich setzen, das würde auch dem Temperament des Abends widersprechen – nur Grohl, der Einpeitscher mit dem gebrochenen Bein, muss zwangsläufig hocken, das klingt wie Ironie. Wobei die Band für Witz nicht unbedingt bekannt ist, weil sie dafür zu sehr getränkt ist vom Testosteron. Und trotzdem spielt sie zwei, drei Takte „Blackbird“, dieses lakonische Stück Moll der Beatles – doch nur, um es umgehend und mit viel Wucht davon zu jagen, denn die Foo Fighters haben viel vor: Gut 20 Lieder präsentieren sie, fast im Stakkato, kaum Ansagen als Unterbrechung. Drummer Taylor Hawkins versucht sich in einem Imitat von Freddy Mercury und trällert ein paar hohe Töne aus der Oper.

Die Fans goutieren jede Geste mit spitzen Schreien, denn die „Foo Fighters“ sind längst eine Institution mit bestem Ruf. Wer zu ihnen kommt, der weiß, hier wird geackert auf der Bühne, ohne dass die öde Unnahbarkeit des Hardrock übertrieben wird. Mehr als zwei Stunden spielen die „Foo Fighters“ in Berlin, am Ende pfeifen die Ohren. Ein Zeichen von Qualität. Hit auf Hit, das hinterlässt halt Spuren.

Von Lars Grote

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