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Fotos aus Kobane in Potsdam zu sehen

Ausstellung Fotos aus Kobane in Potsdam zu sehen

Kobane in Nordsyrien gilt als Symbol des Widerstandes gegen die Terroristen des Islamischen Staates. Nach schweren Kämpfen gelang es den Kämpfern der syrischen PKK, die Radikalislamisten zurückzuschlagen. Seit März 2015 kehren die überwiegend kurdischen Bewohner in ihre Stadt zurück. Die Potsdamer ae-Galerie zeigt Fotos aus der zerstörten Stadt.

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Ein kleines Mädchen spielt in den Ruinen von Kobane.

Quelle: FOTO: Volker Schwenck

Potsdam. Glücklich sieht sie aus, die Braut in ihrem weißen, langen Hochzeitskleid. Dabei steht sie mit ihrem Bräutigam inmitten einer vom Krieg zerstörten Stadt. Direkt neben dem Paar liegt noch ein Kanonenrohr, die Wände der Häuser sind mit Einschusslöchern übersät. Es sind Löcher von Kalaschnikows, schweren Maschinengewehren oder Panzergranaten. Trotzdem sind Redwan Bezar und Viyan Eyub zurückgekehrt in ihre Heimatstadt Kobane.

Die Stadt in Nordsyrien gilt als Symbol des Widerstandes gegen die Terroristen des Islamischen Staates. Nach monatelangen schweren Kämpfen gelang es den Kämpfern der syrischen PKK, unterstützt von der US-Luftwaffe, die Radikalislamisten zurückzuschlagen. Seit März 2015 kehren die überwiegend kurdischen Bewohner in ihre Stadt zurück, die früher rund 55 000 Einwohner zählte. Doch der Wiederaufbau von Kobane, an dem zahlreiche NGOs, Nichtregierungsorganisationen, beteiligt sind, kommt nur schleppend voran. Immer noch liegen rund 80 Prozent der Stadt in Schutt und Asche.

Umso erstaunlicher sind die Hochzeitsbilder, mit denen das Paar ein Zeichen setzen will, gegen Gewalt, gegen Hass, gegen den IS. Die Fotos sind jetzt in der Potsdamer ae-Galerie zu sehen. Der Kontakt zu dem Journalisten Redwan Bezar kam über Facebook zustande, erzählt die Galeristin Angelika Euchner. Die studierte Islamwissenschaftlerin beschäftigt sich seit Jahren mit dem Mittleren Osten, zeigt in ihrer Galerie in loser Folge Städteporträts aus der Region. Bei einer Recherche im Internet fielen ihr auch die Bilder des ARD-Korrespondenten Volker Schwenck auf. Er berichtet regelmäßig vom Wiederaufbau in Kobane und machte neben den TV-Aufnahmen auch viele Fotos. Kurzentschlossen rief Angelika Euchner ihn in seinem Wohnsitz Kairo an und fragte nach den Rechten für die Fotos. Zwölf stellte ihr Volker Schwenck zunächst zur Verfügung, weitere sollen folgen.

Es sind berührende Momentaufnahmen aus einer Stadt, in der Menschen versuchen, wieder in einen Alltag zurückzufinden. Da spielen Kinder in Häuserruinen, da haben Männer wieder eine Bäckerei eröffnet und bieten dünnes Fladenbrot an. Auf anderen Bildern sind noch Spuren einstigen Lebens zu erkennen, man sieht eine zerstörte Küche, eine Pizzeria, eine Musikschule. Ein weiteres Foto zeigt einen Traktor, den die kurdischen Kämpfer mit Stahlplatten verkleidet haben. „Mit diesem Gefährt ,Marke Eigenbau’ wurden die Kämpfer unter Beschuss an die Front gebracht“, sagt Angelika Euchner. Beim Anblick dieses Fotos fragt man sich schon, wie es den Kurden überhaupt gelingen konnte, den militärisch viel besser ausgerüsteten IS aus Kobane zu vertreiben. Stabil ist die Lage nicht. Ein Soldat wacht von einem Aussichtspunkt aus über die Stadt.

Info Zu sehen bis 7. Mai, ae-Galerie, Charlottenstraße 13, Potsdam. Geöffnet mittwochs bis freitags 15 bis 19 Uhr, samstags 12 bis 16 Uhr. Geschlossen vom 25. bis 30. März.

Von Claudia Palma

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