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Fotos und Geschichten zum Handwerk gefragt

Aufruf des Brandenburgischen Literaturbüros Fotos und Geschichten zum Handwerk gefragt

Mitgemacht! Das Brandenburgische Literaturbüro in Potsdam ruft alle Märker dazu auf, bis Mai Geschichten und Fotos zum Thema Handwerk einzureichen. Sie werden digitalisiert und eine Auswahl in einer Ausstellung von September bis November 2016 im Schloss Rheinsberg gezeigt. Einige werden im Internet zu sehen sein.

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Diese Aufnahme zeigt Mechaniker mit einem schmucken Tatra 603. Sie entstand im Jahre 1972 in Wandlitz (Barnim).

Quelle: Keine Quellenangabe

Potsdam. Sie stehen da wie eine Gang. Acht Arbeiterinnen klammern sich an den Griffen ihrer Schippen fest und blicken erwartungsfroh in die Kamera. Ein Schwarz-Weiß-Foto, das Erinnerungen an amerikanische Goldgräber weckt. „Ein richtiges Rätselbild“, nennt es Peter Walther vom Brandenburgischen Literaturbüro. Klar ist, dass es nicht im Wilden Westen sondern in Sallgast (Elbe-Elster) entstanden ist. Der Germanist zeigt am Computer auf die spärlichen Informationen aus der Zuschrift. Sie kam von Giesela Bayerl, die schreibt, dass eine der Frauen ihre Oma sei. Das Gruppenbild entstand wohl Anfang des 20. Jahrhunderts.

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Es sind Bilder aus einer längst vergangenen Zeit. Mit Automechanikern oder einem Bäcker. Sie gehören zu den ersten Einsendungen zum diesjährigen Thema „Handwerk in Brandenburg“ des Kulturland-Jahres 2016. Das Literaturbüro in Potsdam ruft alle Brandenburger auf, ihre Fotos und Geschichten zum Thema Handwerk einzureichen.

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Dann klickt sich Peter Walther weiter durch die ersten Einsendungen zum Thema „Handwerk in Brandenburg“. Das Literaturbüro sucht noch bis zum Mai 2016 nach persönlichen Berichten und Fotografien von Werkstätten aus dem ganzen Land. Sie werden vermutlich im Herbst auf der Internetseite www.zeitstimmen.de und in einer gemeinsamen Ausstellung des Literaturbüros und des Kurt Tucholsky Literaturmuseums im Schloss Rheinsberg zu sehen sein. Das Projekt ist Teil des Kulturland-Themenjahres „Kulturgut Handwerk – Handwerk zwischen Tradition und Innovation“.

Teilen Sie Ihre Erinnerungen

Was verbindet Sie persönlich mit dem Thema „Handwerk in Brandenburg“? Gibt es Fotos von Ihnen oder Angehörigen bei der Arbeit in einem Handwerksbetrieb oder können Sie Geschichten davon erzählen?

Bis Mai können Sie dem Brandenburgischen Literaturbüro Fotos und Aufzeichnungen zur Verfügung stellen. Diese werden digitalisiert, einige davon in einer Ausstellung und auf dem Internet-Portal www.zeitstimmen.de zu sehen sein. Die Teilnehmer erhalten Ihre Einsendungen selbstverständlich zurück.

Die Kontaktdaten : Brandenburgisches Literaturbüro, Peter Walther, Große Weinmeisterstr. 46/47, 14469 Potsdam Telefon: 0331/23700258, E-Mail: info@zeitstimmen.de

Die Ausstellung soll von September bis November 2016 im Schloss Rheinsberg zu sehen sein. Geplant ist auch eine Wanderausstellung durchs Land.

Viele persönliche Eindrücke vom Leben in Brandenburg finden sich unter www.zeitstimmen.de.

Peter Walther erhofft sich, wie schon bei dem Projekt zum Thema „Kindheit in Brandenburg“, Facetten des privaten märkischen Lebens abzubilden und zu zeigen, wie sich das Alltagsleben verändert hat. „Es geht darum, alles an Wissen einzusammeln, das noch verstreut ist, bevor es zu spät ist“, sagt er und spielt darauf an, dass mit den Zeitzeugen auch die Chancen schwinden, Antworten auf einige Fragen zu erhalten. Welche Werkzeuge und Arbeitsweisen gab es? Welche Rolle spielten Materialknappheit und Tauschgeschäfte?

Die bereits 200 digitalisierten Aufnahmen stammen aus dem Projekt zur Kindheit, passen aber noch besser zum neuen Vorhaben. Die meisten der Bilder entstehen nicht spontan. Schnappschüsse, die die Werktätigen in Aktion ablichten, sind selten, es überwiegen gestellte Gruppenfotos. Was die älteren Fotografien angeht, hat das auch technische Gründe. „Die Belichtungszeit dauerte lang, es wurde viel inszeniert“, sagt Walther. Noch mangele es vor allem an Erklärungen zu den Bildern und Texten, die von früher erzählen. Was heute im Handwerk geschieht, soll der Potsdamer Frank Gaudlitz illustrieren. Seine Fotos werden ebenfalls in der Rheinsberger Ausstellung zu sehen sein.

Schon jetzt fühlt sich das Durchklicken an, als würde man Landesgeschichte im Daumenkino erleben. Hier eine Gruppe spitzbärtiger Klempner aus Luckenwalde mit schüchterner Dame in der Mitte, da ein kleiner Junge mit Hobel in der Hand. Bei einem Umzug ist ein Hakenkreuz zu erkennen, am geschmückten Wagen der Bäcker steht: „Von allen Gaben, die Gott schuf, hat Brot den besten Ruf.“ Ein paar Jahrzehnte später stehen - schick gemacht und feierlich - zwei Frauen und zwei Männer neben allerlei Blumensträußen und einer Kiste Bananen in ihrem Geschäft. Die Werbung an der Wand wirkt so freundlich wie ein Knöllchen am Autofenster: „Der Reifen-Verkauf erfolgt nur in Verbindung mit der dazu erforderlichen Dienstleistung.“

Von Maurice Wojach

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