Volltextsuche über das Angebot:

1 ° / -2 ° Nebel

Navigation:
Frank Schöbel begeistert Fans in Potsdam

Von Jugendliebe und Tapfersein Frank Schöbel begeistert Fans in Potsdam

„Hit auf Hit“: Frank Schöbel hat im Potsdamer Niklolaisaal den Auftakt seines neuen Tourprogrammes gegeben. Und tatsächlich: Mit seiner Band schmettert der Musiker seine eigenen und die größten Hits seiner Ost-Kollegen – wunderbar neu intoniert. Ganz nebenbei plaudert er ein wenig aus seinem Leben – wunderbar authentisch.

Voriger Artikel
US-Teenager ist weltbester Becherstapler
Nächster Artikel
Schriftsteller Lars Gustafsson gestorben

Schlagersänger Frank Schöbel (Mitte) und seine Band auf der Bühne des Potsdamer Nikolaisaals.

Quelle: Friedrich Bungert

Potsdam. Zwei, drei Mal nahm Frank Schöbel anfangs zwischendurch ein paar Schluck aus dem Wasserglas. Sozusagen als Ölung für die Stimme. „Bei mir klebt’s“, sagte er witzelnd. Und dass er aufgeregt sei. Schließlich war das Konzert am Sonnabend-Nachmittag im Potsdamer Nikolaisaal für ihn und seine Band – Keyboarder Alexander Kirfe und die E-Gitarristen Stefan Schirrmacher und Till Paulmann – der Auftakt ihres neuen Tourneeprogramms „Hit auf Hit“. Aber dann war er bestens in Form. Wenn man mal davon absieht, dass er momentan nicht „vom Nordpol zum Südpol zu Fuß“ gehen könnte, wie’s in einem seiner Songs heißt. Nach zwei Meniskusoperationen habe er’s mit dem Knie. Doch Fußball spielt der 73-Jährige immer noch. „Ich geh zurzeit ins Tor“, erzählte er in kleiner Runde beim geselligen „Meet & Greet“ Fans, die Freikarten gewonnen hatten.

969a0af8-f9b8-11e5-83a4-be5016729a0b

Musiker Frank Schöbel hat im Potsdamer Nikolaisaal am Samstagnachmittag den Auftakt seines neuen Tourprogrammes gegeben. Einige wenige hatten sogar das Glück, den Star beim Meet and Greet persönlich zu treffen. Unser Bildreporter war vor Ort und hat ein paar Eindrücke mitgebracht.

Zur Bildergalerie

Songs der neuen CD „Unvergessen – die Hits unserer Herzen“

Apropos rundes Leder: „Ja, der Fußball ist rund wie die Welt. Überall rollt der Ball. Und wenn einer zum anderen hält, trifft der Ball, klarer Fall“, sang er im Konzert am Sonnabend. 1974 trat er zur WM in der Bundesrepublik Deutschland als Repräsentant der DDR im Frankfurter Waldstadion mit „Freunde gibt es überall“ auf. Doch zunächst konnte sich das Publikum im gut gefüllten Nikolaisaal auf von ihm vorgetragene Lieder seiner Ost-Kollegen freuen – wunderbar neu intoniert. 15 sind auch auf der CD „Unvergessen – die Hits unserer Herzen“, die am 15. April erscheint. Reinhard Lakomys „Heute bin ich allein“, Gerd Christians „Sag ihr auch“, Gaby Rückerts „Berührung“ und Ute Freudenbergs „Jugendliebe“. Dazu gab’s ein Schwarz-Weiß-Foto auf der Leinwand der Bühne zu sehen, mit Schöbel und seiner ersten Freundin. Seiner Jugendliebe Anne aus Leipzig. Fünfzehn war er da. Und dem Publikum verriet er: „Ein halbes Jahr haben wir gebraucht, um Hand in Hand zu gehen. Und noch mal ein halbes Jahr dauerte es bis zum ersten Kuss.“

Schöbel spricht über seine Jugendliebe

Schöbel spricht über seine Jugendliebe.

Quelle: Friedrich Bungert

Schöbel – ganz der Alte: authentisch. Auch, als ein Bild von Chris Doerk zu sehen ist. Die beiden waren das DDR-Traumpaar. Nach der Trennung 1974 kriegte Schöbel den Titel „ Dreh’ dich nicht mehr um“, wie er berichtete. „Und ich dachte, nee, ich kann das jetzt nicht.“ Dann wurde es Peter Alberts größter Hit. „Jetzt bin ich mit Chris übern Berg“, sagte Schöbel. „Mit beiden Frauen. Auch mit Aurora. Und hab’ Frieden geschlossen. “ Dann sang er „Dreh’ dich nicht mehr um“. Dieses Lied vom Trennungsschmerz. Rührung im Saal. Und bei „Alt wie ein Baum“ von den Puhdys klatschten die Konzert-Besucher mit.

Frank Schöbel frotzelte beim Hitparadenbild: „Der Schöbel im Nebel“

Nach der Pause Lieder von ihm. Erst trug er eine Lederjacke zur schwarzen Hose, nun Jeans und Sakko. Bei „Wie ein Stern“ schwenkten vorn die Angereisten vom Fanclub ihre Lämpchen. Schöbel präsentierte auch „Wir brauchen keine Lügen mehr“ von 1989. Er streute ein, dass er zu DDR-Zeiten mal in die ZDF-Hitparade durfte. „Da haben sie uns unten Rauch gegeben“, frotzelt er. „Der Schöbel im Nebel.“ Wovon sich die Konzert-Besucher überzeugen konnten, als das fotografische Zeugnis auf der Leinwand eingespielt wird. Schöbel wartete mit einem seiner neuen Songs auf der CD auf: „Das ist der Moment“. Singt noch vom „Biolied, ein ganz kleines Biolied, umweltverträglich und ökologisch einwandfrei. Es wird zum Biomüll, wenn’s keiner mehr hören will.“ Bettina Müller vom Fanclub überreichte Schöbel einen großen Blumenstrauß. Tags zuvor war ja sein 54. Bühnenjubiläum. Zum Schluss standen die Leute im Saal auf, klatschten, klatschten. Und Schöbel sang als Dreingabe „Schreib es mir in den Sand“.

Da ist die 52-jährige Silvia Rüster aus Michendorf ganz in sich versunken, wiegt ihre Arme hin und her. Sie verrät: „Ich hatte mich mit 14 ein bisschen in Schöbel verliebt. Auch weil er so gut aussieht. Aber er war ja für mich unerreichbar.“ Damals war sie im Rahmen einer FDJ-Veranstaltung zu einem Schöbel-Konzert. Und wie findet sie dieses Konzert? „So wie Frank ist. Es war ein erfrischender, beschwingter Nachmittag. Seinen Witz find’ ich gut und dass er nicht überdreht ist. Er ist geblieben, wie man ihn von früher kennt.“ Der Potsdamer Gerhard Pohl meinte: „Das war ’ne runde Sache heut. Schöbel hat quasi seine musikalische Laufbahn auf die Bühne gebracht.“

„Schöbel ist auf dem Boden geblieben“

Sandra Dannenberg aus Götz hat die Konzertkarte von ihrer Mutter als Geschenk bekommen. Sie erzählt: „Als Kind bin ich mit der Platte ,Weihnachten in Familie’ zu den Festtagen aufgewachsen. Heute fand ich vor allem seinen neuen Song ,Das ist der Moment’ richtig klasse.“ Und sie setzt noch hinzu: „Schöbel ist auf dem Boden geblieben, ohne Starallüren.“ Ihre achtjährige Tochter Maya wollte unbedingt mit ihm zusammen abgelichtet werden. Schöbel unterbrach kurz seine Autogrammstunde und sagte: „Jetzt mach ich erstmal mit der Kleinen ein Bild.“ Die 84-jährige Lydia Heidt aus Beelitz hatte die Autobiografie von ihm mitgebracht – für eine Widmung. Selig ging die alte Dame dann damit von dannen.

„Ihm ist ein guter Griff gelungen mit dieser Mischung aus seinen Schlagern aus Jahrzehnten, kombiniert mit den Interpretationen der Songs von K

„Ihm ist ein guter Griff gelungen mit dieser Mischung aus seinen Schlagern aus Jahrzehnten, kombiniert mit den Interpretationen der Songs von Kollegen.“

Quelle: Angelika Stürmer
„Das weckt ja Erinnerungen, das heute zu hören, was man in jungen Jahren gehört hat von Frank Schöbel

„Das weckt ja Erinnerungen, das heute zu hören, was man in jungen Jahren gehört hat von Frank Schöbel. ,Wie ein Stern’ ist mein Lieblingslied.“

Quelle: Bungert
„Ich fand seinen neuen Song ,Das ist der Moment’ klasse, weil er alltägliche Situationen anspricht

„Ich fand seinen neuen Song ,Das ist der Moment’ klasse, weil er alltägliche Situationen anspricht. Jeder ist mal down, mal Verlierer, mal Gewinner.“

Quelle: Angelika Stürmer
„Ich find’s ganz toll, dass alles auf Deutsch ist

„Ich find’s ganz toll, dass alles auf Deutsch ist. Und wie er seine Bandmitglieder einbezogen hat. Ich werd’ mir die neue CD auf alle Fälle kaufen.“

Quelle: Bungert

Info: Das nächste Konzert der Tourneetour „Hit auf Hit“ ist am 10.4., 16 Uhr, Orangerie des Schlosses Oranienburg, Karten 03301/6008110

 

Von Angelika Stürmer

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Kultur
www.esprit.de
MAZab: Termine

Was geht ab? Jede Menge Events in Potsdam und im Land Brandenburg

Kinoprogramm

Alle aktuellen Filme in den Kinos von Potsdam und im ganzen Land Brandenburg

Die olympischen Spiele werden künftig nicht mehr bei ARD und ZDF übertragen - eine gute Entscheidung?