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Kultur In Friedersdorf sind die Cowboys los
Nachrichten Kultur In Friedersdorf sind die Cowboys los
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00:34 11.07.2015
Die Westernmodenschau, ein Höhepunkt des Festes. Quelle: Privat
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Friedersdorf

Ulrich Ruß ruft in sein Handy: „Früher haben alle Cowboy und Indianer gespielt, das wirkt nach. Kein Wunder, dass der Country überlebt und immer populärer wird.“ In seiner Stimme liegt ein weicher Bass, Ruß fährt gerade Auto. Doch über Cowboys kann er immer sprechen. Selbst an den heißen Tagen des Hochsommers – einziges Zugeständnis: „Ich trage bei der Hitze keine Cowboystiefel.“ Doch den Hut, den hat er auf, zumindest beim Country- und Truckerfest von Friedersdorf, das an diesem Wochenende zum 17. Mal stattfindet. Wieder organisiert von Ulrich Ruß.

Auf den 40 000 Quadratmetern des Friedersdorfer Reitplatzes wird eine Welt gefeiert, die – wie es Ruß ausdrückt – „für Ostdeutsche erst ab 1990 zu erschließen war.“ Es gehe „um Sehnsucht und Abenteuer“, glaubt er, „ sie suchen eine Oase, in der sie sich auf ursprüngliche Rituale einlassen.“ Musik, Kleidung und Getränke gehören dazu. „Auf einem Countryfest wird sicherlich mehr Whisky getrunken als auf anderen Feiern“, Ulrich Ruß lacht.

Er war von 1992 bis 1998 Bürgermeister in Friedersdorf (Landkreis Dahme-Spreewald), damals hat er das Erntefest mit Kollegen im Ort etabliert. Das lief so gut, dass sie mit dem Country- und Truckerfest nachzogen. „Die Zuschauerzahlen sind erfreulich, nie gingen sie nach unten, im vergangenen Jahr hatten wir etwa 7000 Gäste.“ Es komme auf die Mischung an, mit der man ein breites Publikum lockt: „Klar, Musik ist wichtig“, sagt Ruß. Sie hatten schon Truck Stop auf der Bühne, auch Gunter Gabriel und Jonny Hill. Dieses Jahr haben sie die schwedische Band Rednex eingeladen, deren ironischer, leicht hibbeliger Hit „Cotton Eye Joe“ bei Youtube auf mehr als 14 Millionen Klicks kommt.

Neben der Musik zählen die Westernmodenschau und der Truckerwettbewerb zum tragenden Programm des Festivals. Den Preis für den spektakulärsten Truck hat Ulrich Ruß mal selbst vergeben, seither weiß er, dass sowas nur Ärger bringt. Er hat jetzt eine Jury beauftragt, sich der Kür anzunehmen. „Die Auswahl ist nicht leicht, weil man gucken muss, ob der Truck einer Firma gehört, oder ob ein Privatmann Geld reinsteckte. Hier lässt sich schwer eine Chancengleichheit herstellen.“ Wichtig seien Lichter, Chromleisten, Innenausstattung. Und ein lauter Motor, der vom Wilden Westen erzählt und von der Zeit, als wir Cowboy und Indianer spielten.


Country- und Truckerfest Friedersdorf, 10. bis 12. Juli. Infos unter www.countryfest-friedersdorf.de

Von Lars Grote

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