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23:01 21.11.2017
Beinahe die ganze Welt findet sich in Songs von Zoufris Maracas. Quelle: Helene Bozzi
Potsdam

Es geht ihnen um Stimmungen. Kostbar und unwiederbringlich. Es geht um eine Reise der Ohren, der Augen und des Kopfs. Um Passagen in Gegenden, die man nicht kennt. Noch nicht. Doch Zoufris Maracas haben es sich zur Aufgabe gemacht, ein Boot zu bauen, das leicht zu segeln ist. Vornehmlich geht es – sagen wir – halbakustisch zu, wenn die Gruppe um Vincent Sanchez und Vincent Allard ablegt. Ob am Montmartre und in der Métro von Paris – die Zeiten als Straßenmusiker sind passé. Im Nachbarland Frankreich wird die Band längst auf großen Bühnen abgefeiert.

Schaut man auf ihre Songs, dann fallen einem drei Orientierungspunkte ein – Les Négresses Vertes, Mano Negra und schließlich Mano Chao als Solist. In Spanien wäre es beispielsweise Amparanoia. Alle haben es vermocht, globale Sounds miteinander in Verbindung zu setzen, Mischungen zu erzeugen, die man zuvor nicht für möglich gehalten hatte.

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Hierzulande ist es das Kräuterweiblein, das dem einen oder anderen Linderung verschafft – im Herzen von Serbien ist es Mr Zarko. Der Herr Doktor Žarko Jovašević öffnet mal seinen Medizinschrank und fördert so einiges zu Tage, das den Menschen auf die Sprünge hilft. Musik natürlich, die beste Arznei von allen. Davon kann es einfach nicht genug geben. Daher schlagen die Funken so funky aus dem vielen Blech, das hurtig am Balkan geblasen wird. Daher wird gerappt, die Mundharmonika nicht geschont und der Stromgitarre allerhand Unglaubliches entlockt. Genregrenzen? Pah, die gibt’s einfach nicht.

Wenn sich die Ansteckungsgefahr aber nicht bannen lässt – und die Neugierde nicht minder -, dann seien an dieser Stelle noch The Great Malarky, Tram des Balkans und das Haidouti Orkestar empfohlen. Sie öffnen Tore in die Welt und machen mehr als nur fröhlich.

Mr Zarko: Balkan Herbal Clinic. Kick The Flame/Broken Silence.

Kaum anders gehen Zoufris Maracas vor. Neben den chansonhaften Elementen – daran kommt wohl kaum ein Franzose vorbei – gibt es die Klänge Nordafrikas, Brasiliens oder aus dem Kongo. Balkan-Blech aus Rumänien fügt sich an Rumba oder Mariachi aus Mexiko. Erlaubt ist, was gefällt. Dazu gehören auch Latino-Einflüsse oder Lieder der Roma. Wer die Welt kennenlernen möchte, der hört diesen fabelhaften Sechser, der Gesänge auf die Freiheit und gegen den entfesselten Kapitalismus anstimmt. Der Name Zoufris rührt übrigens her von den algerischen Einwanderern, die in den 50er Jahren zum Arbeiten nach Frankreich kamen. Und Maracas sind jene Rasseln, die nicht nur der Rumba den Rhythmus geben.

Das Konzert: Zoufris Maracas spielen am Donnerstag, dem 23. November, um 21 Uhr im Maschinenhaus in Berlin-Prenzlauer Berg.

Von Ralf Thürsam

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