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Fürst Pücklers ehrgeizige Perspektiven

Stiftung Preußische Schlösser und Gärten Fürst Pücklers ehrgeizige Perspektiven

Ab 29. April wird im Schoss Babelsberg eine Ausstellung über Hermann Ludwig Heinrich von Pückler-Muskau zu sehen sein, der sich im Park Babelsberg als Gartenarchitekt engagiert hat – mit diesem Projekt renommiert die Stiftung Preußische Schlösser und Gärten, die im vergangenen Jahr einen leichten Besucherrückgang hinnehmen musste. Aus plausiblen Gründen.

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Hermann Ludwig Heinrich von Pückler-Muskau (1785-1871)

Quelle: Stiftung Fürst-Pückler-Museum Park und Schloss Branitz

Potsdam. Der Blick geht jetzt in Richtung Pückler – die Stiftung Preußische Schlösser und Gärten spielte einen Trumpf aus, als sie am Donnerstag auf ihrer Jahres-Pressekonferenz die Ausstellung zu Hermann Ludwig Heinrich von Pückler-Muskau (1785-1871) in den Mittelpunkt rückte, denn dieser glamouröse Hobby-Gartenplaner hat sich in Preußens Geschichte einen Platz gleich neben dem Landschaftsarchitekten Peter Joseph Lenné gesichert. Vom 29. April bis 15. Oktober ist die Schau im derzeit gesperrten Schloss Babelsberg zu sehen. Dort wird die laufende Restaurierung unterbrochen, um das Haus für die Ausstellung zu öffnen.

Fürst Pückler scheint wie geschaffen für einen Blick auf Werk und Leben, denn er bringt biografischen Glamour mit und neue Ideen für Preußens Gärten, die hart an der Grenze zur Exzentrik lagen. Denn er war kein Mann der akademischen Besonnenheit, sondern einer der Ungeduld, der auf einen königlichen Park schaute, gerade auch auf den Park Babelsberg, als sei der eine Kiste voller Bauklötze, die man frei ordnen könne.

Bäume wachsen lassen? Dauerte zu lange. Lieber hier die große Eiche ausgraben und sie dort wieder einsetzen, damit die Aussicht aus den Schlossgemächern stimmt. Für Pückler zählte der Blick aus dem Schloss mehr als der Blick aufs Schloss. „Das ist die Perspektive eines Adligen und Schlossherrn“, sagt Katrin Schröder, Kuratorin der Ausstellung. Man hört heraus: So einer wäre heute schwer vermittelbar. Er war sich seiner Privilegien bewusst, Erfolge reklamierte er für sich, das Scheitern schob er auf die Mitarbeiter.

Besucherrückgang wegen gesperrter, renovierter Häuser

Heute tritt eine Führungskraft in Preußen anders auf, halt so konziliant wie Hartmut Dorgerloh, Generaldirektor der Stiftung Preußische Schlösser und Gärten Berlin-Brandenburg. Wenn die Vorschau auf Pückler in Teilen Zirkusluft verspricht, dann muss Dorgerloh zu den Besucherzahlen des vergangenen Jahres nüchterne Fakten referieren, um den leichten Rückgang zu erklären. 2016 kamen 1 724 068 Besucher in die Brandenburger und Berliner Häuser (2015: 1 829 906), davon in Potsdam 925 315 (2015: 968 833) und in weiteren märkischen Schlössern 100 094 (2015: 109 973). „Der Rückgang“, sagt Dorgerloh, „fällt angesichts des reduzierten Angebotes durch die sanierungsbedingte Schließung des Alten Schlosses Charlottenburg und des Schlosses Königs Wusterhausen sowie die Schließung von vier musealen Bereichen in Potsdam deutlich geringer aus als befürchtet.“

Der soliden Finanzierung der Stiftung hat dieser Besucherrückgang nicht geschadet, Einnahmen von 80,3 Millionen Euro (2015: 85,3 Millionen) stehen Ausgaben von 79,8 Millionen (2015: 84,0 Millionen Euro) gegenüber.

Mit Hilfe des Sonderinvestitionsprogramms, das vom Bund, dem Land Brandenburg und der Stadt Berlin finanziert wird, hat die Stiftung im vergangenen Jahr die statische Ertüchtigung und die Restaurierung des Fußbodens im Marmorsaal des Neues Palais in Potsdam abschließen können – das Haus ist seit April 2016 wieder eröffnet. Auch die Sanierung des etwa zehn Kilometer langen Brauchwassernetzes inklusive der Brunnen und Wasserläufe rund um das Schloss Babelsberg konnten im vergangenen Jahr abgeschlossen werden.

In eben diesem Schloss Babelsberg wird ab April das Leben und Werk von Fürst Pückler ausgestellt. Dorgerloh kündigte einen weiteren Höhepunkt für dieses Jahr an, denn die Restaurierung des Muschelsaals im Schloss Rheinsberg konnte beendet werden. Die Stiftung wird die Leistung in diesem „Raumwunder“ mit einer Ausstellung der keramischen Arbeiten des Rheinsbergers Karl Fulle würdigen. Man wird berückende, doch bodenständigere Exponate sehen als jene des extravaganten Fürst Pückler.

Von Lars Grote

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