Volltextsuche über das Angebot:

5 ° / -2 ° wolkig

Navigation:
Gähnende Langeweile im Privatfernsehen

Bei den einen wird gekocht, die anderen wiederholen sich ständig Gähnende Langeweile im Privatfernsehen

Kreative Armut, ständige Wiederholungen, Stumpfsinn hoch drei. Fernsehen im Sommer ist eine Qual. Besonders in den Privatsendern ist das Sommerloch eine Qual. Aussicht auf Besserung gibt es erst wieder ab September, dann beginnt wieder das Rennen um hohe Marktanteile.

Voriger Artikel
Irre Gäste und Loriots Badewanne
Nächster Artikel
Briten feiern Geburt des kleinen Prinzen
Quelle: dpa

Das Sommer-Fernsehprogramm ist eine Strafe: Wiederholungen, Lückenfüller, saure Gurken. Erst ab September holen die Sender wieder die Hochkaräter heraus. Für die Privatsender beginnt damit das Rennen um Quoten, um hohe Marktanteile. Das ist in diesem Jahr auch deswegen spannend, weil sich einige Sender in den vergangenen Monaten in schwierige Positionen manövriert haben. Sat.1 hat weiter Profil eingebüßt, RTL muss hinnehmen, dass frühere Quotengaranten von Entertainment („Deutschland sucht den Superstar“) bis Serie („CSI“) nur noch mittelmäßig laufen. Innovationen sind selten geworden. Auf Vox wird vor allem gekocht („Das perfekte Dinner“) und angekleidet („Shopping Queen“), bei ProSieben laufen „How I Met Your Mother“ und „Two And A Half Men“ inzwischen mindestens genauso häufig wie die Simpsons, über die Kritiker seit Jahren scherzen: wenn ProSieben nicht wisse, was sie senden sollen, dann die Simpsons.

Bei RTL bringen Eigenproduktionen wie „Das Supertalent“ immer schlechtere Quoten. Die früheren Zuschauermengen von Formaten vergangener Jahre wie „Super-Nanny“ und „Raus aus den Schulden“ erreichen diverse Sendungen über Versicherungsfälle und Lebensberatung bei weitem nicht. Einschaltgaranten aus Amerika wie „Dr. House“ und „CSI“ verlieren Strahlkraft oder sind schlicht beendet. Neue Hits sind rar, die „Dallas“-Neuauflage floppte. Immerhin: Thomas Gottschalk ist offiziell für zwei Jahre exklusiv bei RTL.

Noch rumpeliger läuft es bei Sat.1. Weder an der Serien- noch an der Show-Front sind zuletzt die ganz großen Würfe gelungen. „Navy CIS“ läuft und läuft, doch die für den Herbst geplanten Sendungen wie „The Taste“ (Koch-Wettbewerb mit Tim Mälzer und Frank Rosin) sowie Promi-“Big Brother“ mit Oliver Pocher und Cindy aus Marzahn als Moderatoren müssen erst noch ihre Zuschauer finden. Gerade mit Promi-Formaten hat das zuletzt nirgends wirklich gut funktioniert. Immerhin: Mit der Tanzshow „Got To Dance“ retteten sich Sat.1 und ProSieben gut durch die Sommerpause. Sonst ist die Kreativität eher beschränkt. Designer und Vox-Aushängeschild Guido Maria Kretschmer sucht „Die schönste Frau Deutschlands“ auf RTL, Claudia Schiffer bei ProSieben den „Fashion Hero“. Nachdem „Germany‘s Next Topmodel“ in der Zuschauergunst zuletzt wieder etwas aufstieg, soll wohl alles herausgeholt werden aus dem Beauty-Genre. ProSieben ist auch der Sender, der zumindest sein Profil am eindeutigsten geschärft hat. Weiter ist die Zielgruppe „Jugendlich bis junge Erwachsene“ Hauptaugenmerk, Schwerpunkte amerikanische Filme und Serien.

In der aktuellen TV-Zuschauer-Resonanz steht das ZDF mit 12,9 Prozent weiter auf Platz eins. Es folgt die ARD mit 12,2 Prozent. RTL erreicht 11,6 Prozent. Sat.1 folgt dahinter mit 8,2 Prozent vor Vox mit 5,7 Prozent. ProSieben bringt es auf 5,5 Prozent. RTL II kommt auf 4,1 Prozent, Kabel eins auf 4,0 Prozent und Super RTL auf 2,0 Prozent.

Von Sebastian Scherer

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Kultur
www.esprit.de
MAZab: Termine

Was geht ab? Jede Menge Events in Potsdam und im Land Brandenburg

Kinoprogramm

Alle aktuellen Filme in den Kinos von Potsdam und im ganzen Land Brandenburg

War die Entscheidung der Jungen Union richtig?