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Kultur Geballte Frauenpower am Blech
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17:04 17.08.2016
Beherrscht einen geschmeidigen, elastischen Ton: Tine Thing Helseth. Quelle: Promo
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Potsdam

E und U, leichte Muse oder schwere Klassik – Tine Thing Helseth gehört zu einer Musikergeneration, die mit der Trennung zwischen den Sparten nicht viel anfangen kann. Die norwegische Trompeterin spielt meisterhaft klassische Trompetenkonzerte, legt aber auch einen stilechten Tango hin. Ihre Umtriebigkeit dokumentiert sie – auch das ist wohl generationentypisch – ausgiebig auf Facebook, Twitter und Youtube.

Erst vor vier Monaten war Tine Thing Helseth im Potsdamer Nikolaisaal. Sie trat dort zusammen mit ihrer furiosen Damenkapelle „tenThing“ auf – zehn Bläser-Kolleginnen und zugleich Freundinnen, die mit ihren farbenfrohen Kleidern an eine Schmetterlingsschar erinnern.

Klassiker auf der Trompete

Zum Vorabendkonzert der Schlössernacht am Freitag, genau einen Tag nach ihrem 29. Geburtstag, reist Tine Thing Helseth diesmal allein nach Potsdam an. Wenn das Wetter mitmacht, geht sie vielleicht wieder barfuß aufs Podium; das macht sie bei sommerlichen Freiluft-Gigs gerne. Sie spielt auf dem Mopke das Trompetenkonzert von Joseph Haydn (1732–1809). Der schrieb dieses charmante, virtuose Stück für einen Wiener Instrumentenbauer, der die Klappentrompete, den Vorläufer der modernen Ventiltrompete, erfand.

Tine Thing Helseth begleitet dieses Konzert seit Langem. Sie hat es schon als Musikstudentin in Oslo geübt und vor neun Jahren auf ihrem Plattendebüt veröffentlicht. Seither nahm ihre Karriere rasant an Fahrt auf. Die Musikerin gewann wichtige Preise, darunter den Echo als „beste Nachwuchskünstlerin“, und spielte in ihrer Heimatstadt Oslo bei der Friedensnobelpreis-Gala. Ihre Beliebtheit beruht nicht zuletzt auf ihrer sympathischen, bodenständigen Ausstrahlung. Vor allem aber darauf, dass Tine Thing Helseth auf ihrer Trompete regelrecht singt. Ihr geschmeidiger, elastisch gesponnener Ton ist wirklich bemerkenswert. Dass sie immer wieder neue Stücke, Stile und Genres ausprobiert, trägt ebenfalls zum Erfolg bei. Während Geiger oder Pianisten im übervollen Notenschrank auswählen können, müssen Trompeter sich intensiv um ihr Repertoire bemühen, nach Raritäten forschen oder mit Komponisten und Arrangeuren arbeiten. Denn für die Trompete gibt es nur wenige Solo-Stücke. Deswegen wird das Haydn-Konzert auch so häufig aufgeführt.

Abwechslung garantiert

Tine Thing Helseth, die um die ganze Welt tourt, wird sich freuen, in Potsdam auf Landsleute zu treffen: das Sinfonieorchester aus dem norwegischen Stavanger. Dessen junger Chefdirigent Christian Vásquez stammt aus Venezuela und hat ebenso wie sein gefeierter Kollege Gustavo Dudamel das venezolanische Musikschulsystem „el sistema“ durchlaufen, das Armut und Kriminalität bekämpfen soll.

Man darf gespannt sein, wie der Südamerikaner die nordisch-schwermütigen Stücke angeht, die neben Haydn auf dem Programm stehen: „Finlandia“ von Jean Sibelius und Peter Tschaikowskis Fünfte Sinfonie. Und außerdem natürlich darauf, ob Tine Thing Helseth Schuhe trägt.

Das Vorabendkonzert des Stavanger Symphony Orchestra mit Tine Thing Helseth beginnt um 20 Uhr an der Bühne „auf dem Mopke“.

Highlights am 20. August sind:

Barocke Tanzstunde (17.30,19.30,21.30 Uhr im Ehrenhof), Musik unterschiedlicher Genre mit KlezFez (19.15, 21.30, 23.45 Uhr am Botaniktor) und einer Bildershow von Friedrich II. ab 20.15 Uhr am Heckentheater.

Die Schlössernacht endet um 2 Uhr!

Voll wird es in der Stadt: am selben Tag findet eine Demo am Luisenplatz und ein Pokalspiel von SV Babelsberg 03 statt. Es empfiehlt sich die Bahn vom Potsdamer Hbf zum Bhf Park Sanssouci zu nehmen. Die Tram-Linien 91 und 94 fahren bis zum Luisenplatz-Süd und Schloss Charlottenhof, zwei weiteren Eingängen. Ein kostenloser Shuttlebus fährt zum P+R am Volkspark.

Weitere Infos und das komplette Programm gibt es unter: www.potsdamer-schloessernacht.de.

Von Antje Rössler

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