Menü
Märkische Allgemeine | Ihre Zeitung aus Brandenburg
Anmelden
Kultur „Geheimnis“ im Potsdamer Kunstverein Kunsthaus
Nachrichten Kultur „Geheimnis“ im Potsdamer Kunstverein Kunsthaus
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
17:12 26.04.2016
Ein Geheimnis kann schön sein, erschließt sich aber meist erst auf den zweiten Blick: Eine Besucherin vor Martin Assigs „Mirakel“. Quelle: Bernd Gartenschläger
Anzeige
Potsdam

Das Haus war früher mal ein Pferdelazarett, die preußischen Soldaten ließen ihre Tiere aufpäppeln, den Kampf vor Augen, das Schlachtfeld im Blick. Den Puls fühlt man hier immer noch, die Diagnosen aber werden schwieriger: Es geht nicht mehr um kranke Pferde, sondern um die Gegenwart, die daran leidet, dass sie Geheimnisse umgehend lüften will. Der „Kunstverein Kunsthaus Potsdam“ verteidigt nun im umgebauten Krankenhaus das Recht, zu stauen, ohne zu verstehen.

Knapp 20 Werke loten das „Geheimnis“, so der Titel der Ausstellung, aus. Mitten im Haus ein weißer Raum, mannshoch, die Tür ist leicht geöffnet. Von drinnen leuchtet kaltes Neonlicht, man möchte dieser Quelle auf den Grund gehen. Doch wenn sich jemand nähert, schließt sich die Tür, mit leisem Knarzen. Ein Bewegungsmelder sorgt dafür, dass keiner einen Blick ins Innere des Raumes werfen kann – der Türspalt lockt, doch gibt nicht preis, was er verbirgt. Es ist ein Spiel, das bei Bedarf auch tiefere Gedanken offenbart. Die Künstlerin Jenny Brockmann hat den „scheuen Raum“, wie sie ihn nennt, entworfen. Sie sagt: „Am Ende werfen uns unsere Wünsche und Neugierden auf uns selbst zurück. Ein offener Türspalt lockt, aber letztlich zählt nur, was wir uns hinter der Tür ausmalen.“ Das Geheimnis, sagt Brockmann, sei der Anfang von Kreativität. Und diese Kreativität setze die Kunst in Gang.

Das Bild von Edward Snowden sieht aus wie eine Dollarnote

Es gibt ein Bild von Edward Snowden, dem großen „Geheimnisverräter“ unserer Zeit, der uns gezeigt hat, wie positiv so ein Verrat bei vielen Leuten wahrgenommen wird. Zumindest dann, wenn das Geheimnis eines ist, das Herrschaftswissen birgt und dazu bestimmt ist, die Macht der Eliten zu sichern. Das Snowden-Bild stammt von Gregor Cürten, es ist dem Bild einer Zeitung nachempfunden – fast ikonenhaft sieht Snowden aus, wie ein Wahrzeichen der Zivilcourage. Cürten hat mit Öl und Wachs gearbeitet, Snowden wirkt wie eingemauert, als schaue er aus einem kleinen Fenster. Die Farben des Bilder erinnern an eine Dollarnote, oben links sieht man den zarten Zahlencode: „00101101“. Ein Kürzel, das uns erzählt, wie sehr wir heute digital arbeiten, denken und unsere Geheimnisse verwalten. Festplatten sind das Ziel, es interessiert nicht mehr, heimlich in handgeschriebenen Tagebüchern zu blättern.

Ein Höhepunkt ist Peter Vogels Installation, die wie ein Stromzähler wirkt, präzise verlötet. Ein kleines Mikrofon fängt unser Lachen ein: Kybernetisch werden die Geräusche übersetzt in einer sechsstelliges Anzeige, halb Buchstabe, halb Zahl. Der willkürliche Code, gespeist von Ironie, birgt das Gefühl von tieferer Wahrheit.

Klug und gewitzt zeigt sich diese von Birgit Möckel kuratierte Ausstellung. Gerade darum, weil die Geheimnisse hier selten ausgeplaudert werden.

Info „Geheimnis“: Ausstellung im Kunstverein Kunsthaus Potsdam. Ulanenweg 9, Di 11-15 Uhr, Mi-Fr 11-18 Uhr, Sa/So 12-17 Uhr. Eintritt frei. Bis 29. Mai.

Von Lars Grote

Nach der Absage der Roxette-Welttournee hat Sängerin Marie Fredriksson ihren endgültigen Abschied vom Tour-Leben verkündet.

"Alle schönen Dinge müssen einmal zu Ende gehen, und obwohl ich es liebe, auf der Bühne zu sein, unsere Fans zu treffen, habe ich nicht mehr die Kraft für das Tour-Leben.

26.04.2016

Es begann mit "Kunst gegen Kohle" - nun werden die Ruhrfestspiele 70 und gehören zu den renommiertesten Theaterfestivals Europas. Zum Jubiläum stellen sie das Mittelmeer in den Fokus: Es verbindet die Länder, und es ist eine oft tödliche Grenze für Flüchtlinge.

26.04.2016

Für Josef Bierbichler kommt die Nachricht als Geburtstagsgeschenk. Am Dienstag wird der Schauspieler und Autor 68 Jahre alt – am selben Tag gibt die Fontanestadt Neuruppin bekannt, dass er der Preisträger des Fontane-Literaturpreises 2016 wird. Für die Jury steht Bierbichler mit seinem Buch „Mittelreich“ in der besten Tradition des großen Romanciers Theodor Fontane.

26.04.2016
Anzeige