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Kultur Gerhard Richter will kein eigenes Museum
Nachrichten Kultur Gerhard Richter will kein eigenes Museum
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00:21 01.07.2018
Gerhard Richter im Museum Barberini in Potsdam. Quelle: epd
Potsdam

Der weltweit berühmteste deutsch Künstler legt keinen Wert auf ein eigenes Museum. „So etwas möchte ich nicht“ sagte Gerhard Richter am Donnerstag im Museum Barberini in Potsdam. Was Picasso und anderen berühmten Künstlern zuteil wurde, sei ihm nicht wichtig. „Mir ist es lieber, wenn meine Bilder mit anderen zusammen sind“, so Richter.

Das Museum Barberini zeigt von Freitag an mehr als 90 Werke des 86-jährigen Malers, Bildhauers und Fotografen. Die Ausstellung, die bis zum 21. Oktober geht, trägt den Titel „Gerhard Richter. Abstraktion“.

Mit dem Begriff „abstrakt“ nicht glücklich

Richter, der seit den 70er-Jahren viele seine Werke mit dem Titel „abstraktes Bild“ versehen hat, sagte in Potsdam: „Abstrakt ist eigentlich kein glücklicher Begriff.“ Ungegenständlich würde ihn mittlerweile besser gefallen. Denn denn es sind „Bilder, die auf nichts zeigen“.

Richter war selbst an der Auswahl und der Ordnung der Bilder in der Barberini-Schau beteiligt, die von Museumsdirektorin Ortrud Westheider und dem Leiter des Dresdner Gerhard-Richter-Archivs, Dietmar Elger, kuratiert wurde. Anhand eines Modells der Räume hatte er von seinem Atelier in Köln aus auf die Gestaltung in Potsdam Einfluss genommen und schließlich mehrere Werke hinzugefügt, die bislang noch nie öffentlich gezeigt wurden. Sie kommen zum Teil direkt aus seiner Werkstatt. „Man riecht fast noch die ungetrocknete Farbe“, sagte Valerie Hortolani, die Kuratorin des Museums Barberini.

Manches Bild hat ihn überrascht

Der Künstler zeigte sich von der Potsdamer Ausstellung sehr angetan. „Es sind schöne Überraschungen dabei“, sagte Richter. Manche der Bilder, die sich zum Teil seit Jahren in Privatbesitz befinden, hätte er schon fast vergessen gehabt.

In der Ausstellung sind Werke seit Mitte der 60er-Jahre zu sehen: von der frühen grauen Phase über die Farbtafeln und Übermalungen bis zu den farbstarken Abstraktionen der vergangenen fünf Jahre. Es ist die erste Werkschau, die den Aspekt der Abstraktion in den Mittelpunkt rückt. Der 1932 in Dresden geborene Richter war nach seiner Ausbildung an der Hochschule für Bildende Künste in Dresden 1961, kurz vor dem Mauerbau, in die Bundesrepublik übersiedelt und dort in Abgrenzung und Verarbeitung der abstrakten Kunstströmungen im Westen seinen eigenen Stil entwickelt. Richters Werke gehören zu den teuersten der Welt.

Von Mathias Richter

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