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Gesellschaft im Umbruch - 53. Theatertreffen in Berlin

Theater Gesellschaft im Umbruch - 53. Theatertreffen in Berlin

Was kann, was soll zeitgenössisches Theater? Das Berliner Theatertreffen stellt erneut die wichtigsten Inszenierungen der Saison vor.

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Thomas Oberender, Intendant der Berliner Festspiele, und Festivalleiterin Yvonne Büdenhölzer vor dem offiziellen Plakat «Schauspieler» von Isa Genzken.

Quelle: Soeren Stache

Berlin. Flüchtlingskrise und Nahost-Konflikt, digitale Überwachung und Raubtierkapitalismus - das diesjährige Berliner Theatertreffen setzt sich auf unterschiedlichste Weise mit gesellschaftlichen Herausforderungen auseinander.

"Kennzeichnend für den aktuellen Jahrgang ist der starke Gegenwartsbezug der ausgewählten Arbeiten", sagt die Festivalleiterin Yvonne Büdenhölzer.

Zur 53. Ausgabe des renommierten Theaterfestivals (6. bis 22. Mai) sind erneut die zehn bemerkenswertesten Inszenierungen der Saison geladen. Drei kommen aus Berlin, zwei aus Hamburg, die anderen aus München, Kassel, Wien, Karlsruhe und Zürich. Erstmals ist fast die Hälfte der ausgewählten Theatermacher weiblich, auffallend viele sind Newcomer - nach Ansicht von Büdenhölzer ein "deutlicher Generationenwechsel".

Eröffnet wird das Festival am Freitag von Karin Beiers "Schiff der Träume" nach einem Film von Federico Fellini. Die Intendantin des Deutschen Schauspielhauses Hamburg ist bereits zum fünften Mal in der Auswahl.

Diesmal lässt sie schwarze Performer das untergehende Theaterschiff Europa entern - eine grell-ironische Auseinandersetzung mit Flüchtlingsfragen. In einem Themenschwerpunkt laden die Festivalmacher parallel zur Debatte, was Deutschland als "Willkommensland" machen könnte.

Ebenfalls vom Hamburger Schauspielhaus kommt das schräge Musical "Effi Briest - allerdings mit anderem Text und auch anderer Melodie". Das Autoren- und Regieteam Clemens Sienknecht und Barbara Bürk hat den Klassiker von Theodor Fontane frisch und respektlos neu aufgebügelt.

Bei den Berliner Produktionen ist die schon im Vorjahr gelobte israelische Regisseurin Yael Ronen (Maxim Gorki Theater) mit ihrem Nahost-Stück "The Situation" vertreten. Der Schauspieler und Regisseur Herbert Fritsch ("Murmel Murmel") stellt die surreale Sprechoper "der die mann" nach Konrad Bayer vor - entstanden an der Berliner Volksbühne. Und vom Deutschen Theater kommt Daniela Löffners "Väter und Söhne" nach einem Roman von Iwan Turgenjew.

Die Münchner Kammerspiele schicken mit Anna-Sophie Mahlers "Mittelreich" nach Josef Bierbichler ebenfalls eine Romanadaption ins Rennen. Vom Schauspielhaus Zürich kommt Ibsens "Ein Volksfeind" in der Regie von Stefan Pucher. Und das Wiener Burgtheater (Koproduktion Wiener Festwochen und Theater Basel) wurde mit Ibsens "John Gabriel Borkman" in der Regie von Simon Stone eingeladen.

Wie kreativ auch kleinere Häuser abseits der großen Theatermetropolen arbeiten, zeigen nach Ansicht von Büdenhölzer zwei weitere Inszenierungen: Hans-Werner Kroesingers Stück "Stolpersteine Staatstheater" aus Karlsruhe sowie Ersan Mondtags "Tyrannis" vom Staatstheater Kassel.

Erneut ist das Theatertreffen auch Bühne für große Schauspieler: Erwartet werden etwa Michael Wittenborn, Charly Hübner, Caroline Peters, Martin Wuttke und Birgit Minichmayr. Drei "Starke Stücke" sind am 7., 14. und 21. Mai beim Sender 3sat zu sehen.

dpa

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