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Gestatten: Sebastian Block, nachdenklich

Songwriter aus Brandenburg Gestatten: Sebastian Block, nachdenklich

Der Sänger Sebastian Block ist keine Rampensau. Der gebürtige Brandenburger sagt von sich: „Ich bin eher der nachdenkliche Typ.“ Der 36-Jährige lässt seine Songs für sich sprechen. An der Produktion seines jüngsten Albums „Der Mond ist schuld“ haben sich Fans beteiligt. Am Wochenende tritt Block beim Herzgrün-Festival in Berlin auf.

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Sebastian Block aus Brandenburg/Havel.

Quelle: dietlb.de

Potsdam. In der Musik gibt es auf Knopfdruck rockende Rampensäue und Sänger, die mit leiser Stimme den nächsten Song ansagen und dann zeigen, was in ihnen steckt. Der gebürtige Brandenburger Sebastian Block gehört zur zweiten Sorte. In einem Video der Musiksendung „TV Noir“ ist das bestens zu sehen: Als Überraschungsgast schielt er schon beim Interview vorm Song auf die Gitarre, als sei sie ein Rettungsring. Seine Arme baumeln ungelenk, dann winkt er seinem weinenden Kind zu – ein paar Akkorde später ist er in Sicherheit. Er geht aus sich raus, singt vom Eis, das zu brechen droht. Melancholisch, melodisch – das Publikum klatscht laut und johlt, das Kind hat aufgehört zu weinen.

Auch schon mal im Vorprogramm von Nena

Sebastian Block ist keiner dieser Abräumertypen, bei denen der Charme allein die neugewonnenen Fans zum T-Shirt-Stand rennen lässt. Das weiß er auch und sagt: „Ich bin keine Rampensau, die ständig das Publikum animiert, sondern eher ein nachdenklicher Typ.“ Block lässt Songs sprechen. Dabei sind ein paar Hits entstanden, er trat auch schon im Vorprogramm von Nena auf und steuerte dem Kinofilm „Wir wollten aufs Meer“ mit August Diehl und Alexander Fehling einen Song bei. Der Durchbruch mit Dauerrotation im Radio steht noch aus. An den Produktionskosten des aktuellen Albums „Der Mond ist schuld“ beteiligten sich seine Fans, es erschien auf dem eigenen Label. Für das nächste soll eine größere Plattenfirma ins Boot geholt werden.

Melancholie trifft auf Eingängigkeit

Das könnte klappen, schafft es der 36-Jährige doch im Stil von deutschsprachigen Indie-Pop-Protagonisten, wie etwa Bosse oder AnnenMayKantereit, Melancholie und Eingängigkeit zu verbinden. „Ein Song, der nur positiv ist, wäre mir zu einfach“, sagt Block, „andererseits braucht auch die Traurigkeit ein Augenzwinkern.“ Diese Art, die Welt zu besingen, entdeckte der zweifache Vater früh. Mit der Musik begann er als 15-Jähriger, später besang er mit seiner ehemaligen Band Mein Mio – musikalisch etwas klebrig – die Märchen der Großstadt. Im einem ihrer Musikvideos wacht Block zwischen Wein- und Bierflaschen auf und wankt zu einer Staffelei. Ein Hinweis darauf, was ihm neben der Musik das Überleben sichert. Er ließ sich an der Komischen Oper in Berlin zum Bühnenmaler ausbilden. Mittlerweile bemalt er für eine Agentur aus seiner Geburtsstadt Brandenburg an der Havel Innenräume und Fassaden. Mehr als zehn Jahre ist es her, dass er nach Berlin zog, denkt er an die Heimat wird er wieder melancholisch: „Leider wurde in Brandenburg kulturell vieles heruntergefahren, aber ich habe noch viele Freunde da und ich bewundere die, die sich dort engagieren.“

Auftritte: Sebastian Block spielt am Freitag um 18 Uhr und Sonntag um 15.30 Uhr beim Herzgrün-Festival im Berliner Sony Center, alles Infos dazu auf www.herzgruen.de

Von Maurice Wojach

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