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Glamour und Revolution: Chanel-Show in Havanna

Mode Glamour und Revolution: Chanel-Show in Havanna

Lange galt Luxus als dekadent auf Kuba, nun wird vieles anders in dem kommunistischen Inselstaat. Designerstar Karl Lagerfeld zeigt dort seine neuen Entwürfe - Motive und Farben transportieren einen Hauch karibisches Flair.

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Karl Lagerfeld zeigt seine Kreationen auf Kuba. Foto: Alejandro Ernesto

Havanna. Genügsamkeit war gestern: Erstmals hat das französische Modehaus Chanel eine opulente Fashion Show im kommunistischen Inselstaat Kuba ausgerichtet.

Designer-Ikone Karl Lagerfeld präsentierte am Dienstagabend (Ortszeit) seine neue Cruise-Kollektion 2016/2017 vor imposanter Kulisse auf der berühmten Promenade Paseo del Prado in Havanna. Das Glamour-Event sorgte stundenlang für Furore in der Hauptstadt des Karibikstaates.

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Action-Star Vin Diesel hat auf Kuba gerade die Dreharbeiten zu «Fast and Furious 8» gestartet. Foto: Alejandro Ernesto

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Für die Schau war die breite Promenade zwischen den teilweise schwer ramponierten Kolonialbauten in der Altstadt der Karibikmetropole zum Catwalk unter freiem Himmel umfunktioniert worden. Nicht mal ein leichter Regen vermochte den zahlreichen Schaulustigen auf den Balkons der umliegenden Häuser die Lust am Luxus zu verderben.

Chanel hatte nach eigenen Angaben mehr als 150 alte amerikanische Straßenkreuzer für geladene Gäste gemietet - die "Oldtimer" sind seit Jahren eine Art Markenzeichen Kubas. Auch die neuen Entwürfe von Lagerfeld erinnerten mit olivgrünen Farben, Guerillero-artigen Mützen und karibischen Motiven an das Gastland der diesjährigen Mode-Show. Der Chefdesigner selbst erschien mit glitzernder Jacke und der üblichen dunklen Brille auf der Paseo del Prado.

Das Mode-Event war im Zuge der Öffnung Kubas organisiert worden. Die Regierung von Staatschef Raúl Castro fährt seit Jahren einen allmählichen wirtschaftlichen Öffnungskurs, dazu kamen zuletzt kleine politische Reformen. Ende 2014 hatte das Land eine Wende in seinen seit den 1960er Jahren schwer belasteten Beziehungen zum früheren ideologischen Erzfeind USA eingeleitet.

Zahlreiche Prominente und Künstler sind seitdem in den jahrzehntelang abgeschotteten Karibikstaat gereist, um noch den alten Charme der kommunistischen Bastion im Wandel kennenzulernen. Im März gaben die Rolling Stones erstmals ein Konzert in Havanna. Der Open-Air-Veranstaltung mit freiem Eintritt wohnten nach Schätzungen rund 400 000 Menschen bei.

dpa

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