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Kultur Globaler Stil-Mix aus Berlin
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08:25 30.03.2017
Kammerweltmusik nennt das Trio Laccasax seine Tour de Force durch die Stile. Quelle: Joachim Dette
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Potsdam

Es war ein mal ein junger Mann namens Andrey Lakisov. Geboren in Weißrussland, begann er eines Tages, auf dem Saxofon zu spielen. Das ihm gar trefflich gelang. Schließlich kam er nach Berlin. An der Musikhochschule Hanns Eisler wurde er noch besser. Neben Klassik und Jazz interessierte sich Andrey für Weltmusik, darunter Ska aus Jamaika. Weshalb er für das Skazka Orchestra mächtig in die Kanne bläst. Andrey tat sich darüber hinaus mit dem Timofey Sattarov zusammen, ein Akkordeonspieler und Komponist, den er von der Hochschule kannte. Dann begab es, sich dass die beiden einen weiteren Mitstreiter suchten. Im Kontrabassisten Bernd Gesell war er gefunden und das Trio Laccasax alsbald aus der Taufe gehoben.

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Man sollte meinen, die Kunst des Trios habe sich längst erschöpft. Mitnichten. Wie Thierry Maillard, André Ceccarelli, Dominique Di Piazza deutlich unter Beweis stellen: Die Jazzer stimmen einen Gesang auf die Berge an, wie man ihn ewig nicht vernommen hat. Piano, Bass und Schlagzeug erzeugen einen Fluss, wie er sich nicht lieblicher durchs Tal schlängeln könnte. Doch nie ertrinkt das harmonische Zusammenspiel, zu dem die drei finden, in purem Wohlklang. Denn tiefe Abgründe, schroffe Grate und nadelspitze Felsen gibt es. Geröll und Stellen, die vereist sind – die Thierry, André und Dominique gemeinsam überwinden.

Thierry Maillard, André Ceccarelli, Dominique Di Piazza: Il Canto Delle Montagne. Ilona Records/Broken Silence.

Dies trug sich vor vier Jahren zu und seither ist der Dreier viel aufgetreten um seine überaus aufgeschlossene Vision von Musik unter die Leute zu bringen. Denn Andrey, Timofey und Bernd lassen sich von keinerlei Mauern oder Einfriedungen stören. Das gewagte Aufeinandertreffen der Genres, ein gewieftes Ausreizen der Spielarten, ein lustvoller Erkundungsgang - das ist ganz ihre Sache. Darin gehen sie auf.

Die Virtuosen zeigen, dass Jazz jauchzen und tänzeln kann wie im Klezmer. Dass Walzer an der Wolga geliebt wird, um bald in einen Spaziergang an der Seine zu münden. Und dass Klassik, auch wenn sie hier ungezähmter herüberkommt, keineswegs schwere Kost sein muss. Kann auch sein, dass sich plötzlich ein Tango aus der glänzenden Interaktion schält. Oder ein Blues, der schunkelt wie ein Reggae. Wie gesagt, ein Konzept, das aufgeht. Ihr Debüt „Passe Partout“ kann man sich als Baum voll mit prallen Früchten vorstellen. Auf jeden Fall können Sie sich beim Auftritt der drei ein Bild davon machen. Und sie spielten lange und glücklich...

Konzerttermine: Sonnabend, 2. April, 16 Uhr, im Foyer des Nikolaisaals Potsdam; Donnerstag, 6. April, 20 Uhr im Pianosalon Christophori in Berlin-Wedding; Sonntag, 9. April, 19 Uhr, Badehaus Szimpla in Berlin-Friedrichshain.

Von Ralf Thürsam

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