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Grandioses Finale beim Berliner Musikfest

Nielsen, Schönberg, Mahler Grandioses Finale beim Berliner Musikfest

Nahezu drei Wochen musizierten Klangkörper aus aller Welt beim diesjährigen Berliner Musikfest auf höchstem Niveau. Zum Abschluss am Sonntag standen nochmals Carl Nielsen, Arnold Schönberg und Gustav Mahler auf dem Programm. Die Berliner Philharmoniker und Sir Simon Rattle sorgten für einen krönenden Abschluss.

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Sir Simon Rattle und die Berliner Philharmoniker

Quelle: Monika Ritterhaus

Berlin. Mit dem sich zu einem geradezu triumphalen Blechbläserhymnus aufschwingenden Finale endete Carl Nielsens 4. Sinfonie „Das Unauslöschliche“. Eine von feurigem Atem bestimmte Aufführung, mit der die Berliner Philharmoniker, geleitet von Sir Simon Rattle, am Sonntagabend einen sinnfälligen Schlusspunkt unter das diesjährige Musikfest Berlin setzten. Ein Musikfest, bei dem der dänische Komponist neben Gustav Mahler und Arnold Schönberg eine der Leitgestalten war.

Mit Nielsens Vierter verbindet sich für die Philharmoniker eine besondere Tradition. Stellten sie doch das Opus bereits 1917, nur ein Jahr nach der Kopenhagener Uraufführung, erstmals vor. Engagiert auch jetzt ihr Einsatz. Sogleich im explosiven Kopfsatz wurde man von der die Konflikthaftigkeit des Werkes verdeutlichenden Lesart in den Bann gezogen. Nicht minder fesselnd das von tiefer Lebensgläubigkeit getragene, in seiner grandiosen Polyphonie differenziert ausgeleuchtete Adagio. Ebenso überzeugend gestaltet der Schlusssatz, der nach dem vehementen Duell der beiden Paukenpaare in einer von gespannter Aktivität erfüllten Apotheose gipfelt – so die Unzerstörbarkeit des unauslöschlichen Lebens verkündend.

Welten liegen zwischen Nielsens Sinfonie von 1916 und Schönbergs 1913 vollendetem Drama mit Musik „Die glückliche Hand“ – dem anderen Hauptwerk des Abends. Das Werk will mittels symbolischer Bildelemente und theatralischer Aktionen ein Sinnbild der Vereinsamung des Künstlers in der modernen Welt gestalten. Konnten in der konzertanten Darbietung Schönbergs szenische Vorstellungen und seine innovative Lichtdramaturgie nicht realisiert werden, war gleichwohl das Engagement des vortrefflichen Baritons Florian Boesch und der Solisten des Berliner Rundfunkchores sowie der konturenscharf musizierenden Philharmoniker beeindruckend.

Einen Höhepunkt markierte auch das Konzert des Rundfunk- Sinfonieorchesters Berlin mit Marek Janowski am Pult, der alle drei Leitfiguren des Festivals zu Wort kommen ließ. Zum Auftakt das Adagio aus Mahlers unvollendeter 10. Sinfonie. Nuanciert vermochten der Dirigent und seine Musiker den von Resignation und Verzweiflung erfüllten Stimmungsgehalt nachzuzeichnen. Danach das „Lied der Waldtaube“ aus Schönbergs klanglich opulentem „Gurre-Lieder“-Zyklus in einer vom Autor erstellten kammerorchestralen Fassung. Ein Glücksfall die schottische Mezzosopranistin Karen Cargill, die mit geradezu inbrünstiger Stimme als Todesbotin überzeugte. Zwei Werke, kündend von Abschied und Untergang, denen Janowski Nielsens von ungebrochenem Lebensgefühl durchdrungene 3. Sinfonie, die „Sinfonia espansiva“, gegenüberstellte. Überwältigend die im Kopfsatz entfesselten rhythmischen Energien, feinsinnig nachgezeichnet das friedvolle Andante mit eingewobenen Vokalisen, assoziierend den „Gleichklang von Natur und Kultur“, bis dann im Finale ein deutliches Bekenntnis zu unbändiger Tätigkeit hörbar wurde.

Nahezu drei Wochen lang wurde die Berliner Philharmonie zum Treffpunkt hervorragender Klangkörper aus nah und fern. Dank einer schlüssigen, weitsichtigen Programmdramaturgie zollten auch die auswärtigen Orchester der Festivalkonzeption ihren Tribut. Unbedingt zu erwähnen wären da das Gastkonzert des von Zubin Mehta geleiteten Israel Philharmonic Orchestra mit Schönbergs 1. Kammersinfonie und Mahlers Neunter sowie der Abend des Royal Danish Orchestra, des ältesten Orchesters der Welt. Das unter Michael Boder Schönbergs Monodrama „Erwartung“ mit Nielsens 5. Sinfonie konfrontierte. Der dänische Tonschöpfer ist endlich in Berlin angekommen!

Von ietrich Bretz

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