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Kultur Grimme-Direktorin nimmt TV-Satiriker Böhmermann in Schutz
Nachrichten Kultur Grimme-Direktorin nimmt TV-Satiriker Böhmermann in Schutz
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11:14 09.04.2016
Der Satiriker Jan Böhmermann erhielt auf der Grimme-Preis-Verleihung einen Ehrenpreis. Quelle: Henning Kaiser
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Marl

Die Debatte um die Erdogan-Satire des TV-Satirikers Jan Böhmermann hat auch bei der Verleihung der Grimme-Fernsehpreise am Freitagabend im westfälischen Marl Wellen geschlagen.

Böhmermann war ein Grimme-Preis für seine Satire um den Mittelfinger des griechischen Ex-Finanzministers Gianis Varoufakis zuerkannt worden. Nach massiver Kritik an seiner Erdogan-Satire hatte er am Morgen seine persönliche Teilnahme an der Verleihung in Marl jedoch abgesagt.

Die Direktorin des Grimme-Instituts, Frauke Gerlach, nahm Böhmermann in Schutz. "Wir haben zu Recht ein Grundgesetz, das die Meinungsfreiheit, die Pressefreiheit und die Kunstfreiheit schützt", sagte sie zu Beginn der Gala. Die Grenze für Satire sei weit. "Es besorgt mich sehr, mit welcher Hitzigkeit die Debatte geführt wird. Ich würde mich freuen, wenn die ganze Debatte wieder versachlicht würde." Persönliche Anfeindungen könne man nicht tolerieren. "Das ist ein Signal, das wir hier geben wollen."

Böhmermann steht seit Tagen im Fokus wegen seines Schmähgedichts über den türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan. Die Mainzer Staatsanwaltschaft ermittelt gegen den Satiriker, weil er in seiner Sendung "Neo Magazin Royale" vor gut einer Woche in dem Gedicht über Erdogan mit Begrifflichkeiten unterhalb der Gürtellinie gearbeitet hatte. Zuvor hatte das NDR-Magazin "extra 3" eine Satire über Erdogan ausgestrahlt, in der dessen Vorgehen gegen Medien, Demonstranten und Kurden auf die Schippe genommen wird.

Ein Schüler hatte vor der Verleihung am roten Teppich vor dem Theater Marl ein Plakat hochgehalten, auf dem ein Porträt Böhmermanns mit dem Wort "Vermisst" überschrieben war. Der Schauspieler Max Mauff, der am Abend für seine Darstellung im ZDF-Film "Patong Girl" einen Grimme-Preis erhalten sollte, nahm das Schild und posierte damit vor den Kameras.

dpa

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