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13:41 16.11.2016
Phil (Louis Hofmann, v.l.), Diane (Ada Philine Stappenbeck) und Hippie-Mama Glass (Sabine Timoteo) in dem Film „Die Mitte der Welt“. Quelle: Universum Film
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Berlin

Der 17-jährige Phil (Louis Hofmann) lebt mit seiner Familie in einer märchenhaften, efeuumrankten Villa. Es ist Sommer und Phil hängt mit Kat (Svenja Jung) ab: Eis essen, Radfahren, schwimmen. Phils Hippie-Mama Glass (Sabine Timoteo) ist eher beste Freundin als Erziehungsberechtigte, einen Vater gibt es nicht. Ihr unkonventioneller Lebensstil – nach dem Motto: wir lassen uns nicht vorschreiben, wie wir zu leben haben – und die ständig wechselnden Liebhaber sind den Nachbarn ein Dorn im Auge. Sie besprühen ihr Auto mit „Bitsch“, worauf es sich Glass nicht nehmen lässt, sie mit großem Getöse darauf hinzuweisen, dass man Bitch ohne S schreibt. Nur Phils Zwillingsschwester Diane (Ada Philine Stappenbeck) scheint keine gute Zeit zu haben, sie zieht sich immer mehr zurück und redet kaum noch. Das beunruhigt Phil, aber gerade hat er etwas anderes im Kopf: Nicholas (Jannik Schümann), cool und blendend aussehend, ist nach den Sommerferien in seine Klasse gekommen und es ist Liebe auf den ersten Blick.

In tollen Bildern wird von der ersten großen Liebe erzählt

Basierend auf dem gleichnamigen Jugendroman von Andreas Steinhöfel, der bereits die Vorlagen für die drei „Rico, Oskar“-Kinderfilme lieferte, erzählt der österreichische Regisseur Jakob M. Erwa in „Die Mitte der Welt“ von den Problemen beim Erwachsenwerden. Das Schwulsein ist dabei gar nicht das Thema, sondern die erste große Liebe. Erwa findet dafür ganz tolle Bilder, die die Gefühlslagen der Protagonisten zeigen, mal taucht er die Leinwand in tiefes Rot, mal lässt er Phil im Goldregen tanzen. Aber der Glücksrausch hält nicht ewig. Und am Ende, nachdem er ein tragisches Familiengeheimnis entdeckt hat, macht sich Phil auf, seine Mitte zu finden.

„Die Mitte der Welt“, Regie: Jakob M. Erwa, 115 Minuten, ab 12 Jahre

Von Moritz Palma

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