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Große Maya-Schau in Berlin

Kunst Große Maya-Schau in Berlin

Deutschland und Mexiko wollen sich gegenseitig besser kennenlernen. Am Montag eröffnete eine Maya-Ausstellung in Berlin das gemeinsame Kulturjahr - mit den Präsidenten beider Länder.

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Eine steinerne Schlangenskulptur aus der Zeit zwischen 900 und 1250 n. Chr.

Quelle: Bernd von Jutrczenka

Berlin. In Mexiko erinnern mächtige Pyramiden und Tempelbauten an die geheimnisumwitterten Maya. In Berlin ist das alte indianische Kulturvolk nun in einer besonderen Geschichte zu erleben.

Als Glanzpunkt des deutsch-mexikanischen Kulturjahres zeigt der Martin-Gropius-Bau eine Ausstellung mit mehr als 300 Werken der berühmten präkolumbianischen Hochkultur. Einige davon gehören zu den kostbarsten Nationalschätzen Mexikos.

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Die Ausstellung zeigt rund 350 Werke der indigenen Kunst, darunter viele mexikanische Nationalschätze.

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"Rundherum ein Abenteuer", so nennt Museumschef Gereon Sievernich die Schau, für die das mexikanische Nationalinstitut für Anthropologie und Geschichte (INAH) verantwortlich zeichnet. Bundespräsident Joachim Gauck und sein mexikanischer Amtskollege Enrique Peña Nieto besuchten die Ausstellung am Montag und gaben damit den Startschuss für das gemeinsame Kulturjahr.

"Die Maya - Sprache der Schönheit", unter diesem Titel sind Reliefs, Büsten und Figuren aus Stein und Ton sowie Kultgegenstände, Schmuck und Masken zu sehen. Im Mittelpunkt stehen Körper - von Menschen, Tieren und Göttern, aber auch von Fabelwesen und fantastischen Mischformen.

Wunderbares Beispiel ist das Weihrauchgefäß, das Katalog und Plakate ziert: ein Brüllaffen-Mensch mit einer Schlange am Arm, der mit Pinsel und Tintenfass als Schriftgelehrter der Götter gilt. "Hier gehen das Lebendige und das Tote, das Natürliche und das Übernatürliche sowie Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft in einer unendlichen Spirale ineinander über", schreibt Kuratorin Adriana Velásquez Morlet (INAH) im Katalog.

Die Maya hatten in der Zeit von 500 vor bis 1500 nach Christus vor allem auf der Halbinsel Yucatán am Golf von Mexiko eine beispiellose Hochkultur geschaffen. Es gab eine hochkomplizierte Glyphenschrift, einen entwickelten Kalender und ein ausgeklügeltes mathematisches System. Ihre Vorstellung vom Leben drückten sie mit verschiedenen Materialien und Techniken in ihren Alltags- und Prunkbauten und ihren Kunstwerken aus.

Prägend für die Kultur war die Religion. Um die Götter zu besänftigen, gab es einen ausgefeilten Körperkult. "Dies reichte vom Alltäglichen wie Haartracht und Haarfarbe bis hin zu Zahnschmuck, Narben, Tattoos und der künstlichen Veränderung der Kopfform, die das Ausstehen auf Lebenszeit veränderte", erläuterte Kuratorin Karina Romero Blanco in Berlin.

Davon zeugen viele Figuren der Ausstellung mit ihren Verzierungen und dem prachtvoll ausgearbeiteten Kopfschmuck. Andererseits gibt es bewegend einfache Figuren wie den Torso einer schwangeren Frau oder den nackten "Fahnenträger", der als riesiger Steinkoloss die Besucher am Eingang empfängt. Von der Lust und Sinnenfreude des Volkes erzählen etwa ein junger Mann mit einem mehr als kräftigen Geschlecht und ein Riesenphallus aus Kalkstein.

Die besondere Rolle der Tiere in der Maya-Kultur spiegelt sich in zahlreichen Darstellungen. Jaguar, Affe, Nasenbär, Tapir, Krokodil, Hirsch, Maus, Schildkröte, Fische und Vögel - alles was kreucht und fleucht, ist in Stein gefasst.

Atemberaubend besonders die Darstellung einer gefiederten Schlange, die ihr vermutlich tonnenschweres Haupt mit unendlicher Grazie dem Besucher entgegenstreckt. Auch die etwa 150 Götter des Maya-Himmels sind mit eindrucksvollen Figuren vertreten. "Es ist ein faszinierender Einblick in den Kosmos der Maya-Welt", sagt Museumsdirektor Sievernich.

Rund acht Millionen Menschen zählen heute noch zu dem indianischen Volk, dessen Geschichte noch längst nicht zu Ende erforscht ist. In Mexiko sind nach Angaben von Yukatáns Tourismusminister Saul Martin Ancona Salazar zwar 16 archäologische Stätten bereits zugänglich, in mehr als 3000 werde aber noch geforscht. "Wir sind", so sagte er, "die Erben einer großartigen Kultur, die immer noch lebendig ist."

dpa

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