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Kultur Große Probleme in Brandenburgs Bibliotheken
Nachrichten Kultur Große Probleme in Brandenburgs Bibliotheken
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09:12 26.11.2015
Quelle: Bernd Gartenschläger
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Potsdam

„Stell Dir vor, es gäbe einen Ort, an dem man ungestört über die Zukunft nachdenken kann oder in eine Geschichte abtauchen ...“ Cornelia Stabrodt aktiviert mit einem Doppelklick ein kurzes Werbevideo des Deutschen Bibliotheksverbandes, ehe sie über die Situation der öffentlichen Bibliotheken in Brandenburg spricht. Sie sitzt neben Brandenburgs Kulturministerin Sabine Kunst (SPD). Beide wollen in der Potsdamer Staatskanzlei ei­nen




Vor ihnen liegt die 86-seitige Publikation mit lindgrünem Umschlag, eine Art Handreichung für Fachleute, die einen Soll-Zustand umreißt. Den Ist-Zustand betrachten die beiden Frauen aus recht unterschiedlicher Warte. Die Ministerin stellt das Erreichte her­aus. Die stellvertretende Vorsitzende des Bibliothekslandesverbandes kommt ohne Umschweife auf die Defizite zu sprechen. Seit dem letzten Leitfaden vor 20 Jahren haben Internet und Digitalisierung die Welt grundlegend verändert. Aktuell beschworen wird die Bibliothek als „Lernort“, als „kultureller Treffpunkt“, als „Informationsvermittler“. In dem querformatigen Heft finden sich auch Merksätze wie „Öffentliche ­Bibliotheken brauchen eine angemessene Stellenplanung – laut Fachstandard ist das eine Stelle je 3000 Einwohner.“ Die personelle Ausstattung in Brandenburg läge mit 62 Prozent deutlich darunter.

Der Bibliotheksentwicklungsplan vermittelt keine konkreten Aufschlüsse darüber, welche Häuser in den nächsten Jahren ausgebaut, fusioniert, modernisiert oder neu errichtet werden. Die Verantwortung für die Bibliotheken liegt bei den Kommunen. Großvorhaben sind beiden Frauen nicht bekannt. Seit 1995 wurde keine Bibliothek im Land mehr abgewickelt. Die Lobbyorganisation dringt darauf, die Bibliotheken als Standortfaktoren in die regionalen Entwicklungsplanungen einzubeziehen. „Die Anschaffung etwa von Medieneinheiten zählt leider zu den freiwilligen Ausgaben, und da sind wir immer wieder die ersten Rotstiftopfer“, klagt Cornelia Stabrodt. Dabei gelte die Regel: „Eine Bibliothek ist so gut wie ihr Bestand – je aktueller, desto besser.“

Die aktuellen Zahlen

Im Land Brandenburg zählten die öffentlichen Bibliotheken im Jahr 2014 rund 2,8 Millionen Besuche und neun Millionen Entleihungen. 12 000 Veranstaltungen wurden durchgeführt. Alle Zahlen sind Steigerungen gegenüber dem Vorjahr.


Bundesweit können die Bibliotheken pro Jahr mehr Besucher ausweisen als die Stadien der Fußball-Bundesliga.

200 öffentliche Bibliotheken gibt es in Brandenburg.
137 von ihnen werden hauptamtlich und 63 nebenamtlich geleitet. In den letzten Jahren wurden immer mehr Festangestellte durch Ehrenamtler
ersetzt. Nur 79 Prozent der Stellen sind überhaupt mit bibliothekarischem Fachpersonal besetzt.

Vier von fünf
Bibliotheken in Brandenburg sind heute in der Lage, digitale Medien auszuleihen.

150 000 Euro gibt das Land Brandenburg im Jahr für die Digitalisierung von Altbeständen aus. Um die technischen Voraussetzungen für die Online-Fernleihe zu finanzieren, stellt das Land im Jahr 340 000 Euro zur Verfügung. Die Potsdamer Landesbibliothek erhält für ihre landesbibliothekarischen Ausgaben Zuwendungen von jährlich 538 000 Euro.

Es gebe einige Vorzeigeeinrichtungen im Land Brandenburg, darunter spektakulär gelungene Häuser wie die Stadt- und Landesbibliothek in Potsdam, die Bibliothek im Bahnhof in Luckenwalde oder auch die Stadtbibliotheken Wittstock/Dosse oder Wusterhausen/Dosse, die in alten Fachwerkhäusern residieren. Auch der Landkreis Elbe-Elster kümmere sich vorbildlich um seine Fahrbi­bliothek. Die Zahl der mobilen Büchereien sei landesweit von acht auf fünf gesunken. Große Anstrengungen habe der Erhalt der Stadtbibliothek in der 25 000-Einwohner-Stadt Rathenow erfordert. Eine Abwicklung konnte in letzter Minute abgewendet werden.

Der Ministerin stechen bei ihren Rundreisen vor allem die vielen gemütlichen Ecken ins Auge, Nischen, in denen Kinder und Jugendliche jenseits von Elternhaus und Schule Geborgenheit und Anregungen finden. Typisch für Brandenburg sei auch die Vernetzung der Bibliotheken mit den Volkshochschulen. Derzeit suchten viele Flüchtlinge erstmals die Häuser auf. Viele Bibliothekare stellten Anträge, um zusätzlich Sprachkurse kaufen zu können. Auch die Anschaffung arabischsprachiger Bücher sei vorstellbar. Finanzspritzen dafür habe es bisher leider nicht gegeben.

Von Karim Saab

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