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Starkes Trio im Thalia

Hanno Koffler mit Andreas Marquardt und Marion Erdmann zeigen „Härte“ Starkes Trio im Thalia

„Härte“ erzählt die wahre Geschichte des Karate-Spitzensportlers Andreas Marquardt, der brutaler Zuhälter war und in einer Therapie den jahrelangen sexuellen Missbrauch seitens seiner Mutter aufarbeitete. Das Dokudrama läuft im Babelsberger Thalia-Kino.

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Andreas Marquardt, Marion Erdmann und Hanno Koffler (v.l.) .

Quelle: christel köster

Babelsberg. Als der kleine Andreas gerade ein paar Monate alt war, übergoss der Vater ihn mit Wasser, stellte den Jungen bei Minusgraden auf den Balkon. „Ich sollte sterben“, erzählt der große Andreas, inzwischen Ende 50, im Doku-Drama „Härte“. Ein mieser Vater, die Mutter – keinen Deut besser. Als Andreas sechs war, begann sie, ihn sexuell zu missbrauchen. Andreas trainierte wie besessen Karate, rutschte als Jungerwachsener ins Rotlichtmilieu und wurde ein brutaler, „erfolgreicher“ Zuhälter, ein Frauenschläger, kam ins Gefängnis. Dann die Läuterung. „Ich musste was tun, sonst wäre ich immer wieder im Knast gelandet“, so Marquardt. Der Karate-Champion stellte sich seinem schlimmsten Feind – der Vergangenheit, kämpfte um eine Therapie – aus der seine 2006 erschienene Autobiografie entstand. Auf „Härte“ basiert Rosa von Praunheims krasser Film. Interviewsequenzen mit Marquardt und dessen langjähriger Lebensgefährtin Marion Erdmann, die er einst auf den Strich schickte und die immer zu ihm hielt, wechseln sich mit rückblickenden Spielszenen ab.

Der Besuch des Regisseurs im Thalia-Kino war angekündigt, der Meister ließ sich jedoch wegen „Unwohlseins“ entschuldigen. Dafür kam ein starkes Trio: Marquardt mit seiner Lebensgefährtin Marion Erdmann und Schauspieler Hanno Koffler, der den muskelbepackten Zuhälter „Andy“ so absolut überzeugend Dicke-Hose-mäßig verkörpert, dass der 35-Jährige als bester Darsteller für den Deutschen Filmpreis nominiert ist. „Unser Austausch war absolut intensiv, Andreas und ich hatten gleich eine gute Energie.“ Marquardt lobt zurück:

Die breiten Schultern, der Stiernacken – äußerlich könnte man Andreas Marquardt den harten Kerl noch immer abnehmen. Was früher nicht ging, nämlich Gefühle zeigen, kann der Berliner nun. „Ich hab’ Weinkrämpfe bekommen, angefangen zu zittern, als ich ,Härte’ das erste Mal im Rohschnitt gesehen hab’.“ Mehr als ein Dutzend Mal hat der mittlerweile schwer herzkranke Marquardt seine Geschichte auf Leinwand gesehen, „gerade kann ich nicht mehr“.

Kein Vergeben, kein Verzeihen. „Ich hasse meine Eltern bis aufs Blut, sie haben das aus mir gemacht, was ich damals war.“ Damit Kinder häuslicher Gewalt nicht so hilflos gegenüber stehen wie der kleine Andreas damals, trainiert er „die kleenen Purzels“ in Karate, vermittelt ihnen Selbstvertrauen und Respekt.

„Härte“, täglich um 21.15 Uhr, Montag außerdem um 12 Uhr im Thalia-Kino.

Von Ricarda Nowak

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