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“Haltestelle Woodstock“ startet mit Dauerregen

Hohe Sicherheitsauflagen “Haltestelle Woodstock“ startet mit Dauerregen

Vier Bühnen, drei Tage voller Musik und tausende Musikfans nicht nur aus Polen: Im westpolnischen Kostrzyn (Küstrin) findet das größte polnische Open-Air-Festival statt. In diesem Jahr gibt es besondere Sicherheitsauflagen – auch für die Rückreise am Sonntag.

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Quelle: dpa

Potsdam/ Kostrzyn. Im westpolnischen Kostrzyn (Küstrin) - nahe der deutsch-polnischen Grenze - hat am Donnerstag das größte polnische Musikfestival begonnen. Zum Start von “Przystanek Woodstock“ (Woodstock-Haltestelle) gab es Dauerregen.

Schlammbäder garantiert

Mehrere tausend Jugendliche, die zum Teil schon seit Tagen auf dem Festivalgelände ihre Zelte aufgeschlagen hatten, tanzten trotz der Regengüsse ausgelassen vor der großen Bühne zu den Rhythmen der polnischen Band “Luxtorpedia“. Die traditionellen Woodstock-Schlammbäder waren angesichts des heftigen Regens garantiert.

“In der 22-jährigen Geschichte des Festivals hatten wir nicht so eine Situation», sagte Owsiak über die Wetterkapriolen. «Das war der schwierigste Tag.“ Die Ordner mussten am ersten Festivaltag rund 700 mal helfen, 25 Festivalbesucher mussten in Krankenhäuser gebracht werden.

Solidarität mit Nizza

Am Freitag soll ein Zeichen der Anteilnahme mit den Opfern des Terroranschlags in Nizza gesetzt werden. „Wir werden auf der Bühne Solidarität mit den Menschen zeigen, die dieses Unglück durchleben“, kündigte Festivalleiter Jerzy Owsiak am Freitag an. An eine Verkürzung des Festivals, das erstmals mit erhöhten Sicherheitsauflagen organisiert werden muss, werde aber nicht gedacht. Nicht Isolation, sondern Gespräche seien der richtige Weg, betonte Owsiak.

Und die Sicherheit bei Woodstock?

Erstmals haben die Behörden das dreitägige Festival als “Veranstaltung mit erhöhtem Risiko“ ausgewiesen und Sicherheitsauflagen zur Bedingung des auch bei deutschen Besuchern beliebten Festivals gemacht. So wurde ein mehr als sechs Kilometer langer Sicherheitszaun um das Gelände gezogen. Auf den Bühnen gibt es Überwachungskameras. Zur Begründung heißt es, die Behörden befürchten, Rechts- und Linksextremisten könnten auf dem Festival für Unruhe sorgen.

Owsiak, der “Woodstock“ als Dankeschön für das Engagement jugendlicher Helfer für seine Spendenaktion für Kinderkrankenhäuser ins Leben rief, wies dies scharf zurück. “Dieses Festival ist eine Errungenschaft der vergangenen 22 Jahre“, sagte er im Fernsehsender TVN24. “Es unterscheidet sich von den großen kommerziellen Festivals, so fantastisch sie auch sind. Wir haben hier eine Bürgergesellschaft junger Menschen geschaffen.“

Nicht nur Musik

Außer Musik gibt es auf dem “polnischen Woodstock“ auch Diskussionen mit Künstlern, Intellektuellen und Menschen, die sich in der polnischen Zivilgesellschaft engagieren. In diesem Jahr nimmt auch der polnische Ombudsmann für Bürgerrechte am Festival teil.

Die Abreise am Sonntag

Die Anreise von rund 5000 Festivalbesuchern aus Deutschland lief „geordnet und ohne Zwischenfälle“, so die Bundespolizei. Den Hauptreiseweg bildet hierbei die Bahnstrecke RB 26 von Berlin nach Kostrzyn. Im Stundentakt verkehren Züge der Niederbarnimer Eisenbahngesellschaft vom Bahnhof Berlin-Lichtenberg über Strausberg, Seelow und Küstrin-Kietz nach Kostrzyn.

Ohne Zwischenstopp von Kostrzyn nach Berlin

Zur Gewährleistung der Sicherheit der Bahnreisenden begleitet die Bundespolizei anlassbezogen den Zugverkehr in Richtung Polen und setzt wiederholt Streifen auf den relevanten Bahnhöfen und Haltepunkten ein.

Zur Abwicklung des Rückreiseverkehrs setzt die Niederbarnimer Eisenbahngesellschaft am Sonntag einen Sonderzug um 3 Uhr ab Kostrzyn ein. Dieser fährt ohne Zwischenhalt direkt nach Berlin-Lichtenberg.

Und nächstes Jahr?

Wird es auch im kommenden Jahr ein Woodstock-Festival geben? Im Interview wollte Jurek Owsiak, der Gründer des Festivals, keine Prognosen wagen – und betonte: “Wenn dies das letzte Festival sein sollte, weil jemand verbieten will, es zu organisieren – dann soll es das schönste sein.“

Von MAZonline

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