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Hans-Otto-Theater stellt Spielplan 2015/16 vor

Bühne Hans-Otto-Theater stellt Spielplan 2015/16 vor

Das Potsdamer Hans-Otto-Theater eröffnet die nächste Spielzeit mit Roland Schimmelpfennigs Stück „Das schwarze Wasser“. Neben Klassikern wie Tschechows „Drei Schwestern“ steht viel Gegenwartsdramatik auf dem Spielplan. Aber wird es das Ensemble wirklich wagen, Lutz Seilers Erfolgsroman „Kruso“ auf die Bühne zu bringen?

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Tobias Wellemeyer, Intendant des Hans-Otto-Theaters.

Quelle: Christel Köster

Potsdam, . Die Schauspieler des Potsdamer Hans-Otto-Theaters geben sehr unterschiedliche Antworten, wenn man sie fragt, warum sie das Theater lieben. „Weil es eine Möglichkeit ist, der realen Welt für kurze Zeit zu entkommen“, sagt Andrea Thelemann in der druckfrischen Spielzeit-Broschüre für 2015/16. „Weil es im besten Falle ein Spiegelbild der Gesellschaft ist. Wenn es das nicht ist, ist es leider nicht selten unerträglich“, meint dagegen ihr Kollege Raphael Rubino.

Folgt man den Ausführungen von Chefdramaturgin Ute Scharfenberg, die am Dienstag die 20 geplanten Inszenierungen der nächsten Saison vorstellte, geht es ihrem Haus vor allem um „das Innenleben des Mittelstandes,“ um „Fragen der sozialen Umverteilung“, um „die Brutalität einer Gesellschaft, in der jeder seines Glückes Schmied ist“. Intendant Tobias Wellemeyer führt ein Zitat des Soziologen Heinz Bude ins Feld, der die gegenwärtige Grundstimmung mit folgendem Satz beschreibt: „Ich kann nicht erreichen, was mir versprochen worden ist.“

Gleich drei künftige Inszenierungen des Hans-Otto-Theaters kreisen um das Verhältnis zu Einwanderern. Eröffnet wird die Spielzeit am 18. September mit „Das schwarze Wasser“ von dem avancierten Gegenwartsdramatiker Roland Schimmelpfennig. Darin geht es um Deutsche und Türken, die in ihrer Jugend befreundet waren und nach 20 Jahren eine ernüchternde Bilanz ziehen. Während Frank und Kerstin als Anwalt oder Politiker Karriere machten, sind Murat und Leyla Imbissbesitzer oder Zahnarztassistentin geworden. Im Jugendstück „Asip und Jenny“ (Premiere: 6. April 2016) rettet ein afghanischstämmiger Junge eine lebensmüdes Mädchen aus alteingesessener Familie und bringt ihr bei, das Wohlstandsleben zu schätzen. Und in der auf Interviews beruhenden Vorlage „Illegale Helfer“ von Maxi Obexer (9. Juni) werden Aktivisten zu Bühnenhelden, die bewusst die Regeln einer „restriktiven Asylpolitik“ brechen.

Mit Niklas Ritter, Andreas Rehschuh, Stefan Otteni, Marita Erxleben und Alexander Nerlich wurden wieder Gastregisseure verpflichtet, die den Potsdamern bereits bekannt sind. Elias Perrig wird am 15. Januar eine Bühnenversion des preisgekrönten Roman „Kruso“ von Lutz Seiler wagen. Intendant Wellemeyer hat sich drei Inszenierungen reserviert: „Bilder deiner großen Liebe“ von Wolfgang Herrendorf, „Drei Schwestern“ von Anton Tschechow und „Kunst“ von Ysmina Reza. Diese Komödie steht bereits im aktuellen Spielplan des freien Potsdamer Theaters „Poetenpack“, was Wellemeyer nicht stört. „Ich glaube, wir haben unterschiedliche Zuschauergruppen“, sagte er. Seine sei in der letzten Saison mit 108 000 Besuchern stabil geblieben. 30 000 davon waren Kinder und Jugendliche.

Die Schauspieler Dennis Herrmann und Patrizia Carlucci verlassen das Ensemble. Nina Gummich und Larissa Breidbach wurden neu engagiert. Letztere antwortet auf die Frage, warum sie das Theater liebt, mit einem Schiller-Zitat: „Weil der Mensch nur da ganz Mensch ist, wo er spielt.“

 

 

Von Karim Saab

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