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„Happy Deathday“ – Und täglich stirbt das Murmeltier

Kino „Happy Deathday“ – Und täglich stirbt das Murmeltier

Der sich wiederholende Tag ist im Kino immer öfter zu sehen. In „Happy Deathday“ (Kinostart am 9. November) wird die Horrorvariante ausgelotet. Eine junge Frau muss immer wieder ihren letzten Geburtstag (und Todestag) erleben. Kommt sie da raus?

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Sterben ist für sie etwas Alltägliches: Tree (Jessica Rothe) will raus aus dem Horror-Loop.

Quelle: Patti Perret

Hannover. Tree will nicht sterben, schon gar nicht an ihrem Geburtstag. Sie versucht im Horrorstück „Happy Deathday“ mit aller Kraft, den Killer abzuwehren, hat aber keine Chance. Dann passierts: Frisch gestorben wacht die Studentin wieder auf, als wäre alles bloß ein Alptraum gewesen. Nur beginnt nun wieder derselbe Tag, ihr eher durchwachsener Geburtstag voller Hochs und Tiefs samt ihrer Ermordung am Ende. Wieder und wieder. Und täglich stirbt das Murmeltier.

Die Zeitschleife ist ein vertrautes Kinothema

Die Zeitschleife hat inzwischen eine gewisse Tradition im Kino: Mit dem täglichen Gruß des Nagetiers gelang Bill Murray 1993 ein Comeback. Eine höhere Macht verdammte den zynischen Wetteransager in dieser Komödie dazu, solange im selben Tag festgenagelt zu sein, bis er seine charakterlichen Defizite erkannt hatte und ein besserer Mensch geworden war. David Bowies Sohn Duncan Jones schickte Jake Gyllenhaal in dem tragischen Science-Fiction-Film „Source Code“ (2011) in einen Zeitloop, um die Hintergründe eines Anschlags auf einen Zug zu ergründen und ein weit schlimmeres Attentat auf die Stadt Chicago zu verhindern. Zuletzt war die aparte Zoey Deutch im Sommer in „Wenn du stirbst zieht dein ganzes Leben an dir vorbei, sagen sie“ eine tödlich verunglückte junge Frau, die nach ihrem Autounfall wieder am selben Morgen in ihrem Bett erwachte – solange bis sie beschloss, wichtige, schief gelaufene Dinge zu korrigieren. (Wobei die Frage blieb: Wenn alle Tage nach ihrem Unfall nur Kopfgespinste waren, dann hat sich in Wirklichkeit doch eigentlich für niemanden etwas verändert – außer für Sam in ihrem seltsamen Koma.)

Christopher Landon weicht von den Genreklischees ab

In „Happy Deathday“ ist Hauptdarstellerin Jessica Rothe überraschend ausdrucksstark als das Mädchen im Horror-Loop, das alles tut, um den Tag zu überleben und jedes Mal wieder feststellen muss, dass der Mörder trotzdem zum Zuge kommt. Ihre Tree ist ein echter Charakter, keine Skizze, ihr Abweichen von den Genreklischees macht aus dem klassischen Opfer tatsächlich eine selbstbewusste, glaubwürdige Kämpferin.

Klar ist auch Christopher Landons „Happy Death Day“ nur ein kleines Slasherfilmchen, aber es ist sorgfältig aufgebaut statt wie üblich ein stumpf abgefilmtes „Hauptsache Gewalt!“. Jeden Tag wieder drückt man der armen Tree in ihrer Not die Daumen, dass diesmal ein „Happy Survival Day“ daraus wird.

Von Matthias Halbig / RND

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