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18:33 06.12.2018
Jimmy Murrison, Carl Sentance, Lee Agnew und sein Vater Pete Agnew, das letzte verbliebene Gründungsmitglied von Nazareth (v.l.). Quelle: Promo
Pirschheide

50 Jahre steht die Hardrock-Lokomotive Nazareth nun schon unter Dampf. Ein halbes Millennium stampfen die wackeren Schotten durch Europa und die Welt. Die Helden der Goldenen Ära des Hardrock, zu der unter anderem Deep Purple, Black Sabbath und Led Zeppelin zählen, kommen am Sonnabend nach Potsdam.

Bekannt wurde die Band ausgerechnet mit Cover-Versionen. Aber was für welchen! „Love Hurts“ kannte man längst von den Everly Brothers, Roy Orbison und Countryrocker Gram Parsons im Duett mit Emmylou Harris. Allerdings: Nazareth-Sänger Dan McCafferty fräste die Ballade mit seinem unglaublichen Gesangsorgan in die Rocker-Hirne. Keine Engtanzrunde in der Disco ohne diesen Song. „This Flight Tonight“ stammt aus der Feder von Songwriter -Ikone Joni Mitchell. Ungewöhnlicher Zugriff auf Fremdmaterial, das der Vierer auf seine Art unter Starkstrom setzte.

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Sie schleichen immer noch um den Block: Def Leppard. 34 Mal, wenn man mitzählt. Fauchen mehr, schmusen weniger. Je nach Laune. Das macht die gerade erschienene Werkschau noch einmal deutlich. Die Truppe aus der ehemaligen Stahlkocher-Stadt Sheffield – wir erinnern uns an Joe Cocker – ruft ins Gedächtnis, was in der neuen Welle des britischen Heavy Metal so abging. Glamourös waren die Leoprade, laut, anmaßend wie Queen und Billy Idol, auf Stadion-Hymnen abonniert, poppig bisweilen, zu akustischen Balladen aufgelegt, irgendwie amerikanisch breitbeinig. Doch nie so aggressiv raubtierhaft wie, sagen wir, ihre Landsleute von Iron Maiden. Dafür hochkommerziell. Mehr als 100 Millionen Platten brachte die and an Frau und Mann. Wohl in dieser Reihenfolge. Bislang. Denn Def Leppard schärfen wieder die Krallen. Gehen wieder auf Pirsch. 2019 lauern sie uns auf – in der Zitadelle in Spandau. Am 2. Juli.

Def Leppard: The Story So Far. The Best Of. Bludgeon Riffola/Mercury/Universal.

Das Aschenputtel musste ackern und rackern. Niemand nahm ihren Fleiß wahr. Fast. Wie sich Cinderella, der englische Name für die Märchenfigur und die Band aus Philadelphia, die Gunst ihrer Fans erarbeiteten, stellt eine Fünf-CD-Box unter Beweis. Glam im Heavy Metal war im Amerika der achtziger Jahre (und nicht nur dort) keine Seltenheit. Doch dabei blieb es nicht. Cinderella wurden älter und schöner – weil sie zwar immer noch hart rockten, dem Blues allerdings auch etwas abgewannen. In der besinnlichen Zeit, die gerade angebrochen ist, kann man sich in alle Studio-Alben vertiefen, in eine Auswahl von B-Seiten und Live-Material.

Cinderella: The Mercury Years. Caroline/Universal.

Der Zug rollte weiter: „Dream On“ wurde 1982 ebenfalls ein Hit. Und dann? Nazareth – von den Fans als hart arbeitende, ehrliche Rockband verehrt – verschwanden auch anschließend nie im Depot. Sprichwörtlich ist ihre Live-Präsenz.

Indes: Es gab Verschleiß im Personal mit der Zeit. Am schwersten wiegt gewiss der Ausstieg von McCafferty aus gesundheitlichen Gründen. Jenem Mann mit der sagenhaft markigen Stimme, die die Songs der Band so besonders, eben zu Meilensteinen gemacht hatte.

Die Schotten kommen! Quelle: Promo

Den Job am Mikro erledigt inzwischen Carl Sentance. Ganz anders, sicher, aber nicht minder überzeugend. Ein Shouter, der seine Stimme in manche Höhe klettern lässt, zeigt nach zahlreichen Auftritten auf dem 24. Studio-Album seine Qualitäten und reißt die Band auf „Tattoed On My Brain“ mächtig mit nach vorn. Neben Anklängen an die gute alte Zeit, gibt es so etwas wie einen gewissen Modernisierungsschub im Maschinenraum. Die Band geht straff zu Sache. Ein wenig metallische Schärfe tut ebenfalls gut. Der Boogie auch. Da Hardrock immer mit dem Blues flirtet – bitte sehr! Wenn alles gut läuft, und das tut es, dann entwickeln Nazareth auch Groove. Die vier bleiben in der Spur.

Das Konzert in der Eventlocation Pirschheide beginnt am Sonnabend um 18.45 Uhr.

Von Ralf Thürsam

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