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Haste Töne! Mexikanisches und Swing

Das 7. Konzert der Bläserklassen in der Potsdamer MBS-Arena Haste Töne! Mexikanisches und Swing

Beschwingte Klänge erfüllten am Sonnabend die Potsdamer MBS-Arena. Beim 7. Konzert der Bläserklassen des Landes Brandenburg gaben 350 Kinder aus 15 Bläserklassen mit Trompete, Tuba, Posaune & Co. ihr Bestes. Unterstützt wurden sie vom Landesjugendjazzorchester Junior. Die 1300 Gäste in der Halle konnten Mexikanisches, Swing und Rockmusik hören.

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Ganz konzentriert und mit viel Puste: 350 Kinder musizierten beim Bläserklassen-Konzert, unterstützt vom Landesjugendjazzorchester Junior.

Quelle: Christel Köster

Potsdam. „Die Tuba versucht eine Mikrosekunde eher zu spielen, die Flöte braucht sich nicht zu verstecken und das Saxophon kann auch ein bisschen lauter“, ermunterte Gary Hirche am Pult die 350 Kinder aus 15 Bläserklassen am Sonnabendvormittag bei der Generalprobe zum 7. Brandenburgischen Bläserklassenkonzert „Bläserklassen feat. LaJJazzO Junior“ in der Potsdamer MBS-Arena. So ganz war der Dirigent noch nicht zufrieden, als sie „Popcorn Prelude“, ein modernes Stück von Mike Hannickel, spielten. Und bei „Der kleine Stier“, was mit spanischen Einflüssen und Swing, das der 32-Jährige selbst komponiert hat, spornte er sie an: „Trompeten, wenn ihr die Trichter nach oben nehmen sollt, übertreibt total, haltet sie schön hoch, das ist ganz doll wichtig.“ Und beim „Stadionfieber“ feuerte er die Nachwuchsmusiker an, beim „Ole“ temperamentvoller zu sein. „Sehr schön“, sagte er dann, „aber ihr merkt, wenn ihr mal ’ne Pause hattet, weil das Landesjugendjazzorchester Junior dran war, dass ihr doch ein bisschen müde werdet.“

„Es war mein erstes großes Konzert

„Es war mein erstes großes Konzert. Cool. Ich hab’ bloß drei Töne verspielt“, sagte Dominic Wegner (12) von der Evangelischen Grundschule Neuruppin. Er war mit der Tuba dabei.

Quelle: Christel Köster

Erstes gemeinsames Proben auf Schloss Boitzenburg

Auf Schloss Boitzenburg in der Uckermark hatten die Kids seit Mittwoch das erste Mal zusammen geprobt, jeden Tag sechs Stunden. Allerdings in zwei Orchestern, weil da ja nicht soviel Platz ist. Und nun bliesen sie das erste Mal alle gemeinsam. Gary Hirche hatte noch ein paar Fundsachen zu verteilen. Bei der Abreise nach Potsdam Vergessenes. Eine Mütze mit Sternen, einen Klarinettenständer. Und einen Schuh. „Wem der passt, der kriegt den Prinzen“, witzelte er. Ein Mädchen meldete sich: „Das ist meiner.“ Und dann fragte Hirche: „Machen wir, dass es ein super Konzert wird?“ Alle riefen: „Ja! Ja!“

„Es  war schön mitzuerleben, wie sie sich gesteigert haben beim Spielen“, sagte Christina Jahns (37) aus Ziesar

„Es war schön mitzuerleben, wie sie sich gesteigert haben beim Spielen“, sagte Christina Jahns (37) aus Ziesar. Ihre elfjährige Tochter Mariella hat mit der Klarinette beim Konzert mitgemacht.

Quelle: Christel Köster

Jannik Rother (11) aus der Schwedter Bertolt-Brecht-Grundschule war schon ein bisschen aufgeregt. „Bei manchen Titeln hab’ ich Bammel, ob’s klappt. Bei ,Rock to the max, Mr Sax’. Die Hörner sitzen weiter außen und man kann durch die Schlagzeuge die Saxophone nicht so hören.“ Jannik hat sich mit neun fürs Waldhorn entschieden. Er erklärte: „Das ist so ’ne Spirale, richtig lang eingedreht. Es hat das kleinste Mundstück von allen Blechblasinstrumenten. Da muss man schmale Lippen haben.“ Marcie Kube (10) erzählte: „Meine große Schwester Lucy wird nachher im Publikum sitzen, die spielt auch Alt-Saxophon wie ich und hat mich immer verbessert zu Hause, wenn ich auch nur den kleinsten Fehler gemacht hab’.“ Marcie schwärmte von den Tagen auf Schloss Boitzenburg. „Da gab’s auch ’ne Zaubershow und wir konnten von unserem Zimmer aus auf den See blicken und die Enten beobachten.“ Nika-Linn Rickmann (10) war voller Erwartung: „So ein großes Konzert hatte ich noch nie.“ Sie hatte ihre Querflöte extra ordentlich geputzt. „Da bleibt ja immer viel Spuke drin.“ Mariella Jahns (11) aus der Thomas-Müntzer-Schule in Ziesar, Klarinette wollte sie unbedingt lernen, erzählte: „Von den Stücken find’ ich ,Rock Queen’ am besten. Weil’s soviel Power hat. Sonst hör’ ich gern Lady Gaga.“ Djamila Strübing (11) , auch aus dieser Schule, erklärte: „Man muss bei der Querflöte schon ordentlich pusten, wenn man hohe Töne haben will. Mein Herz pocht jetzt ein bisschen, denn es geht ja bald los.“

Spannung und viel Rhythmus in der Halle

Dann entschwanden alle Bläserklassen-Kinder zum Mittagessen. Milchreis oder Nudeln mit Tomatensoße gab’s zur Stärkung. Derweil reisten ihre Eltern, Geschwister, Großeltern und Lehrer an. Auch schon ganz kribbelig. Um 15 Uhr war die MBS-Arena bis auf den letzten Platz mit 1300 Gästen gefüllt. Freudiges Winken in den Zuschauer-Reihen, als die Bläserklassen-Kinder in die Arena einzogen. Manch Mutter zückte ihr Handy, um rasch noch vom Filius ein Foto zu machen. Die jungen Musiker von LaJJazzO Junior unter der Leitung von Martin Gerwig spielten „Sir Duke“. Und schon klatschten alle zu den flotten Rhythmen. Moderator Attila Weidemann sagte: „Man spürt förmlich, hier ist Spannung in der Halle. Hier sitzen Ihre Superstars.“ Er interviewte kurz Landesvater Dietmar Woidke, der auch gekommen war. Weidemann fragte den Ministerpräsidenten, ob dieser selber in dem Alter ein Instrument gespielt habe. Woidke: „Ich hab’ Fanfare geblasen mit zwölf, dreizehn. Ich hab’s geschafft, drei, vier verschiedene Töne der Fanfare zu entlocken.“ Und Dietmar Woidke verkündete, dass es ab 2017 für die Musikschulen des Landes 2,1 Millionen Euro mehr geben wird.

Dann kam mächtig Schwung in die große Halle am Luftschiffhafen. Neben populären und schmissigen Titeln aus Filmmusik-Klassikern wie „Star wars“ erklangen auch beliebte Bigband-Stücke wie „I Can’t Stop Lovin’ You“ oder mexikanische Rhythmen wie „Mucho Mariachi“. Und Bodyperkussion mit „Stick beat“ – von dem Cottbuser Schlagzeuglehrer Heiko Liebmann vor drei Jahren extra fürs Bläserklassen-Treffen komponiert.

Zum Finale „Heavy Metal“ von Scott Watson – beschwingte Rockmusik. Noch eine Zugabe – ein Medley: „We Will Rock You“, „Another One Bites the Dust“ und „Radio Ga Ga“. Der ganze Saal stand auf. Gary Hirche war selig: „Besser hätte es nicht laufen können. Alle Einsätze haben gut geklappt. Und es war eine sehr schöne Stimmung bei den Musikern und im Publikum.“

Von Angelika Stürmer

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