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Haus erhält Detailskizzen und eine Farbstudie für Wandbild Werner Nerlichs

Schenkung ans Potsdam Museum Haus erhält Detailskizzen und eine Farbstudie für Wandbild Werner Nerlichs

Freude im Potsdam Museum: Dorothea Nerlich, Witwe des 1999 verstorbenen Künstlers Werner Nerlich, überlässt dem Haus Skizzen und eine Farbstudie, die er als Vorarbeiten für sein Wandbild „Potsdamer Alltag“ für das einstige Kulturhaus „Hans Marchwitza“ Mitte der 1960er fertigte. Heute ist es das Domizil des Potsdam Museums und das Werk noch immer dort zu sehen.

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Jutta Götzmann (l.), Direktorin des Potsdam Museums, freut sich über die Schenkung der Farbstudie durch Dorothea Nerlich.

Quelle: Foto: Julian Stähle

Potsdam. Beschwingte Paare drehten sich im Tanzfoyer des einstigen Potsdamer Kulturhauses „Hans Marchwitza“ vor dem dortigen 2,90 Meter hohen und 10,75 Meter langen Wandbild im Takte der Musik. Spielende Kinder sind darauf verewigt, ein Paar auf einer Bank, ein sich sonnender Mann, der eine Frau im blauen Badeanzug im Blick zu haben scheint, die sich gerade mit einem Handtuch trockenreibt. Und drei Gäste samt Kellnerin mit Häubchen an einem Café-Tisch. Im Hintergrund dieses Werkes mit dem Titel „Potsdamer Alltag“, zu dem der Künstler Werner Nerlich Ende 1964 den Auftrag erhalten hatte, sind markante Bauten seiner Heimatstadt abgebildet: Schloss Cecilienhof, das Drachenhaus, das Holländische Viertel, der Turm des im Volksmund „Kreml“ genannten Sitzes der SED-Bezirksleitung.

Seit 2013 ist das einstige Kulturhaus Domizil des Potsdam Museums. Dort kann man noch heute dieses Wandbild Nerlichs sehen, der 1947 die Landesmalschule gründete, bis 1973 Direktor der Potsdamer Außenstelle der Fachschule für Werbung und Gestaltung Berlin-Weißensee war und danach freischaffend arbeitete. Und noch bis zum kommenden Sonntag die Sonderausstellung anlässlich seines 100. Geburtstages besuchen. Dort sind auch Detailstudien – teils mit Kugelschreiber, teils mit Bleistift – für das mit Wischtechnik auf trockenem Grund, Secco-Malerei genannt, geschaffene Kunstwerk aus dem Nachlass Nerlichs ausgestellt.

Große Freude am Mittwoch im Potsdam Museum: Dorothea Nerlich, die Witwe des Malers und Gebrauchsgrafikers, überlässt dem Haus das Skizzenbuch ihres Mannes. Ebenso jenes lose Blatt, auf dem er das „Potsdamer Ei“, die typische Straßenlaterne, die die erste Wandbildszene von der nächsten trennt, zeichnete. Und auch die Farbstudie im Maßstab 1:10, die nach all den Jahren im Atelier verschmutzt war, einige Fehlstellen hatte und nun von Oliver Max Wenske für die Schau restauriert wurde, hat die 65-Jährige dem Museum vermacht. Sie sagte: „All dies soll nachfolgenden Generationen erhalten bleiben. Das Original, den Entwurf und die Skizzen sehe ich als Einheit.“ Und Direktorin Jutta Götzmann erklärte: „Das Wandbild entspricht der Grundaussage des sozialistischen Realismus. Aber technisch und stilistisch griff Nerlich da auf Tendenzen der Moderne und Malweisen früherer Künstler zurück.“

„Werner Nerlich (1915-1999). Ehrenbürger, Künstler, Kulturfunktionär“, bis 19. Juli, Potsdam Museum, Am Alten Markt 9, Potsdam, am Do 10 -19 Uhr, Fr 10-17 Uhr und Sa, So 10-18 Uhr zu sehen.

Von Angelika Stürmer

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