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Kultur Havelländische Festspiele mit neuer Chefin
Nachrichten Kultur Havelländische Festspiele mit neuer Chefin
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13:43 13.04.2016
Die Italiener von Duettango spielen zur Eröffnung am Samstag auf Schloss Klessen.  Quelle: Friedrich Bungert
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 Die Melodien brauchte sie nicht neu zu ordnen, die hätten schon gepasst, sagt sie, doch bei der Farbe griff sie durch. Marleen Fox holt ein Programmheft aus der Tasche, es strahlt in Dottergelb, zentral darin ein lila Klecks mit weißer Schrift: „Havelländische Musikfestspiele“. Eine eingeführte Marke, die Madleen Fox nun leitet. Dottergelb, das ist eine markante Korrektur zum Dogma dieses Festivals, das sich bislang rein farblich eher bedeckt gab.

 Musikalisch breche sie nicht mit der Politik des Hauses, sagt Madleen Fox, doch sie möchte einiges verjüngen. Auch das Publikum. Eine naheliegende Idee, sie selbst zählt ja erst 30 Jahre. Die Leitung der Havelländischen Festspiele hat sie Anfang des Jahres „von Herrn Wasser“ übernommen, wie sie betont. Frank Wasser ist ihr Vater, doch in Gesprächen mit den Journalisten nennt sie ihn nicht so. Sie will nicht bloß die Tochter sein, sondern die Leiterin. Sie möchte sich emanzipieren von dem Vater, der die Festspiele vor 16 Jahren gegründet hat. Drei Jahre lang hat sie ihn dort bislang beraten.

„Von Jahr zu Jahr mehr Besucher, das Konzept stimmt“

 Nein, ganz abtreten von der Havelländischen Bühne wird Frank Wasser nicht – als Pianist ist er am 5. März auf dem Landgut Stober zu dessen 150-jährigem Jubiläum zu sehen, der Solist spielt an der Seite des Märkischen Bachensembles.

Frank Wasser hat den Schwerpunkt des Festivals, ganz seiner Leidenschaft entsprechend, aufs Klavier gelegt. Dieser Tradition bleibt Madleen Fox treu. Auch sonst sieht sie keine Notwendigkeit, die musikalische Handschrift der Festspiele grundlegend zu überdenken. „Die Leute kommen gerne, von Jahr zu Jahr haben wir mehr Besucher, das Konzept stimmt“, unterstreicht sie. Das vergangene Jahr erwies sich mit 6000 Gästen als besonders erfolgreich, der Bundesgartenschau im Havelland sei Dank – wer dort zu Besuch war, hat gerne auch bei den Festspielen vorbeigeschaut. Diese Marke wird 2016 Jahr nicht mehr zu erreichen sein.

Startschuss am Samstag

In ihre 16. Saison gehen die Havelländischen Musikfestspiele, das Auftaktkonzert von Duettango am Samstag auf Schloss Klessen ist bereits ausverkauft, ebenso der Auftritt vom Sax-Ensemble am Sonntag auf Schloss Reckahn.

Einen Schwerpunkt bilden die Konzerte zum 150-jährigen Bestehen des Landgutes Stober (Havelland). Ein Höhepunkt verspricht der „Sommerabend unter den Sternen“ am 9. Juli zu werden, der auf dem Anwesen am See mit Tänzern, Artisten und Musikern bespielt wird (Karten über das Landgut unter 03 32 39 / 20 80 60).

Alle Termine der bis Jahresende laufenden Konzerte im Überblick unter www.havellaendische-musikfestspiele.de. Karten unter 03 31 / 28 40 284 (15 Prozent Rabatt mit MAZCard).

 Das Programm bleibt dennoch anspruchsvoll und ausgewogen. „Wir müssen schauen, dass wir unser Niveau halten, uns aber nicht in Liebhabereien verlieren, denn natürlich müssen wir unsere Ausgaben decken und Geld verdienen.“ Wie hoch der Etat ist, darüber möchte sie öffentlich nicht sprechen, doch dass die Konkurrenz für Festivals im Lande Brandenburg enorm ist, bleibt kein Geheimnis – jedes Festspiel braucht ein Profil, um wirtschaftlich auf festen Füßen zu stehen.

Im Havelland zählen die Open-Airs zu den geliebten und finanziell ertragreichsten Veranstaltungen. Fünf werden in diesem Sommer geboten, immer gibt es einen überdachten Ausweichort. Madleen Fox weiß, dass die Leute nicht alleine wegen der Musik kommen, sondern auch, um besondere Orte zu sehen. Erstmals bei den Festspielen tauchen in diesem Jahr die Dorfkirche Wachow und die Kirche in Ziethen auf. Das Konzept, die Musik auf außergewöhnliche Bühnen zu stellen, wurde im vergangenen Jahr mit dem Brandenburger Tourismuspreis belohnt.

Der Lieblingsort des Publikums? „Schloss Klessen“, glaubt Madleen Fox, „liebevolle Dekoration und Tradition gehen dort Hand in Hand.“ Sie selbst spielt Klavier und singt im Chor. „Doch der Wechsel in die Leitung, runter von der Bühne, fiel nicht schwer, denn die Festspiele laufen gut.“ In Dur, Moll und Dottergelb.

Von Lars Grote

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