Menü
Märkische Allgemeine | Ihre Zeitung aus Brandenburg
Anmelden
Kultur Heiß, scharf und ungezähmt
Nachrichten Kultur Heiß, scharf und ungezähmt
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
22:01 23.10.2017
Passion ohne Ende: Walter Trout. Quelle: Austin Hargave
Potsdam

Was könnte man übergreifend zur jüngsten Platte von Walter Trout sagen? Zum Beispiel: Wenn der Vater mit dem Sohne. Genau das ist geschehen für „We’re All In This Together“, für diese exzellente Feier des Blues. Für die der Mann aus New Jersey viele Kollegen gewinnen konnte. Doch zuerst zum Sohnemann Jon: Trouts ältester Sprössling, die Saiten seines alten Herrn einst schon im Mutterbauch singen hören konnte, bekommt nämlich das Solo auf dem geschmeidigen „Do You Still See Me At All“. Ein Stück, das an den großen Peter Green gemahnt.

Mehr davon

In vielen Fächern zu Hause ist Kenny Wayne Shepherd. Der Gitarrist neigt zwar gern und oft dem Blues und seiner Kombination mit dem Rock zu. Aber Südstaatenrock, leichte Schwenks zu Country-Songs, ja sogar Balladen, die dicht am Mainstream mitfließen, kann dieser 40-Jährige aus Louisiana auch. Ganz locker sogar. Aus dem Handgelenk. Die Fans bekommen den kantigen, aggressiven Stil wie den groovenden sanfteren Musikanten. Schon zweimal gehörte Kenny wie Steven Stills und Barry Goldberg zu The Rides, einer Art Supergroup. Noch eine Empfehlung.

Kenny Wayne Shepherd: Lay It On Down. Provogue/Mascot/Rough Trade.

Aus einem Bauchgefühl heraus traf Walter Trout sicherlich auch die Auswahl für seine 14 namhaften Begleiter, besser wohl Herausforderer oder Duellanten. Mitunter half ihm wohl auch der Zufall weiter, diese illustre Schar aufzubieten. Väter und Söhne trifft es daher ganz gut. Auch im weiterführenden Sinne. Trout, heute 66 Jahre alt, hat noch Kontakt zur alten Garde. Gar zu gern umgab er sich daher mit einem der britischen Blues Paten: John Mayall, der den Amerikaner einst zu seinen Bluesbreakers holte, bläst Mundharmonika. Wie auch Charlie Musselwhite, der einst dem elektrifizierten Blues aus Chicago verfiel.

Zudem ließen sich Saiten-Asse wie der Slide-König Sonny Landreth, Warren Haynes, Robben Ford oder Kenny Wayne Shepherd wahrlich nicht lange bitte – was für ein Feuerwerk. Glutvolle Musikanten, die alle zusammen in dieser Blues-Sache drinstecken.

Ist fingerfertig und hat den Soul in der Stimme: Jonny Lang. Quelle: Daniela Hovsepian

Ist von gesunder Nachkommenschaft in der Blues-Szene die Rede, dann darf Jonny Lang nicht vergessen werden: Einst – und nicht zu Unrecht - als Wunderkind des Genres präsentiert, mochte auch TV-Entertainer Jürgen von der Lippe als Mann von Geschmack nicht zurückstehen. Er präsentierte den Teenager Lang bei „Geld oder Liebe“. Das war 1989. Dann kam der Film „Blues Brothers 2000“ und Lang röhrte und spielte. Der Mittdreißiger hat dem Blues und dem Rock längst nicht abgeschworen. Aber manche Veränderung auch auf dem aktuellen Album „Signs“ zugelassen. Die Gitarre klingt rüde, beinahe grob, wie weiland Legenden wie Howlin‘ Wolf. Lang hat ein Faible für Gospel entwickelt. Und ein funky Feeling. Kurz wenn er nicht in die Saiten griffe, dann hätten wir immer noch einen Soulsänger erster Klasse vor uns. Mit einem Schmirgel und Schmutz in der Stimme. Mit hohen Lagen, die bisweilen an Jack Bruce von Cream erinnern. Famos.

Die Konzerte: Walter Trout gastiert am Dienstag, dem 24. Oktober, um 20 Uhr im Columbia-Theater in Berlin-Kreuzberg. Jonny Lang tritt am Mittwoch, dem 25. Oktober, um 20 Uhr im Columbia-Club in Berlin-Kreuzberg auf.

Von Ralf Thürsam

Eigentlich will Kodjo, ein illegaler Einwanderer aus Ghana, in Berlin nur eines: nicht auffallen. Doch dann wird er Augenzeuge eines Mordes und beginnt, selbst zu ermitteln. Max Annas stellt am Donnerstag im MAZ-Media-Store in Potsdam seinen aktuellen Kriminalroman „Illegal“ vor.

26.10.2017
Kultur Film in Paretz (Havelland) - Wie Pferde unsere Seele kurieren

Leonhard Hollmann hat einen beeindruckenden Dokumentarfilm gedreht: „Stiller Kamerad“ erzählt über pferdegestützte Traumatherapie für Bundeswehrsoldaten in Paretz (Havelland). Jetzt feiert der Film Premiere auf den Hofer Filmtagen.

26.10.2017
Kultur Neuer Film von Andreas Dresen - Alexander Scheer spielt Gundermann

Alexander Scheer („Sonnenallee“, „Der junge Marx“) spielt die Titelrolle in „Gundermann“, dem neuen Film von Kult-Regisseur Andreas Dresen, der gerade unter anderem in Berlin gedreht wird. „Gundermann“ erzählt das bewegte Leben des gleichnamigen Liedermachers, der aus der Lausitz stammt und der 1998 gestorben ist.

23.10.2017