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Kultur Hélène Grimaud: "Ich will Neues ausprobieren"
Nachrichten Kultur Hélène Grimaud: "Ich will Neues ausprobieren"
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10:33 28.01.2016
Hélène Grimaud hat Lust auf Neues und widmet sich dem Thema Wasser. Quelle: Ingo Wagner
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Paris

Mit "Water" hat Hélène Grimaud (46) ein Projekt realisiert, dass ihr schon lange am Herzen lag. Warum das neue Album mit Stücken zum Thema Wasser so ganz anders ist als ihre bisherigen Alben erklärt die französische Musikerin der Deutschen Presse-Agentur in Paris. Dabei sprach der Weltstar der Klassik auch über persönliche und berufliche Wünsche.

Frage: In einem Interview haben Sie das neue Album als Ihr persönlichstes bezeichnet. Warum?

Antwort: Das Thema Wasser ist mir sehr wichtig. Es ist der Urquell des Lebens und gleichzeitig gefährdet und knapp. Zudem war der Entstehungsprozess intensiver und hat auch länger gedauert.

Frage: Könnte man Sie als eine engagierte Künstlerin bezeichnen?

Antwort: Das müssen andere entscheiden. Ich versuche auf meinem Niveau das umzusetzen, was mir als Künstlerin möglich ist. Das mag bescheiden sein, ist jedoch kein Grund, nichts zu tun. Als Künstler kann man die Menschen ermutigen und ihnen helfen, zu sich selbst zu finden. Wir können sensibilisieren und Bewusstsein schaffen.

Frage: Sie arbeiten erstmals mit Nitin Sawhney zusammen, dem preisgekrönten Komponisten, Remixer und DJ. Kann man sagen, dass "Water" auch Ihr experimentellstes Album ist?

Antwort: Zweifellos, ich wollte schon immer mit einem zeitgenössischen Komponisten zusammenarbeiten. Und in Nitin habe ich jemanden gefunden, dessen Musik eine Synthese unterschiedlichster Traditionen bildet.

Frage: Wollen Sie damit das klassische Repertoire verlassen?

Antwort: Ich will Neues ausprobieren, aber nicht mein Repertoire wechseln. Mich reizt die E-Musik. Doch das klassische Repertoire ist so reich, damit kann ich mich noch Jahre auseinandersetzen.

Frage: Sie spielen die Wasserinterpretationen von neun Komponisten. Welcher Musiker kommt Ihrem Gefühl und Ihrem Bild von Wasser am nächsten?

Antwort: Das ist schwer zu sagen. Liszt bringt Metamorphose, Transzendenz und den Zugang zu Mystischem zum Ausdruck, Albéniz Sinnlichkeit, Janacek die Poesie, obwohl ich kein poetischer Charakter bin. Ich habe eher etwas von einem Stier, der die Dinge in Angriff nimmt.

ZUR PERSON: Hélène Grimaud wurde am 7. November 1969 im südfranzösischen Aix-en-Provence geboren. Als Sechsjährige begann sie mit dem Klavierspiel, und nur zehn Jahre später brachte sie ihre erste Platte heraus. Im Jahr 1990 folgte ihr USA-Debüt. Seit 2005 lebt Grimaud in der Schweiz. 

dpa

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