Volltextsuche über das Angebot:

10 ° / 5 ° bedeckt

Navigation:
Herrlich überspannt und doch auf den Punkt

MAZ-Konzerttipp Herrlich überspannt und doch auf den Punkt

Frech schnurren die Seratones ihre Songs herunter. Der Vierer aus Louisiana hat sein Debüt im Gepäck. „Get Gone“ klingt indes ziemlich erfahren: Roh wie gerade bei der Probe in der Garage. Nach den Sixties. Das bezwingende Amalgam aus Soul, Rock ‚n’ Roll und mehr hält die exaltierte Sängerin AJ Haynes mühelos zusammen. Davon kann man sich am Dienstag in Berlin überzeugen.

Voriger Artikel
Eruption für Lady Hamilton in Wörlitz
Nächster Artikel
Überraschungseier aus Australien

Vielversprechender Vierer aus Louisiana: die Seratones.

Quelle: Chad Kamenshine

Potsdam. An dieser Kapelle aus Shreveport im US-Bundesstaat Louisiana werden wir noch ganz viel Freude haben. Warum? Na, weil die Seratones noch ziemlich am Anfang ihrer vielversprechenden Karriere stehen. Diese bringen sie nun mächtig ins Rollen mit ihrem bemerkenswerten Debüt „Get Gone“. Die werfen einfach den Motor an. Der faucht gefährlich wie die herrlich überspannte Sängerin AJ Haynes.

Die kann halt den aufmüpfigen Schluckauf des Rock ‚n’ Roll. Die hält verwegene Höhenlagen und kann die Vokale schön zerdehnen, phrasieren wie in Jazz, Blues und Soul, mitunter genussvoll zerkauen. Dreckige Gitarren, eben in der Garage aufgehoben und eingestöpselt, fetzen und peitschen immer wieder mit viel Schmackes dazwischen. Oder klingeln etwas nach den Sixties oder Surf. Oder nach derbem Grunge. Bass und Drums auf Hochdruck. Ohne jeglichen Schnörkel. Ohne Rücksicht. Ohne Unterlass. Kein Wunder: Haben doch alle vier eine lokale Punkrock-Vorgeschichte. Auf jeden Fall hält der potente Vierer aus dem Süden sein Versprechen, die Fans aus den Socken zu hauen. Get Gone heißt soviel wie Scher dich fort! Aber wir kommen, um zu hören.

Ihren Erstling bringt das Quartett übrigens auf Fat Possum heraus. Eine Empfehlung. Denn die höchst rührige Plattenfirma sorgte nämlich dafür, dass Blues-Heroen wie R.L. Burnside oder Junior Kimbrough nicht der Vergessenheit anheim fielen. Echte Trüffel-Schweine, die sie sind, wurden bei dem Label auch die Black Keys groß. Die Temples, Andrew Bird oder The Fat White Family mehrten in jüngerer Zeit weiter den Ruhm der Geschmacksmenschen aus den Südstaaten.

Konzert: Dienstag, 23. August, 21 Uhr, Kantine am Berghain, Berlin-Friedrichshain.

Von Ralf Thürsam

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Kultur
www.esprit.de
MAZab: Termine

Was geht ab? Jede Menge Events in Potsdam und im Land Brandenburg

Kinoprogramm

Alle aktuellen Filme in den Kinos von Potsdam und im ganzen Land Brandenburg

Sollte Rauchen im Auto verboten werden, wenn Kinder dabei sind?