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Himmlische Blicke auf die Mark

rbb-Dokumentation Himmlische Blicke auf die Mark

Hoch über den Dächern Brandenburgs bietet sich ein eindrucksvoller Blick auf die Mark. Das beweist die rbb-Dokumentation „Berlin und Brandenburg von oben“, die anlässlich des 25. Jahrestags der Deutschen Einheit am 3. Oktober um 20.15 Uhr zum ersten Mal im rbb ausgestrahlt wird, auf eindrucksvolle Weise.

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Typisch für Brandenburg: Idylle in den märkischen Siedlungen.

Quelle: rbb

Potsdam. Majestätisch breitet der Steinadler im braunen Federkleid seine Flügel aus und steigt hinauf, immer höher bis über die Wolken, die der Sonnenaufgang in goldenes Licht taucht. Mit dieser Szene beginnt die RBB-Fernsehdokumentation „Berlin und Brandenburg von oben“, die einen ganz ungewöhnlichen Blick auf die Region zeigt. 90 Minuten lang nimmt der Steinadler, das Brandenburger Wappentier, den Zuschauer mit auf einen Streifzug durch Berlin und Brandenburg und zeigt beeindruckende Luftaufnahmen. Anlässlich des 25. Jahrestages der Deutschen Einheit und der Gründung des Landes Brandenburg zeigt der RBB diesen Film am 3. Oktober.

Die Reise beginnt in den Wäldern der Schorfheide (Barnim), führt über die Turmspitzen des Schlosses Rheinsberg (Ostprignitz-Ruppin) und die dicht bewachsenen Dächer der Beelitzer Heilstätten (Potsdam-Mittelmark). Es sind nicht nur die vielen Farben, sondern auch die Abwechslung zwischen Architektur und Landschaft, die der Film auf eindrucksvolle Weise zeigt.

Plattenbausiedlung in Neuruppin

Plattenbausiedlung in Neuruppin

Quelle: rbb

Die Einheit ist zum Alltag geworden

Im Verlauf der Dokumentation hat Regisseur Jan Tenhaven („Herbstgold“) immer wieder Geschichten von Menschen eingestreut, die erzählen, wie die deutsche Einheit nach 25 Jahren für sie zum Alltag geworden ist. Aus der Totalen zoomt er auf einzelne Schicksale, die so typisch und trotzdem besonders sind, dass sich der Zuschauer leicht mit ihnen identifizieren kann. Da ist zum Beispiel Christian Awe, ein Urban-Art-Künstler aus Berlin-Lichtenberg, der den Fall der Mauer als etwas Unaufhaltsames erlebte. „Das war wie Pickel kriegen. Ist halt so“, sagt er. Für Bauer Bernd Schulz aus Brück (Potsdam-Mittelmark) ist die Grenze zwischen Stadt und Land noch immer deutlich. Im Film gerät einem seiner Jungbauern der Traktor mit Hänger auf dem Feld ins Schlingern. Dazu sagt Bernd Schulz nur trocken:„So sind sie, die Städter. Kein Gefühl für den Acker!“

Mehr als sechs Tage hat das 15-köpfige Filmteam vom Helikopter aus gedreht. Für einzelne Aufnahmen kamen Drohnen mit hochauflösenden Kameras zum Einsatz. Die Dreharbeiten begannen zu Pfingsten beim Karneval der Kulturen in Berlin, der Rest wurde im Juni und Juli gedreht.

„Berlin und Brandenburg sind zusammen wie ein altes Ehepaar“

Der Flug über Brandenburg und Berlin ist rasant, zeigt viele märkische Besonderheiten, wie die Ziegelei in Zehdenick (Oberhavel) oder das Schiffshebewerk in Niederfinow (Barnim) und will immer wieder den Übergang und die Verbindung zur pulsierenden Hauptstadt Berlin schaffen. So geht es von Osten nach Westen, zurück nach Berlin und wieder raus aufs Land. Mit der Zeit wird klar, dass es keine festgelegte Route gibt, an der sich der Zuschauer orientieren kann. Tenhaven gibt zu, dass der Schnitt mutig daherkommt, aber das sei Absicht. „Wir wollen die Regionen verschmelzen lassen und zeigen, dass Berlin und Brandenburg zusammen wie ein altes Ehepaar sind“, so der Regisseur. Der Film zeigt vor allem Gegensätze: die Weite des Landes und die Enge der Stadt oder die kleinen märkischen Siedlungen und die dichte Bebauung Berlins.

In Berlins Mitte steht Haus an Haus

In Berlins Mitte steht Haus an Haus.

Quelle: rbb

Die Stimme zum Film stammt von Schauspieler Florian Lukas („Weissensee“), der die Aufnahmen ergänzend kommentiert oder wenn es darum geht, die weiten oder stillen Ecken Brandenburgs zu zeigen, auch einfach schweigt. Der Kleinmachnower habe während der Vertonung des Films selbst noch viel über Brandenburg lernen können. Besonders die geschundene Landschaft in den Braunkohleabbaugebieten der Lausitz habe ihn beeindruckt. „Ich glaube, dass sich viele Menschen auch in den Geschichten wiedererkennen können“, so Lukas. Die Lebenswege der porträtierten Menschen stehen als Zeugnis dafür, wie viel sich in 25 Jahren verändern kann.

Von Luise Fröhlich

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