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Historiker Hans Mommsen gestorben

Wissenschaft Historiker Hans Mommsen gestorben

Hans Mommsen hat als Historiker die Forschung über den Nationalsozialismus geprägt. Er war einer der streitbarsten Historiker der Nachkriegszeit.

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Der Historiker Hans Mommsen (2005).

Quelle: Frank Mächler

Tutzing. Hans Mommsen, einer der bedeutendsten deutschen Historiker, ist tot. Der Wissenschaftler starb am Donnerstag, dem Tag seines 85. Geburtstages, in der Nähe des Starnberger Sees.

Entsprechende Berichte der "Süddeutschen Zeitung" und der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung" bestätigte das Bestattungsinstitut Zirngibl am Donnerstagabend in Tutzing der Deutschen Presse-Agentur.

Der in Marburg geborene Mommsen lehrte bis zu seiner Emeritierung 1996 als Professor für Neuere Geschichte an der Ruhruniversität in Bochum. Mommsen hatte sich vor allem durch seine Forschung über den Nationalsozialismus einen Namen gemacht. Weitere Forschungsschwerpunkte waren die Arbeiterbewegung und die Weimarer Republik. Im Historikerstreit Mitte der 80er Jahre zählte Mommsen zu den entschiedensten Gegnern von Ernst Nolte, der die These eines Zusammenhangs zwischen den bolschewistischen und den NS-Verbrechen verfocht.

Die Laufbahn als Wissenschaftler schien für Hans Mommsen vorgezeichnet, entstammte er doch einer bedeutenden Historikerdynastie. So ist er Urenkel des legendären Liberalen und Althistorikers Theodor Mommsen, der 1902 mit dem Literaturnobelpreis ausgezeichnet wurde. Sein Vater Wilhelm Mommsen lehrte als Ordinarius Geschichte in Marburg, verteidigte zunächst die Weimarer Republik, die erste deutsche Demokratie, verstrickte sich dann aber ins NS-Unrechtssystem. Dass er nach dem verlorenen Krieg nicht auf seinen Lehrstuhl zurückkehren konnte, prägte die Kindheit Mommsens und seines Zwillingsbruders Wolfgang J. Mommsen, ebenfalls Geschichtsprofessor, der 2004 starb. 

Seine wissenschaftliche Laufbahn begann Hans Mommsen am Historischen Seminar der Universität Tübingen, es schlossen sich Stationen in München und Heidelberg an. Schließlich kam er an die Bochumer Ruhruniversität, wo er von 1968 bis zu seiner Emeritierung im Jahre 1996 als Professor für Neuere Geschichte lehrte. Außerdem war er Gastprofessor und Fellow an bedeutenden Universitäten, etwa in Harvard, Princeton und Oxford.

Sein bislang letztes Buch erschien 2014. Mit dem Titel "Das NS-Regime und die Auslöschung des Judentums in Europa" zog er die Bilanz seiner Jahrzehnte langen Holocaust-Forschung.

dpa

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