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21:51 13.09.2016
Michael Kessler wirft sich in den „Kampf um Thandrien“. Quelle: rbb
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Potsdam


Schauspieler Michael Kessler parodierte in der legendären Pro 7-Comedyshow „Switch reloaded“ Fernsehkollegen wie Günther Jauch oder Florian Silbereisen. Im ZDF verwandelte er sich für „Kessler ist...“ kongenial in Linken-Politiker Gregor Gysi oder Mallorca-Sänger Jürgen Drews. Nun gibt Kessler den brandenburgischen Klempner Baggi, der in einer finalen Schlacht König von Thandrien werden will. Seine Kunstfigur frönt dem Live-Rollen-Spiel (auf Insiderisch: Larp), in dem die Akteure nicht am Computer, sondern ganz real knietief in ihr Fantasy-Universum eintauchen.

Kessler nimmt in dem von ihm erdachten Format „Meine heile Welt – Kampf um Thandrien“ Deutsche und ihre oft mit heiligem Ernst betriebenen Freizeitbeschäftigungen aufs Korn. Am späten Donnerstagabend läuft im Ersten die halbstündige Pilotfolge über Möchtegern-König Baggi, produziert vom RBB.

Bei seinen zahlreichen TV-Expeditionen für den RBB begegneten dem 49-Jährigen etliche Menschen mit skurrilen Leidenschaften. „Die Hobbys an sich, die grenzenlose Liebe zum Detail und der große Ehrgeiz, Pokale und Urkunden zu gewinnen, haben viel Unterhaltungspotential“, sagt Kessler. Über die „Hobbyisten“ und ihre Passion will er jedoch „nicht herziehen, sondern sie eher satirisch und humorvoll spiegeln“. Kessler weiß, wovon er witzelt. Als Kind war er begeisterter Modelleisenbahner und baute Modellautos – „im Maßstab 1:87!“. Züge und Autos schlummern längst im Keller. Geblieben ist Kesslers Sehnsucht nach Detail- und Originaltreue, die sich in seinen TV-Persiflagen so gut zeigen. Und wenn Baggi begründet, warum ihn das Rollenspiel fasziniert, klingt das nach einer Selbstauskunft Kesslers: „Sich total zu verwandeln, dit immer weiter zu perfektionieren, dit fasziniert mich total.“

Was Kessler immer wieder inspiriert, sind seine Mitmenschen. „Ich beobachte viel und sehr genau.“ Komik entsteht im Alltag. Kessler erzählt, wie er im Köln im Flieger sitzt. Seine Nachbarin schläft schon vor dem Start ein, als sich das Flugzeug in Bewegung setzt, wacht sie auf und fragt, ob man denn schon in Berlin sei. Eine kleine Begebenheit, die Kessler erheiterte.

Eine Mockumentary, also eine fiktionale Doku, sei für „Meine heile Welt“ die beste Erzählform, so Kessler: „Die Komik lässt sich auf diese Weise besser steuern.“ Zumal die Live-Rollen-Spieler inzwischen eine medienscheue Spezies seien. Nur drei Tage wurde gedreht, unter anderem bei einer echten Larp-Convention, dem „Drachenfest“ in der Nähe von Kassel – einem Treffen mit 5000 Fantasy-Spielern.

Ein zeitraubendes Hobby hat Kessler selbst nicht, braucht er auch nicht mehr. Der TV-Star mit den blauen Augen tobt sich genug in seinem Job aus. Zur Entspannung „gärtnert“ Kessler gern oder radelt.

Info: „Meine heile Welt – Kampf um Tandrien“, Das Erste, 15. September, um 23.30 Uhr. „Kesslers Expedition – Auf Schwimmkufen rund um Berlin“, RBB, 14. und 21.  Oktober, jeweils um 20.15 Uhr.

Von Ricarda Nowak

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