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Kultur Höchstlebendig: der Ariadne-Mythos
Nachrichten Kultur Höchstlebendig: der Ariadne-Mythos
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02:16 11.07.2015
Königstochter Ariadne flüchtete auf die Wüsteninsel Naxos. Quelle: Promo
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Potsdam

Sie war ebenso schön wie klug; ihr Einfall mit dem roten Faden wurde zum geflügelten Wort: Ariadne drückt dem Prinzen Theseus ein Wollknäuel in die Hand, so dass er sich aus dem Labyrinth des wilden Stiers Minotauros retten kann. Für den geliebten Theseus lässt Ariadne sogar ihr luxuriöses Dasein als Königstochter auf Kreta hinter sich. Die beiden fliehen auf die Wüsteninsel Naxos, wo Theseus die schlafende Ariadne jedoch heimlich zurück lässt.

Der antike Ariadne-Mythos schaffte es immer wieder auf die Theaterbühne; bekanntestes Beispiel ist die Oper von Richard Strauss. Doch schon im 18. Jahrhundert machte „Ariadne auf Naxos“ aus der Feder des böhmischen Komponisten Georg Anton Benda europaweit Furore. Mit diesem Stück gestaltet das Ensemble I Confidenti im September den „Barocken Theatersommer“ in der Potsdamer Schinkelhalle.

Am Mittwoch stellten I Confidenti, das „Ensemble für mobiles Musiktheater“, das Projekt im schattigen, grünen Innenhof der Potsdamer Urania vor. Moderiert wurde die Veranstaltung von dem Musikkritiker Klaus Büstrin.

Es gibt mehrere Hypothesen, warum Theseus seine Gefährtin eigentlich verlässt. Die Variante, die Benda und sein Librettist 1775 bevorzugten, ist für den Jüngling schmeichelhaft: Theseus flieht, damit Ariadne nicht in die Hände seiner Verfolger fällt. Außerdem bleibt die Prinzessin nicht allein, erhält sie doch Gesellschaft von einer Nymphe, die hier von dem Pantomimen Steffen Findeisen verkörpert wird.

Bendas „Ariadne auf Naxos“ ist ein Melodram, eine Mischform aus Schauspiel und Oper, in der sich gesprochene Monologe und die dazugehörige Instrumentalmusik abwechseln. Als Erfinder des Melodrams gilt der dichtende Philosoph Jean-Jacques Rousseau, der die Meinung vertrat, das Französische würde sich nicht zum Singen eignen.

Ein Wandel des Geschmacks verhalf der neuen Theaterform zum Erfolg. „Man hatte die Barockoper mit ihren starren Konventionen und den Koloraturen-Gesangsmaschinen satt“, erzählt Wolfgang Hasleder, Geiger des auf historischen Instrumenten musizierenden Voltaire Streichquartetts, das die Aufführung begleitet. „Im Zeitalter der Empfindsamkeit war ein natürlicher Fluss der Handlung angesagt.“ Die Musik ist sei keinesfalls nur Soundtrack. „Sie verdeutlicht die Gefühle der Figuren, illustriert aber auch das Umfeld, Wellenrauschen oder einen Sturm“, so Hasleder.

Benda traf mit seinen Melodramen also den Nerv des Publikums. Allein im Berliner Monbijou-Theater ging seine „Ariadne“ fast fünfzig Mal über die Bühne. Obwohl protestantischer Herkunft, hatte Benda die exzellente musikalische Ausbildung bei den Jesuiten genossen. Begonnen hatte der böhmische Komponist seine Karriere übrigens in Potsdam, wo er Geige in der Hofkapelle von Friedrich II spielte. Später wurde er Kapellmeister im thüringischen Gotha und unternahm eine ausgedehnte Bildungsreise durch Italien.

Drei Vorstellungen in der Schinkelhalle

Der Barocke Theatersommer steht in diesem Jahr ganz im Zeichen des Komponisten und Kapellmeisters Georg Anton Benda (1722 – 1795). Sein Melodram „Ariadne auf Naxos“ kombiniert Musik und gesprochenen Text

Die Vorpremiere findet am 29. August um 19 Uhr in der Kulturkirche Kietz (Prignitz) statt. Dann folgen drei Vorstellungen in der Potsdamer Schinkelhalle, am 3., 12. und 13. September.

Der Ticketverkauf hat bereits begonnen: Maz-Card 15 Prozent. Karten unter  0331/2840-284 sowie www.ticketeria.de

Weitere Informationen im Internet unter www.i-confidenti.de

Auf dem Erfolg von Bendas „Ariadne“ schwamm seinerzeit auch der Dichter August von Kotzebue (1761 – 1819) mit, der das Melodram mit einer Persiflage durch den Kakao zog. Neben Benda vertonten auch Ludwig van Beethoven und der junge Franz Schubert Texte von Kotzebue. Regisseur Jürgen Hinz will auch Kotzebues Parodie in seine Inszenierung einbeziehen. „Zum Theater gehören ein weinendes und ein lachendes Auge“, erklärt Hinz. „Das Ende einer Beziehung sehen wir heute meist nicht so tragisch wie einst Ariadne.“

Jürgen Hinz hat nun im Sinn, die Geschichte um Ariadne einem heutigen Publikum nahezubringen. „Wir verwenden zwar keine Alltagssprache, aber es wird auch nicht pathetisch deklamiert“, meint der Künstler, der sein Handwerk in der DDR erlernte. Damals arbeitete er landesweit als Gastregisseur, auch an den Bühnen von Brandenburg/Havel, Frankfurt, Senftenberg oder Stendal. „Nach der Wende hatte ich keinen Marktwert mehr als Regisseur“, erzählt Hinz, der sich daraufhin im Kulturministerium der organisatorischen Seite der Brandenburgischen Theaterlandschaft widmete. „Nun freue ich mich, dass ich endlich wieder die Chance habe, selbst Regie zu führen.“

Hinz arbeitet für die Inszenierung eng mit Christine Jaschinsky zusammen, die sich um Kostüme und Bühnenbilder kümmert. Derzeit bemalt sie die Kulissen mit einem Insel-Panorama; außerdem arbeitet sie an „acht Metern Meer“. Ariadne trägt – so viel wird schon verraten – ihr Hochzeitskleid; sie hatte eben fest an eine gemeinsame Zukunft mit Theseus geglaubt.

Von Antje Rößler

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