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Kultur Horst Evers – der lustige Mann im roten Hemd
Nachrichten Kultur Horst Evers – der lustige Mann im roten Hemd
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08:02 03.09.2015
Horst Evers, immer tritt er auf im roten Hemd, seitdem ihm eine Frau gesagt hat: Horst, das steht dir aber gut! Quelle: dpa
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Potsdam

Auch am Telefon hat Evers eine Stimme, die eine Zeit lang freundlich bleibt, doch irgendwann sucht sie den Witz, fast ist das zwanghaft, letztlich aber sehr charmant. Horst Evers ist ein leiser Mann, der es nicht mag, wenn man über die Witze brüllt. Generell ist ihm ein Lächeln lieber, in das er ganz persönlich noch ein leises, gutmütiges Glucksen kippt.

„Früher dachte ich, Humor sei ein dankbarer Stoff, er mache nicht viel Arbeit und ermögliche ein Leben ohne Schweiß. Da habe ich mich getäuscht.“ Mitunter hat er 90-Stunden-Wochen, sagt er. Wenn er schreibt und abends in Theatern liest, von Montag bis Sonntag, dann kann er das Gerede von der Muse, die den Künstler küsst, nicht mehr hören. Humor ist Knochenarbeit.

Lesungen


Horst Evers liest am Freitag, 20 Uhr, im Potsdamer Nikolaisaal (ausverkauft) und am Samstag, 20 Uhr, im Königs Wusterhausener Eventcenter. Karten unter Telefonnummer: 0 33 75 / 9 23 79 55.

Der bürgerliche Name des Witzereißers klingt ziemlich allürenfrei

Horst Evers sagt, er sei ein „ewiger Kleinkünstler“. Er kommt aus Diepholz bei Bremen, benannt hat er sich nach dem Dorf Evershorst, zwei Steinwürfe vor Diepholz gelegen. Bürgerlich heißt er Gerd Winter, schon das klingt vollkommen allürenfrei. Horst Evers aber klingt so ungestelzt, man kann das nicht mehr steigern.

Evers ist ein runder Mann mit kahlem Kopf, der aus dem Nichts eine Pointe destilliert – er wohnt im Wedding, dem alten Arbeiterviertel von Berlin, doch lässt sich nicht anstecken vom ruppigen Ton der Busspuren und Spielhallen. Er ist der Zen-Buddhist unter den Kabarettisten, Evers braucht keinen Spott, um Spaß an seinem Job zu haben. In den Kurzgeschichten, die er für den RBB-Sender „Radio Eins“ vor Publikum liest, braucht er als Thema manchmal nur zwei Handvoll Fruchtfliegen, die sich zum Gesicht von Thilo Sarrazin formieren, um den Saal auf Temperatur zu bringen, und manchmal auch zum Kochen.

Balance zwischen norddeutscher Ruhe und preußischer Panikmacherei

„Meine Texte leben von der Art des Vorlesens“, sagt Evers, der mit der Zeit – er ist nun 48 – die ideale Balance zwischen norddeutscher Ruhe und preußischer Panikmacherei gefunden hat.

Seit Jahren veröffentlicht er seine Texte beim Rowohlt-Verlag, verlässlich landen sie weit oben in der „Spiegel“-Bestsellerliste, obwohl seine skurrilen Kurzgeschichten rein auf dem Papier, ohne Evers’ Lesestimme, einiges von ihrem Aberwitz und fein taktierten Schwung verlieren. Gerade hat er seinen zweiten Roman fertig, „Alles außer irdisch“ heißt er und erscheint im Januar 2016. Es geht um den neuen Flughafen Schönefeld, der nach dem Startschuss sieben Sekunden lang fehlerfrei funktioniert, dann landet ein Raumschiff auf der Startbahn. „Es ist ein Science-Fiction-Stoff mit Spuren der Gesellschaftskritik“, sagt Evers, er musste achtgeben, dass er nicht nur Witze erzählt wie in den Kurzgeschichten – mit dem Humor zu haushalten, das ist im Fall von Evers eine Kunst, „denn das Skurrile bricht unweigerlich aus mir heraus.“

Chronisch trägt Horst Evers zu seinen Lesungen ein rotes Hemd, nachdem ihm eine Frau vor 20 Jahren sagte: „Das steht dir aber gut, Horst.“ Er blieb beim Rot. Doch die Frau kam nie wieder.

Von Lars Grote

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