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Hundefilme? Ich muss draußen bleiben

Bis die Augen eckig sind – Teil 1 Hundefilme? Ich muss draußen bleiben

Die Berlinale geht ans Limit. Das gilt für Herz, Hirn und Harndrang. Oder wie würden Sie es zehn Tage lang aushalten, pausenlos Filme zu schauen? Maurice Wojach schaut auf die Leinwand und hinter die Kulissen. Diesmal: Warum er beim Eröffnungsfilm „Isle of Dogs“ lieber draußen bleibt.

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Bis die Augen eckig sind

Quelle: Christian Meyer

Berlin. Netten Kritikern ist es unangenehm, Kritiker genannt zu werden. Kritiker, das klingt nach Allmacht, Allwissenheit, vor allem aber: albern. Ich versuche jetzt mal ein netter Vertreter der nicht zu nennenden Zunft zu sein und offenbare, dass mir ausgerechnet beim Eröffnungsfilm nur an der kurzen Leine Einlass gewährt werden sollte. Oder besser gar nicht. Es gibt nämlich zwei Genres, mit denen ich komischerweise schon als Kind nicht viel anfangen konnte: 1. Hundefilme. 2. Animationsfilme. „Isle of Dogs“ von Wes Anderson ist ein Animationsfilm mit Hunden. Und jetzt denken Sie sich bitte dieses dumpfe Game-Over-Geräusch, wenn der Flipper-Automat die Kugel verschluckt.

Klar, mein Problem

Die Filme dieser Genres können nichts dafür, dass sie mich nicht erreichen, es ist alles meine Schuld. Ich mochte Michel und Momo schon immer lieber als Mickey Mouse. Tragiksuchend wie ich bin, wittere ich in einem Film Konflikte und Begehren zwischen realistischen Charakteren. Ich kann mich aber in einen Terrier, der seine Schnauze gern in Nassfutter aus Blechdosen hält, nicht hineinfühlen. Mein Problem, nicht seins. Ja, ich weiß, dass eine Metapher kein Weinbrand und eine Allegorie kein Kreuzfahrtdampfer ist. Ich probier’s ja auch weiterhin, so habe ich mir zum Beispiel nicht nur „Susi und Strolch“, sondern auch Arthouse-Dramen à la „Underdog“ von dem ungarischen Regisseur Kornél Mundruczó angeschaut, obwohl ich wusste, dass das Ensemble fast ausschließlich aus Mischlingshunden besteht, die im Film gegen Quälerei und Verfolgung aufbegehren. Eine Parabel auf die xenophobe Gesellschaft – logisch, verstanden, aber hat’s mich berührt? Geht so, zu viel Gebell.

Für ein Leben ohne Hundefilme

Deshalb werde ich jegliche Kritik an dem sicherlich ganz wunderbaren „Isle of Dogs“ sein lassen – wohlwissend, dass solche Filme große Kunst sein können. Der Entertainer Götz Alsmann sagte mal, er führe ein Leben ohne populäre Musik, die nach 1965 entstanden ist. Ich führe ein Leben ohne animierte Hundefilme. Auch seine Einschränkung teile ich: „Ich weiß aber auch: Es gibt viele, viele Menschen, denen diese Musik sehr viel bedeutet!“

Von Maurice Wojach

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