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Ich glaub’, mich laust...

MAZ-Konzerttipp Ich glaub’, mich laust...

Zum Purim-Fest wird lautstark gefeiert. In der Synagoge und auch so. Schließlich geht es laut der Bibel um nichts weniger als die Errettung der Juden im damaligen Perserreich, die im Buch Esther beschrieben ist. Die Jewish Monkeys werden ihr Publikum richtig in Stimmung bringen bei die diesen freudig begangenen Ereignis – es darf auch getanzt werden.

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Ein Affentheater veranstalten die Jewish Monkeys.

Quelle: Michael Topyol

Potsdam. Potsdam Wen diese Affen bei der Hand nehmen, der hört gar nicht mehr auf tanzen und zu lachen – auch über sich selbst. Denn die Jewish Monkeys machen sich über alles und jeden lustig, ohne sich zu schonen. Wenn das Affentheater erst einmal losbricht auf der Bühne, dann gibt es kein Halten mehr. Dass zwei ehemalige Chorknaben der Westend-Synagoge aus Frankfurt am Main mal in einer herrlich schrägen, jeder Absurdität des Lebens zugetanen, ja furios schrankenlose Band spielen würden, das hatten sich Jossi Reich und Roni Boiko vor einem Vierteljahrhundert im Traum nicht vorstellen können. Doch genau das ist passiert.

Nachdem beide nach Israel gegangen waren, nahmen ihre musikalischen Ideen mit Freunden rasch Form an. Ideen hatten sie viele, sehr viele. Und noch mehr jiddischen Humor, der fraglos in den Stücken ihres neuen Albums „High Words“ steckt. Welcher, einst in Deutschland eine Heimat hatte. Denkt man nur ans spitzzüngige Kabarett und die populären Schellackplatten der Weimarer Republik. Das abrupte Ende, das die braunen Machthaber dem wenig später bereiteten ist bekannt.

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Gemessen an ihren Tonträgern , macht sich Lula Pena rar. Sehr sogar. Denn „Archivo Pittoresco“ ist erst ihr drittes Album in fast 20 Jahren. CDs seien doch nur Plastik, misstraut die Portugiesin noch immer der Aufzeichnungstechnologie. Die Sängerin mit dem wundervollen Alt kommt aus Lissabon. Ach, da haben wir also eine Fadista? Wer meint, dass damit die Koordinaten des künstlerischen Schaffens bereits vorgegeben sind, der irrt. Gründlich. Denn die 42-Jährige hat einen Kompass, der sie mal in die Heimat leitet, mal nach Brasilien zum Bossa Nova, dann zum Folk nach Amerika. Auch Echos aus Afrika lassen sich vernehmen. Wie eine organische Einheit finden Stimme und Gitarre zueinander. Unauflösbar, sich gegenseitig bedingend. Eine ist die Fortsetzung der anderen. Tief gefühlt, poetisch, kontrastreich, fließend und ineinander versunken. Also hören wir ihre Platten, von denen Lula meint, sie seien nur ein Abglanz des Wirklichen. Wir hören sie bis sie endlich ein Konzert gibt. Denn auch die sind rar. Nur dort kann man Lula spüren.

Lula Pena: Archivo Pittoresco. Crammed Disc/Indigo.

Konzert am 14. März, um 20 Uhr im Roten Salon der Volksbühne in Berlin-Mitte.

Vergnügt, sozialkritisch, bissig, höchst frivol oder politisch unkorrekt fallen Lieder aus. Stets voller Anspielungen. Denn das Akkordeon ächzt den Final Countdown von Europa, versteckt sind Zitate der Beatles, die Gestaltung der Melodien beschwört manche Erinnerung herauf. Der wilde Haufen aus Tel Aviv, zu dem immerhin acht Musikanten gehören, singt Jiddisch und Englisch. Acht Männer und ebenso viele musikalische Einflüsse. Mindestens. Eine völlig losgelöste Raserei entfachen sie aus Klezmer, Punk, Rock, Balkan und Pop. Ein Zirkus sondergleichen. Wie gemacht für die Monkeys. Am Ende der Party – es wird Purim gefeiert, jenes Fest, das an die Errettung der Juden im Perserreich erinnert – gehen alle nach Hause. Denn der Auftritt war einfach nur affengeil.

Konzert: Die Jewish Monkeys gastieren am Sonnabend, dem 11. März, um 23 Uhr im Roten Salon der Volksbühne in Berlin-Mitte.

Von Ralf Thürsam

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